Schmuckband Kreuzgang

Dienstag nach Ostern: Furcht und große Freude

Auferstanden – für mich!

Sonnenaufgang (c) Pfr. Walter Mückstein
Sonnenaufgang
Di 14. Apr 2020
Martina Patenge

Aus dem Tagesevangelium:

Maria von Magdala und die andere Maria haben den Mut gehabt, nach dem Grab Jesu zu schauen. Sie wurden die ersten Zeuginnen der Auferstehung.

Nun „verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.“ (Mt 28,8-10)

Anregung

Ich kann die Frauen so gut verstehen: Sie haben Festnahme, Folterung und Tod ihres verehrten Meisters und Freundes miterlitten. Unendlich trauern sie um ihn. Das alles ist doch eigentlich nicht zu begreifen. Und dann steht er auf einmal vor ihnen - nein, er kommt ihnen sogar entgegen! Wer soll das fassen? Wie mögen sie geweint und geschluchzt und ihn umklammert haben. Durchgeschüttelt von Freude und Schmerz. In diesem Moment ahnen sie in der Tiefe ihrer Seele, wen sie verloren – und wen sie wiedergefunden haben!

Mich besinnen

  • Vielleicht erinnere ich Momente aus meinem Leben, in denen Schmerz und Freude auch nah beieinanderliegen oder gelegen haben.
  • Ich schaue auf Jesus und die beiden Frauen. Spüre hinein, wie sich diese Begegnung anfühlt. Was könnten die Frauen sagen? Und was sagt Jesus?
  • Was werden sie den Männern später davon erzählen?
  • Wenn ich dabei wäre – wo wäre mein Platz? Was fühle ich? Was würde ich sagen und tun?
  • Meine Begegnungen mit dem Auferstandenen … in Liedern und Gebeten, in Gottesdiensten, in tiefen Einsichten und möglicherweise auch in inneren Bildern und Erlebnissen.

Impuls

Die durch die Geschehnisse der Kar- und Ostertage, aber auch durch die Ereignisse in dieser Welt aufgewühlten Seelen brauchen Ruhe. Vielleicht möchten Sie sich eine Weile „zu den Füßen von Jesus“ setzen und mit ihm verweilen. Tun sie es, wie Ihr Herz wünscht, und sei es mitten im Staub auf dem Weg.

In der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach gibt es dazu eine ergreifende Arie:

Sehet, Jesus hat die Hand, uns zu fassen aufgespannt. Kommt!
Wohin? In Jesu Armen.
Sucht Erlösung, nehmt Erbarmen. Suchet!
Wo? In Jesu Armen.
Lebet, sterbet, ruhet hier, 
ihr verlassnen Küchlein ihr. Bleibet!
Wo? In Jesu Armen.