Bistum Mainz in Social Media

Checkliste Soziale Medien

1) Social Media sind ein Kommunikationsinstrument. Das bedeutet:

  • sie sind ein Weg
  • sie dienen einer wechselseitigen Kommunikation und
  • sie sind ein Instrument und Mittel, das von der virtuell-persönlichen zur "physisch"- persönlichen Begegnung führen kann.

2) Die grundsätzliche Frage ist: Bin ich bereit, meinen eigenen Habitus von der Publikation zur (dialogischen) Kommunikation umzustellen? D.h.: Wer vor allem seine Botschaften verbreiten will, sollte sich eher auf einer Homepage (Web 1.0) präsentieren. Social Media schließen die wechselseitige Kommunikation "auf technischer Augenhöhe" ein.
3) Noch grundsätzlicher: Bin ich bereit, zu lernen und (mich) zu verändern?
4) Facebook ist wie andere Social Media eine externe Plattform mit Eigengesetzlichkeiten, die nicht immer transparent sind. Diese Risiken müssen mit dem eigenen Nutzen abgewogen werden. Das schließt die ständige Beobachtung des „Marktes" mit ein und muss ggf. zu flexiblen Veränderungen führen.
5) Facebook ist kein Allheilmittel der Kommunikation - und keine Lösung für strukturelle Defizite; es ist aber auch kein Teufelswerk, das Nutzer fürchten müssten.
6) Facebook und Social Media insgesamt erfordern ein hohes Maß an Eigenverantwortung: Was einmal im Internet steht, ist - unter Umständen dauerhaft - öffentlich!

a) Mit wem möchte ich kommunizieren: Wer sind die gewünschten Zielgruppen? (Nutzeranalyse)
b) Wo bewegen diese Gruppen sich ohnehin im Netz (Nutzerverhalten?) Welche ist die geeignete Plattform, um mit diesen Personen in Kontakt zu kommen?
c) Warum sollen diese Gruppen und Personen sich für eine Kommunikation mit mir interessieren? (Nutzerperspektive: „Nutzer-Nutzen"!)
d) Wer bin ich? - Was ist mein Profil, mein Image, mein erkennbares Alleinstellungsmerkmal? (Authentizität!)
e) Welches "Format" eignet sich? Am Beispiel Facebook: Als Einzelperson z.B. das "Profil", als Kirchengemeinde oder Organisation die "Fanseite/Unternehmensseite" und als interne Austauschplattform eine (geschlossene) "Gruppe".
f) Welche Themen sind geeignet für diese Art der Kommunikation?
g) Was sind meine Ressourcen? (personell, thematisch)
h) Wie ist die Situation meiner „Mitbewerber"? Wie lösen sie diese Fragen?

a) Ständiges Beobachten der Entwicklungen (Social Medial allgemein), aber auch die der Präsenzen der „Mitbewerber" - und daraus abgeleitet: die Bereitschaft zur Veränderung und Adaption für die eigenen Verhältnisse
b) Dauerhafte Pflege der Präsenz (Brachliegenlassen eines geöffneten Kanals kann schaden!)
c) Auf Facebook und anderen Kanälen sollten nur Daten, Links, Fotos usw. gepostet werden, die dauerhaft öffentlich sein dürfen (Rechte Dritter klären!)

1) Jeder ist für seine eigenen Postings, Kommentare und Veröffentlichungen selbst verantwortlich.
2) Besonders gilt in der Öffentlichkeit des Internet: Interna bleiben intern.
3) Das Internet ist kein rechtsfreier Raum: Beachten Sie bitte auch in den Social Media geltendes Recht!
4) Wie im "richtigen Leben": Die "Netiquette" gilt in besonderer Weise gerade für's Internet. Emotionen gehören zur Kommunikation, das ist Chance und Fluch...
5) Bleiben Sie authentisch! Parallel-Identitäten sind sehr anstrengend, gerade für den Nutzer selbst.
6) Wir ziehen am gleichen Strang! - Solidarität und Loyalität gelten im "realen" Leben wie im "virtuellen"
7) Dienst ist Dienst... - privates Surfen und Vernetzen gehört in die Freizeit, dienstliches Surfen und Vernetzen bleibt im Rahmen der Dienstvereinbarung.

Das Bistum gibt keine Empfehlung für einen bestimmten Kanal (z.B. Facebook); es geht aber mit eigenem Beispiel voran und ist ansprechbar für Fragen und Erfahrungen.
Diese Leitlinien dienen als Diskussionsgrundlage. Sie stellen in diesem Stadium keine rechtliche Regelung dar.

Social Media Guidelines - Deutsche Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Juli 2012 Überlegungen für Social Media Guidelines veröffentlicht und Empfehlungen für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben.

Zitate

„Ich möchte jedenfalls die Christen dazu einladen, sich zuversichtlich und mit verantwortungsbewusster Kreativität im Netz der Beziehungen zusammenzufinden, das das digitale Zeitalter möglich gemacht hat. Nicht bloß um den Wunsch zu stillen, präsent zu sein, sondern weil dieses Netz wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens ist."

(Papst Benedikt XVI.: Botschaft zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2011)

"Auch E-Mail, SMS, soziale Netze und Chat können Formen ganz und gar menschlicher Kommunikation sein. Nicht die Technologie bestimmt, ob die Kommunikation authentisch ist oder nicht, sondern das Herz des Menschen und seine Fähigkeit, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel gut zu nutzen."

(Papst Franziskus, Botschaft zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2016)