Pastoraler Weg

Der Pastorale Weg ist ein Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz, zu dem uns unser Bischof einlädt und auffordert. Er steht unter dem Leitwort „Eine Kirche, die teilt“. Gemeinsam bewegt uns die grundlegende Frage: „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“

Pfarrei Mitte: Basislager auf Expedition "Pastoraler Weg“ erreicht

Unter dem Titel „Pastoraler Weg“ läuft seit 2019 ein Erneuerungs- und Strukturprozess im Bistum Mainz. Das bedeutet auch für die über 20.000 Katholikinnen und Katholiken in der mittleren Wetterau den Aufbruch in pastorale Räume, die noch nie zuvor ein Katholik betreten hat. Viele haupt- und ehrenamtliche katholische Gläubige engagieren sich in „Expeditions-Teams“ als „Vorhut“ um den gangbarsten Weg in die unbekannte Zukunft der katholischen Kirchengemeinden vor Ort ausfindig zu machen.
Diese „Expeditionsteams“ sind im Dekanat Wetterau-West schon seit Januar 2020 unterwegs. Sie starteten, sobald die Zugehörigkeiten der bisherigen Gemeinden zu den künftig drei Pfarreien feststanden. Dann kam der "Wettereinbruch mit Lawinengefahr" in Form von Corona. Im Sommer und Herbst 2020 hat man nach ersten Erfahrungen die "Expeditionsausrüstung" angepasst und im gesamten Dekanat insgesamt 9 Teilprojektteams (TPT) gebildet – je drei in jeder Zukunfts-Pfarrei. Die Teams erstellten eine Bestandsaufnahme und entwickelten Empfehlungen für künftige pastorale Schwerpunkte. Die inhaltliche Arbeit ist jetzt mit einer Ergebnisdokumentation vorerst abgeschlossen, die nach den Sommerferien die Pfarrgemeinderäte in den Gemeinden der „Pfarrei Mitte“ diskutieren werden.
Das Ziel ist noch lange nicht erreicht und das „unbekannte Gelände“ Kirche der Zukunft noch lange nicht vermessen, aber es wurden „Basislager“ eingerichtet, die für die kommenden "Vorstöße" eine solide Ausgangslage geschaffen haben. In der künftigen „Pfarrei Mitte“ aus 13 Gemeinden der bisherigen Pfarrgruppen Friedberg/Wöllstadt/Rodheim, Karben, Ockstadt/Rosbach, Wickstadt/Dorn-Assenheim sowie den Einzelpfarreien Heldenbergen und Ilbenstadt haben sich fast 50 Personen in Teilprojektteams Diakonie (Nächstendienst), Liturgie (Gottesdienst) und Verkündigung engagiert. Im Gespräch mit den Projektleitern und Teilprojektleitern wurde deutlich, mit wieviel Motivation sich die Leiter und die Teammitglieder engagiert und sich der Größe der Aufgabe sehr bewusst waren.
„Es geht nicht darum eine numerische Zusammenarbeit zu organisieren, sondern wir müssen eigentlich Kirche ‚neu erfinden‘“ ist Joachim Michalik (Polizeiseelsorge, TPT Diakonie) überzeugt. Eine hohe Motivation der Beteiligten führt natürlich auch zu kontroversen Diskussionen – anders als bei emotionsloser Gleichgültigkeit. „Wir hatten alles dabei,“ erzählt Juliane Weitzel (Gemeindereferentin in Friedberg und Wöllstadt) vom TPT Liturgie. „Von denen, die alles erhalten wollen bis zu denen die sagten ‚Jetzt geht alles!‘“. Aber die Diskussionen blieben konstruktiv, jeder und jede hat sich eingebracht und wichtige Teile zum Ergebnis beigetragen. Erfreulich: „Es ist für die Liturgie ein Konzept entstanden, das Optionen bietet. Die Gemeinden können sich einbringen in ihren Traditionen und insbesondere mit Ideen über Inhalte und neue Formen in der Liturgie.“ betont Raymund Hofmann Ockstadt, TPT Liturgie. Ähnliches gilt für die anderen TPTs.
Das scheint ein guter Weg für die Zukunft zu sein. Alle ziehen an einem Strang und man findet Wege, mit denen das Vertraute und das Neue ihren Platz haben. Interessant war auch das Zusammenspiel vom Klein-Klein bei der Zusammenstellung der Informationen und der großen Idee einer Vision. „Es ist gut an den Beginn der gemeinsamen Arbeit eine Vision zu stellen. Dann kann man sich bei den einzelnen Schritten immer wieder fragen: Sind die Schritte geeignet die Vision Wirklichkeit werden zu lassen?“ ist Pfr. Norbert Braun (Wöllstadt und Rodheim), als einer der beiden Projektleiter überzeugt. Aber eine Vision darf natürlich nichts Abgehobenes sein. Daher stand am Beginn der Arbeit eine Bestandsaufnahme des jetzigen (= Vor-Corona) kirchlichen Angebots, bei der rund 150 Seiten Dokumentation zusammenkamen. „Ich finde es bewundernswert, wie viele Aktivitäten in den einzelnen Ortgemeinden stattfinden“ freut sich Peter Hähn (Friedberg), der ehrenamtliche Projektleiter. Und er ist dankbar mit welcher Professionalität und Wertschätzung die Teams gearbeitet haben.
Allen gemeinsam ist der Wille zur Gestaltung ihrer Kirche und die Perspektive, dass Glaubensfreude ansteckend sein soll. „Expeditionsteams“ und Gläubigen gleichermaßen steht noch ein langer Weg bevor. Aber was bis jetzt getan werden konnte, ist erledigt. Und die Expedition „Pastoraler Weg“ ist ihrem Ziel ein Stück nähergekommen.

