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„Getragen von Gemeinschaft“

Rosemarie Busch-Maiwald
Rosemarie Busch-Maiwald ist seit 1987 ehrenamtlich aktiv – und erlebt Engagement vor allem als eines: ein tragendes Netz. Als ihre Schwester plötzlich starb, war es die Gemeinschaft der kfd-Frauen, die sie auffing. Was aus einem beiläufigen Impuls nach der Kommunionkatechese ihres Sohnes geworden ist und warum sie sagt: „Ehrenamt trägt – manchmal andere, manchmal einen selbst.“
Datum:
28. Mai 2026
Von:
Matthias Makowski

Rosemarie Busch-Maiwald über ihr Ehrenamt

„Getragen von vielen Frauen im Ehrenamt“, mit diesem Satz beschreibt Rosemarie Busch-Maiwald ihr Engagement. Und tatsächlich zieht sich dieses Bild wie ein roter Faden durch ihre Geschichte: Ehrenamt ist für sie nicht nur Einsatz, sondern auch ein starkes Netz aus Gemeinschaft und Unterstützung.

Ihr Weg ins Ehrenamt begann eher beiläufig über die Kommunionkatechese ihres Sohnes. Doch am Ende blieb ein Gedanke: „Das kann es doch nicht gewesen sein.“ Aus diesem Impuls entwickelte sich ein Engagement, das bis heute andauert. Seit 1987 ist sie ehrenamtlich aktiv und hat dabei die Kirche und ihre Aufgaben immer wieder neu erlebt. Besonders eindrücklich wurde für sie die Kraft dieser Gemeinschaft in einer sehr persönlichen Krise. Beim plötzlichen Tod ihrer Schwester fühlte sie sich von den Frauen aus ihrer kfd-Gruppe aufgefangen „wie ein doppeltes Netz“, das sie durch diese schwere Zeit getragen hat. In einem Moment, in dem vieles ins Wanken geriet, war es genau dieses Miteinander, das Halt gegeben hat.

Viele Menschen reagieren überrascht auf ihr Engagement, vor allem darüber, dass sie der Kirche treu geblieben ist. Für Rosemarie Busch-Maiwald ist das Ehrenamt jedoch längst ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden. Es gibt ihr Kraft, stärkt sie und fordert sie gleichzeitig heraus, sich immer wieder mit der Situation der Kirche auseinanderzusetzen. Gemeinschaft erlebt sie dabei ganz konkret: bei monatlichen Treffen, Veranstaltungen, Versammlungen und Seminaren. Es sind Orte des Austauschs, der Begegnung und der Weiterentwicklung. Werte wie Toleranz, Respekt und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, prägen ihr Engagement.

Auch ihr Glaube hat sich im Laufe der Zeit verändert. „Mein Glaube ist im Wandel“, sagt sie offen. Im Austausch mit engagierten und selbstbewussten Frauen hat sie ihren eigenen Glauben hinterfragt und weiterentwickelt. Gleichzeitig bleiben ihr Rituale wichtig. Sie geben Halt und Orientierung im Alltag. Für sie ist klar, dass Ehrenamt heute eine wichtige Rolle übernimmt – nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft. Es fängt vieles auf, was an anderer Stelle nicht mehr geleistet werden kann, und trägt dazu bei, Werte zu vermitteln und Gemeinschaft zu stärken.

Gleichzeitig sieht sie auch die Herausforderungen. Veränderte Lebensrealitäten, Zeitdruck und eine wachsende Distanz zur Kirche erschweren es, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen. Umso wichtiger ist es aus ihrer Sicht, neue Wege zu finden ohne insbesondere jüngere Menschen zu überfordern oder zu viel von ihnen zu erwarten. Wer über ein Ehrenamt nachdenkt, dem rät sie, sich verschiedene Bereiche anzuschauen und ehrlich zu prüfen, wie viel Zeit man investieren möchte. Denn eines gehört für sie klar dazu: Ehrenamt bedeutet auch Verlässlichkeit und Zeit.

Was dabei oft übersehen wird, ist die Belastung vieler Engagierter – vor allem von Frauen. „Viele bringen ihr Ehrenamt neben Familie, Beruf und Pflege unter einen Hut“, beschreibt sie. Das erfordert viel Organisation und Einsatz – oft im Stillen. Deshalb wünscht sie sich vor allem eines: mehr Wertschätzung. Zu sehen, was Menschen leisten, und es nicht als selbstverständlich hinzunehmen.

Am Ende bleibt für Rosemarie Busch-Maiwald jedoch eine klare Erfahrung: Ehrenamt trägt – manchmal andere, manchmal einen selbst.

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