Domorgel

Die kleinsten Pfeifen der neuen Mainzer Domorgel im Ostchor des Kirchenbaus (c) Bistum Mainz/Hoffmann

Die Geschichte der Orgeln im Mainzer Dom reicht in das 15. Jahrhundert zurück. Bereits 1468 wurde wohl eine Orgel im Ostchor aufgestellt. Die 1547 für den Westchor auf dem Lettner errichtete Orgel beseitigte man bereits 1571. Die von Veit ten Bent 1565 geschaffene große "Schwalbennest-Orgel" im Langhaus ging mit der Zerstörung des Doms 1793 verloren.

Die gegenwärtige Orgel gehört zu den kompliziertesten Anlagen ihrer Art in Europa und geht im Wesentlichen auf eine Klais-Orgel aus dem Jahr 1928 zurück. Sie wurde in den 1960er Jahren durch die Firma Kemper in Lübeck verändert und erweitert. Seit 1965 verteilt sich die Gesamtanlage mit derzeit 114 Registern und 7986 Pfeifen auf drei Teilwerke im Westchor, Querhaus und im Ostchor. Diese können von Spieltischen für den West- und Ostchor oder gemeinsam vom sechsmanualigen Zentralspieltisch auf der Orgelempore am Hauptaltar aus bedient werden.

2003 wurde zur Orgelanlage die "Kardinalstrompete" neu hinzugefügt, ein Chamaden-Register mit 140 Millimeter Winddruck. Die 58 Horizontalpfeifen stehen im Wächterhäuschen des nördlichen Querhauses und werden nur zu besonderen Anlässen eingesetzt.

Gotthard-Kapelle, Memorie sowie die Ostkrypta besitzen jeweils eigene Orgeln.

Die alte Orgel, aufgeteilt in zwei Teilwerke, ist schon länger marode; die Orgel aus den sechziger Jahren ist nicht sanierbar. Ungünstig ist auch der alte Standort. In vielen Symposien und durch Gutachten wurde die jetzige Lösung gefunden. Das erste Teilwerk an der Marienkapelle ist in erster Linie für den Gemeindegesang konzipiert und besticht durch einen hochwertigen Klang und hervorragende Akustik.

Am Sonntag, den 21. August, wird der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf um 16 Uhr in einer Pontifikalvesper die gesamte neue Orgelanlage weihen.

Domorgel Mainz Projekt (domorgel-mainz.de)