Satzung der Bonifatius-Stiftung in der Fassung vom 22.09.2017

§ 01 · Name und Sitz
§ 02 · Zweck der Stiftung
§ 03 · Gemeinnützigkeit
§ 04 · Stiftungsvermögen
§ 05 · Mittelverwendung
§ 06 · Organe der Stiftung
§ 07 · Aufgaben des Kuratoriums
§ 08 · Zusammensetzung des Kuratoriums
§ 09 · Amtszeit des Kuratoriums
§ 10 · Sitzungen des Kuratoriums
§ 11 · Aufgaben des Stiftungsvorstandes
§ 12 · Zusammensetzung des Stiftungsvorstandes
§ 13 · Amtszeit des Stiftungsvorstandes
§ 14 · Vertretung
§ 15 · Beschlussfassung
§ 16 · Stiftungsaufsicht
§ 17 · Auflösung der Stiftung
§ 18 · Inkrafttreten

PRÄAMBEL

Der allmächtige Schöpfer möge die kräftige
und in Christus noch wachsende Einheit und
Gemeinschaft eurer Liebe in Ewigkeit beschützen. 

aus einem Brief des Hl. Bonifatius an die Angelsachsen (um 737)
 

Der Hl. Bonifatius hat sich als Apostel der Deutschen in besonderer Weise darum bemüht, den Glauben an Jesus Christus und die Verkündigung der Kirche allen Menschen näher zu bringen. Er wusste, dass lebendiger Glaube vor Ort verankert sein muss.

Die Bonifatius-Stiftung nimmt dieses Anliegen auf. Sie will kirchliche und pastorale Zwecke auf der Ebene der Pfarreien und Verbände im Bistum Mainz fördern und Initiativen, die von den Pfarreien und Verbänden ausgehen, unterstützen und begleiten. Kirchlichen Stiftungen bietet sie durch die Übernahme der Verwaltung und die Beratung in den unterschiedlichen Fragen des Stiftungswesens ihre Hilfe an.

SATZUNG

§ 1 Name und Sitz

(1) Die Stiftung führt den Namen Bonifatius-Stiftung.
(2) Sie ist eine rechtsfähige, öffentliche und kirchliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in Mainz.

§ 2 Zweck der Stiftung

Zweck der Stiftung ist die ideelle und materielle Unterstützung und Förderung kirchlicher, insbesondere pastoraler und baulicher Zwecke auf der Ebene der Pfarreien und Verbände im Bistum Mainz. Die Bonifatius-Stiftung kann auch die Verwaltung selbständiger und unselbständiger Stiftungen übernehmen, deren überwiegende Zwecke mit dem Zweck der Bonifatius-Stiftung in Einklang stehen.

Zur Erfüllung des Stiftungszwecks kann sie alle Maßnahmen ergreifen, die ihr zur Erreichung des Stiftungszwecks förderlich erscheinen.

§ 3 Gemeinnützigkeit

Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnittes "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
Die Stiftung ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
Die Mittel der Stiftung dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden.
Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Stiftungsvermögen

Das Vermögen der Stiftung besteht aus
einem Anfangsvermögen von 30.000,00 Euro (dreißig tausend) in bar,
Zustiftungen Dritter,
dem Vermögen unselbständiger Stiftungen
und sonstigen Zuwendungen.
Zuwendungen an die Stiftung können mit der Auflage verbunden werden, dass sie für eine im Rahmen des Stiftungszweckes vorgesehene Einzelmaßnahme zu verwenden bzw. einer der unselbständigen Pfarrstiftungen zuzurechnen sind. Soweit die Erträge den unselbständigen Pfarrstiftungen zuzurechnen sind, sind sie diesen gutzuschreiben.
Das Stiftungsvermögen ist in seinem Bestand dauerhaft und möglichst ungeschmälert zu erhalten. Zur Erhaltung der Leistungskraft der Stiftung können aus den Erträgen des Vermögens angemessene Rücklagen gebildet werden.
Die Stiftungsorgane sollen sich um Zustiftungen, die Übertragung unselbständiger Stiftungen und sonstige Zuwendungen bemühen.

§ 5 Mittelverwendung

Die Stiftung erfüllt ihre Aufgaben aus den Erträgen des Stiftungsvermögens und aus Zuwendungen, soweit diese nicht zur Stärkung des Vermögens bestimmt sind.
Das Vermögen unselbständiger Stiftungen ist getrennt vom Stiftungsvermögen zu verwalten.
Aus unverbrauchten Erträgen können angemessene Rücklagen unter Beachtung der steuerrechtlichen Vorschriften und des Stiftungszwecks für größere Maßnahmen über mehrere Jahre gebildet und verwendet werden. Soweit die Erträge den unselbständigen Pfarrstiftungen zuzurechnen sind, sind sie diesen gutzuschreiben.
Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Ein Rechtsanspruch Dritter auf Zuwendungen von Stiftungsmitteln besteht nicht.

