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„Licht in dunklen Momenten“

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Dr. David Bender kam zur Notfallseelsorge durch einen persönlichen Verlust – und die Erkenntnis, wie hilflos man sich fühlt, wenn man nicht weiß, wie man Menschen in einer Ausnahmesituation beistehen kann. Heute ist er selbst derjenige, der bleibt, wenn andere nicht mehr weiterwissen. Was ihn antreibt und warum er Notfallseelsorgende mit Leuchttürmen vergleicht.
Datum:
25. Mai 2026
Von:
Matthias Makowski

Dr. David Bender über sein Ehrenamt in der Notfallseelsorge

Es gibt Situationen im Leben, in denen plötzlich alles ins Wanken gerät – Momente, in denen Menschen Halt brauchen, ohne zu wissen, wo sie ihn finden können. Genau hier setzt die Notfallseelsorge an. Dr. David Bender engagiert sich in diesem besonderen Bereich und beschreibt seine Aufgabe mit einem eindrücklichen Bild: „Notfallseelsorgende sind wie Leuchttürme – sie geben Orientierung im Chaos, strahlen Ruhe aus und begleiten Menschen durch dunkle Zeiten.“

Der Weg zu diesem Ehrenamt begann für ihn mit einer persönlichen Erfahrung, die vieles verändert hat. 2023 verlor er einen guten Freund – plötzlich und unerwartet. „Mir wurde bewusst, wie kurz das Leben sein kann und wie hilflos man sich fühlt, wenn man nicht weiß, wie man Angehörige in so einer Situation unterstützen kann“, sagt er rückblickend. Genau dieses Gefühl hat ihn motiviert, aktiv zu werden und sich ausbilden zu lassen.

Anfang 2025 startete er die Ausbildung in der Notfallseelsorge, die er im Herbst desselben Jahres abschloss. Seit Mai 2025 ist er im Einsatz – und sammelt Erfahrungen, die ihn prägen. „Jeder Einsatz ist lehrreich“, beschreibt er. Es gebe keinen Moment, der heraussticht, weil jede einzelne Begegnung in ihrer Intensität besonders sei. Für viele Menschen ist die Begegnung mit der Notfallseelsorge zunächst überraschend, aber im positiven Sinne. Inmitten einer extremen Ausnahmesituation erfahren sie plötzlich Unterstützung, die sie so nicht erwartet hätten. Allein die Präsenz eines Menschen, der zuhört und bleibt, kann dabei schon viel bewirken.

Auch für Dr. David Bender selbst ist dieses Engagement von großer Bedeutung. „Es stärkt meinen Glauben daran, dass man mit Nächstenliebe unmittelbar etwas Gutes tun kann – nah, unbürokratisch und echt“, sagt er. Diese unmittelbare Wirksamkeit macht für ihn den Kern seines Ehrenamts aus. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Gemeinschaft innerhalb der Notfallseelsorge. Schon während der Ausbildung hat er Menschen kennengelernt, die ähnliche Werte und Motivationen teilen. Dieses Gefühl von Zusammenhalt ist geblieben: im Austausch miteinander, bei Treffen und im gegenseitigen Unterstützen. „Dieses Ehrenamt lebt von Gemeinschaft“, betont er.

Seine Arbeit ist dabei getragen von grundlegenden Werten wie Nächstenliebe, Respekt, Verantwortung und Menschlichkeit. Der Glaube gibt ihm persönlich Kraft, doch in der Begegnung mit anderen Menschen steht für ihn vor allem eines im Vordergrund: Offenheit. „Ich begegne jedem Menschen unabhängig von seinem Glauben mit Respekt und Wärme“, sagt er. Für ihn ist die Notfallseelsorge auch ein starkes Beispiel dafür, wie Kirche heute wirken kann – konkret, lebensnah und unmittelbar da, wo Hilfe gebraucht wird. Gleichzeitig stellt er eine grundlegende Frage an die Gesellschaft: „Wie soll Zusammenleben funktionieren, wenn sich jeder nur um sich selbst kümmert?“ Für ihn ist klar, dass Engagement für andere ein zentraler Baustein für Zusammenhalt ist.

Dennoch sieht er Herausforderungen. Vor allem fehle es an Sichtbarkeit – viele Menschen wüssten gar nicht, dass es dieses Ehrenamt gibt. Mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung könnten dazu beitragen, mehr Menschen dafür zu gewinnen und das Bewusstsein für seine Bedeutung zu stärken.

Was dabei oft übersehen wird: Trotz der belastenden Situationen ist dieses Ehrenamt auch eine große persönliche Bereicherung. „Es prägt meine Sicht auf das Leben“, sagt Bender. Und genau darin liegt vielleicht seine größte Stärke: Dass es nicht nur anderen hilft, sondern auch diejenigen verändert, die sich engagieren.

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