Schmuckband Kreuzgang

4. Fastensonntag: Mit den Augen der Liebe sehen und tun, was dem Leben dient

Impuls zum Evangelium

So 22. Mär 2020
Walter Mückstein

Gott sieht die Welt, sieht jeden einzelnen Menschen mit den Augen der Liebe. Und so sieht auch Jesus alle, die ihm begegnen. Er fragt nicht nach äußerer Gestalt, nach Ansehen oder Erfolg; er fragt auch nicht zuerst nach Schuld. Er nimmt jeden Menschen, an so wie er ist, und macht dadurch sein Leben hell. Und ich bin überzeugt: Mit den gleichen Augen der Liebe sieht er auch unsere Kirche mit all ihren hellen und auch dunklen Seiten. Aus dieser Perspektive sollen auch wir uns selbst, unsere Mitmenschen, unsere Kirche, ja die ganze Welt betrachten.

Wer aber auf dem Auge der Liebe blind ist, der lebt in Finsternis und handelt auch so. Darum will Jesus diese Blindheit heilen – damals wie heute. Voraussetzung dafür aber ist, dass wir uns diese Blindheit oder zumindest Sehbehinderung eingestehen und um Heilung bitten. Die Pharisäer kennen nur das Auge des Gesetzes. Damit sehen sie scharf. Etwas anderes kennen und wollen sie nicht. Darum kann ihnen nicht geholfen werden. Sie bleiben blind.

Umso wichtiger, dass wir uns heilen lassen, wenn unser Blick verdunkelt und verstellt ist. Denn: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Evangelium: Joh 9,1-41