§ 6 Organe der Stiftung

Organe der Stiftung sind das Kuratorium und der Stiftungsvorstand.
Die Mitglieder der Organe üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Sie haben Anspruch auf Ersatz ihrer notwendigen Auslagen.
Die Stiftungsorgane können sich eine Geschäftsordnung geben.

§ 7 Aufgaben des Kuratoriums

Das Kuratorium berät und unterstützt den Stiftungsvorstand bei seiner Tätigkeit. Es führt über den Stiftungsvorstand die Aufsicht und beschließt insbesondere über die Grundsätze der Verwaltung und Verwendung des Stiftungsvermögens einschließlich der Wirtschaftsprüfung, Richtlinien für die Vergabe von Stiftungsmitteln, die Genehmigung der Einnahmeüberschussrechnung und der Vermögensübersicht,
die Entlastung des Stiftungsvorstandes,
Satzungsänderungen, Zweckerweiterung und ?änderung, Umwandlung, Aufhebung und Zusammenlegung der Stiftung,
die Zustimmung zu allen Rechtsgeschäften, die der Genehmigung der Stiftungsaufsicht nach der Stiftungsordnung für das Bistum Mainz in seiner jeweils geltenden Fassung bedürfen.
Es wählt die weiteren Mitglieder des Stiftungsvorstandes gemäß § 12 Nrn. 2 und 3. Die Mitglieder des Stiftungsvorstandes gehören nicht dem Kuratorium an. Werden Kuratoriumsmitglieder in den Vorstand gewählt, scheiden sie mit der Wahl aus dem Kuratorium aus.

§ 8 Zusammensetzung des Kuratoriums

Das Kuratorium setzt sich zusammen aus
zwei vom Bischof von Mainz berufenen Vertreterinnen oder Vertretern der Bistumsleitung,
vier weiteren vom Bischof von Mainz berufenen Personen und
je einem von den in den Regionen Rhein-, Süd- und Oberhessen vertretenen Dekanen entsandten Vertreter.
Das Kuratorium kann zusätzlich bis zu drei Personen als stimmberechtigte Mitglieder in das Kuratorium wählen.

§ 9 Amtszeit des Kuratoriums

Die Amtszeit der Mitglieder des Kuratoriums beträgt vier Jahre. Erneute Berufung und Wiederwahl sind zulässig.
Jedes Mitglied kann aus wichtigem Grund abberufen werden. Das Recht zur Abberufung hat für die Mitglieder nach § 8 Ziff. 1 und 2 der Bischof von Mainz, für die Mitglieder nach § 8 Ziff. 3 die Mehrheit der für die jeweilige Region zuständigen Dekane und für die Mitglieder nach § 8 Ziff. 4 das Kuratorium.
Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Kuratoriumsmitgliedes ist das Kuratorium zu ergänzen. Das zur Nachfolge berufene oder gewählte Mitglied tritt in die Amtszeit des ausgeschiedenen Mitgliedes ein.

§ 10 Sitzungen des Kuratoriums

Sitzungen des Kuratoriums finden mindestens einmal im Jahr statt. Eine außerordentliche Sitzung ist von der oder dem Vorsitzenden einzuberufen, wenn dies mindestens drei der Mitglieder ihr oder ihm gegenüber schriftlich verlangen.
Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden sowie deren Stellvertreterin oder dessen Stellvertreter. Wiederwahl ist zulässig.
Bei Verhinderung der oder des Vorsitzenden und der Stellvertreterin oder des Stellvertreters leitet das an Lebensjahren älteste anwesende Mitglied die Kuratoriumssitzung.
Die Mitglieder des Stiftungsvorstandes nehmen an den Sitzungen mit beratender Stimme teil, sofern nicht das Kuratorium einen abweichenden Beschluss fasst. Zu den Sitzungen können Dritte eingeladen werden, wenn dies zweckdienlich ist.

§ 11 Aufgaben des Stiftungsvorstandes

Der Stiftungsvorstand nimmt alle Aufgaben der Stiftung wahr, soweit sie nicht ausdrücklich nach den Bestimmungen dieser Satzung dem Kuratorium vorbehalten sind. Er bedient sich dabei personeller und sachlicher Ressourcen des Bischöflichen Ordinariats Mainz.
Er führt die Geschäfte und hat im Rahmen der Satzung und der Stiftungsordnung den Willen der Stifter so wirksam wie möglich zu erfüllen.
Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere:
Durchführung der Beschlüsse des Kuratoriums,
Beschlussfassung über die zu fördernden Aufgaben und Einzelprojekte und sonstigen Maßnahmen zur Durchführung des Stiftungszweckes, Erstellung einer Einnahmeüberschussrechnung mit einer Vermögensübersicht, Berichterstattung gegenüber dem Kuratorium über alle laufenden und bereits durchgeführten Maßnahmen, Erstellung eines Geschäftsberichtes über die Erfüllung des Stiftungszwecks, Vorbereitung und Ladung zu den Sitzungen des Kuratoriums in Abstimmung mit dem Vorsitzenden des Kuratoriums, Durchführung aller nach der Stiftungsordnung des Bistums Mainz erforderlichen Maßnahmen.
Der Stiftungsvorstand veranlasst die Prüfung der Stiftung nach den vom Kuratorium festgelegten Grundsätzen.