Zuwachs für die künftige „Pfarrei Mitte“

Die Dekanatsversammlung, das höchste Gremium des Dekanats, hat entschieden: Die Pfarrgruppe Wickstadt/Dorn-Assenheim (Dekanat Wetterau-Ost) gehört künftig zum Pastoralraum der künftigen Pfarrei Mitte im Dekanat Wetterau-West.
Auslöser war ein Votum der Pfarrgruppe, mit dem nachdrücklichen Hinweis, dass die Menschen in Reichelsheim, Florstadt und Niddatal mehr in Richtung Westen statt in Richtung Osten orientiert seien. In den Beratungen auf verschiedenen Ebenen, von den Verantwortlichen der „Pfarrei Mitte“ über das Dekanatsprojektteam bis zur Koordinationsstelle des Bistums kamen zwar durchaus Bedenken zur Sprache, insgesamt überwog aber klar die Zustimmung. Nun haben die Mitglieder der Dekanatsversammlung mit 29 Ja-Stimmen bei 12 Enthaltungen und 9 Nein-Stimmen dieser Veränderung auch offiziell zugestimmt.
Die Engagierten der Pfarrgruppe beteiligen sich daher ab sofort an den Teilprojektteams.

 

TPT Diakonie
Andrea Mehrling
Stefanie Simon
Sabine Stiefmeier-Siemsen
Pfarrer Kai R. Wornath

 

TPT Liturgie
Antonia Finkeldey
Stefan Hägel
Karin Wenglorz
Friederike Zettl
 
TPT Verkündigung
Michael Ewald
Elmar Karhof
Jürgen Michalak
Lucia Schenk
Schwester Mateusza

 

Diese Entscheidung bedeutet einen Zuwachs: Einen Zuwachs an Chancen und an Herausforderungen. Ein Zuwachs an Größe und Komplexität der künftigen Zusammenarbeit und einen Zuwachs von Engagierten und an Lebensraumorientierung.

Andreas Münster, Dekanatsreferent Wetterau-West

Pfarrgruppenversammlung zum Pastoralen Weg

Am 22. Mai hat die Pfarrgruppe Wickstadt/Dorn-Assenheim zu einer Versammlung eingeladen, bei der Fragen zum Pastoralen Weg gestellt und Antworten gegeben werden konnten. Etwas mehr als 40 Personen haben sich in Präsenz im Pfarrheim oder via ZOOM digital beteiligt.
Die Chancen und Herausforderungen des Pastoralen Weges für die Menschen hier vor Ort wurden bedacht und diskutiert. Insgesamt überwog die Hoffnung, dass in einer neuen und größeren Pfarrei ein reichhaltiges Angebot an spirituellen und geistlichen Angeboten gemacht, die Charismen der Christinnen und Christen besser zur Entfaltung gebracht werden könne.
Eine Herausforderung sei es, vor allem den Menschen ohne Mobilität eine Teilhabe, z. B. den Besuch der Heiligen Messe, in der größeren Pfarrei zu ermöglichen.
Die Christinnen und Christen unserer Pfarrgruppe möchten alle daran mitwirken, dass die neue Pfarrei ein Ort der Begegnung und des geistlichen Reichtums werden möge.