Schmuckband Kreuzgang

7. Sonntag in der Osterzeit: Einmütig im Gebet

Exerzitien auf Pfingsten hin

Maria Knotenlöserin - Mit Rechtsklick und
Maria Knotenlöserin - Mit Rechtsklick und "in neuem Tab öffnen" vergrößern
So 24. Mai 2020
Dr. Bernhard Deister

Aus der Tageslesung:

Nach der durcheinanderwirbelnden und ereignisreichen Zeit vom Einzug in Jerusalem über Tod und Auferstehung Jesu, seinen Erscheinungen bis hin zum Abschied in der Himmelfahrt machen die Jünger*innen Jesu erst einmal Exerzitien:

„Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“ (Apg 1,14)

Anregung

Die Jünger*innen Jesu sind im Übergang – aus der Zeit mit IHM in die Zeit der Sendung im Heiligen Geist – und sie tun dies, was in Übergängen guttut: sie machen Exerzitien. Zurückgezogen ins Obergemach, in dem ihnen Jesus erschienen war, verharren sie einmütig miteinander im Gebet.

Die Zurückgezogenheit ist uns in diesen Tagen und Wochen in vielem zugemutet – von häuslicher Absonderung über Kontaktverbote bis hin zum Homeoffice. Und auch in den Begegnungen bleibt immer der Sicherheitsabstand – äußerlich und vielleicht auch innerlich.

In einer Krisenzeit wie dieser legt sich uns auch nahe, unsere Sorgen und Sehnsüchte, unsere Fragen und Hoffnungen ins Gebet zu nehmen und im Stammeln, Singen oder auch Schweigen vor Gott zu bringen. Herausfordernd bleibt für uns die Einmütigkeit, wie die zunehmende Unzufriedenheit mit den Einschränkungen aber auch der Wiederaufnahme von „abstandswahrenden“ Gottesdiensten deutlich werden lassen.

Mich besinnen

  • Wie gehe ich mit den Kontakteinschränkungen um – verharre ich im Gebet?
  • Bin ich mit mir, meinen Mitmenschen und Gott „einmütig“ – oder spüre ich in mir bzw. zwischen uns Spannung, Spaltung oder gar Trennung?
  • Wo wünsche ich mir Versöhnung – um in neuer Einmütigkeit verbunden sein zu können? Welche Impulse zur Versöhnung spüre ich in mir? Welchen will ich folgen?

Impuls

Die Jünger*innen sind nicht allein – Maria ist bei ihnen. In der Augsburger Wallfahrtskirche St. Peter am Perlach gibt es die Darstellung von Maria als Knotenlöserin. Betrachten Sie das Bild und halten Sie mit Maria Gott alles Verknotete, Trennende und Belastende hin, dass ER es in Seine Gegenwart und neue Einmütigkeit wandelt.