Schmuckband Kreuzgang

6. Sonntag in der Osterzeit: Licht in der Nacht

Ich bleibe nicht allein zurück

So 17. Mai 2020
Martina Patenge

Aus dem Tagesevangelium:

Jesus sagt zu den Jüngern: „Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen andren Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“ (Joh 14, 16 -18)

 Anregung

Viele scheinen in dieser Krisenzeit „von allen guten Geistern verlassen“. Aus den verschiedensten Gründen. Die einen schließen sich Verschwörungstheorien an, die so absurd wie unglaubwürdig sind. Andere erleben persönliche, familiäre und/oder wirtschaftliche Katastrophen und haben die Hoffnung verloren, dass es für sie irgendwie noch gut ausgehen könnte. Und dazwischen finden sich vermutlich die meisten von uns, mehr oder weniger hin und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen.

Genau da mitten in diese schwere Pandemie-Zeit hinein klingt das Versprechen von Jesus: Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll…“

Billige Vertröstung? Oder tatsächlich ein Hoffnungsschimmer? Kommt darauf an, ob da noch Glaube ist, dass Gottes Geist einen Menschen, viele Menschen erfüllen kann und wird. Ob da noch Glaube ist, dass dieser Geist Herzen verwandelt, Begabungen hervorruft, und Menschen zu Tröstenden, Helfenden und Hoffenden werden lässt.

Mich besinnen

  • Glaube und Hoffnung funktionieren nicht auf Knopfdruck. Wenn ich gerade mutlos, verzweifelt und eher hoffnungslos bin, dann ist es erst einmal so - dann darf ich klagen, um Hilfe bitten und um einen hoffnungsvolleren Geist.
  • Oder spüre ich tatsächlich immer wieder den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit? (1 Tim 7.9)
  • Ich erinnere mich daran, dass Glauben nicht immer gleich wirkt, sondern sich auf und ab, hin und her bewegt: manchmal kann ich mehr hoffen und manchmal weniger, manchmal fühle ich mich mehr getragen und manchmal weniger. Ich bin gnädig mit mir und dem, wie es gerade ist.

 Impuls

Lesen Sie das Evangelium des Tages einige Male. An welchem Wort oder welchem Satz bleiben Sie hängen, was spricht Sie besonders an und ermutigt Sie? Vielleicht schreiben Sie sich dieses Wort auf. Nehmen Sie es mit in Ihren Sonntag!

Predigt zum 6. Sonntag in der Osterzeit