§ 12 Zusammensetzung des Stiftungsvorstandes

Der Stiftungsvorstand besteht aus
dem Generalvikar des Bistums Mainz oder einem vom Bischof von Mainz hierzu berufenen Bischofsvikar als Vorstandsvorsitzenden,
der oder dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und
einem weiteren Mitglied des Vorstandes.

§ 13 Amtszeit des Stiftungsvorstandes

Die Amtszeit des Stiftungsvorstandes beträgt vier Jahre. Wiederwahl ist zulässig.
Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Mitgliedes des Stiftungsvorstandes ist der Stiftungsvorstand zu ergänzen.
Jedes weitere Mitglied des Stiftungsvorstandes gemäß § 12 Nrn. 2 und 3 kann vom Kuratorium aus wichtigem Grund mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Kuratoriumsmitglieder abgewählt werden.

§ 14 Vertretung

Die Stiftung wird durch jeweils zwei Mitglieder des Stiftungsvorstandes gemeinsam gerichtlich und außergerichtlich vertreten.

§ 15 Beschlussfassung

Ein Stiftungsorgan ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist. Beschlüsse kommen mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen zustande. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden, in ihrer oder seiner Abwesenheit die Stimme der oder des stellvertretenden Vorsitzenden. Stimmenthaltungen sind unzulässig.
Satzungsänderungen, Zweckerweiterungen, Zweckänderungen, Umwandlung, Aufhebung und Zusammenlegung einer Stiftung bedürfen der Zwei-Drittel-Mehrheit des Kuratoriums und der Genehmigung des Bischöflichen Ordinariates.
Zu Sitzungen eines Stiftungsorgans wird mit einer Frist von mindestens vier Wochen unter Nennung der Tagesordnung schriftlich eingeladen.
Über die Sitzung ist eine Niederschrift anzufertigen und von der oder dem Vorsitzenden zu unterzeichnen.
Beschlüsse über die Art der Zweckverfolgung (Vergabe von Stiftungsmittel) können auf Verlangen der oder des jeweiligen Vorsitzenden auch im schriftlichen oder telefonischen Verfahren gefasst werden. Zu ihrer Gültigkeit ist die Teilnahme aller Organmitglieder am Abstimmungsverfahren notwendig. Bei schriftlichen Abstimmungen gilt Schweigen innerhalb von zwei Wochen seit Aufforderung zur Abstimmung als Ablehnung. Hierauf ist in der Aufforderung besonders hinzuweisen. Die oder der Vorsitzende fertigt ein Abstimmungsprotokoll an, das allen Mitgliedern unverzüglich zuzusenden ist.
Bei Wahlen gelten diejenigen Personen als gewählt, die in einem Wahlgang jeweils mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten haben. Ist diese Stimmenzahl nicht erreicht worden, so findet eine Stichwahl zwischen den beiden Personen statt, welche die höchsten Stimmenzahlen erreicht haben. Gewählt ist dann die Person, die die meisten Stimmen erhält; bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das von der Leiterin oder dem Leiter der Versammlung zu ziehende Los.

§ 16 Stiftungsaufsicht

Die Stiftung unterliegt der Aufsicht des Bischöflichen Ordinariates in Mainz nach Maßgabe der Stiftungsordnung für das Bistum Mainz.

§ 17 Auflösung der Stiftung

Sollte die Erfüllung des Stiftungszweckes nach § 2 unmöglich werden oder die Stiftung aus einem anderen Grund aufhören zu bestehen, so fällt ihr Vermögen an das Bistum Mainz, das es ausschließlich für kirchliche Zwecke zu verwenden hat.

§ 18 Inkrafttreten

Diese Satzung tritt mit der Entstehung der Stiftung in Kraft.
Mainz, 18. Januar 2005

Karl Kardinal Lehmann
Bischof von Mainz

Die Genehmigung der kirchlichen Stiftungsaufsicht gilt als erteilt, da der Bischof von Mainz selbst die Stiftung errichtet hat.
Mainz, 18. Januar 2005

Prälat Dietmar Giebelmann
Generalvikar