Schmuckband Kreuzgang

Gefährtin / Gefährte Jesu sein

Datum:
Di. 5. Jan. 2021
Von:
Martina Patenge
Aus dem Tagesevangelium
Unter den von Johannes frisch Getauften entwickelt sich eine neue Bewegung: Jesus spricht Menschen an und bittet sie, sich ihm anzuschließen. Andreas, Petrus, Philippus sind unter den ersten. Und die werben weiter für Jesus.
"Jesus sah Natanael auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!"  (Johannes 1,47-49)
 Anregung
Immer wieder berührt mich diese Szene: Wie Jesus den Natanael erkannt hat, noch bevor er ihn gekannt hat, und schon vom ersten Blick an wusste: „Den will ich in meinem Kreis haben“. Bis heute sucht Jesus Gefährt*innen. Und genau so, wie wir uns als Kinder Gottes angesprochen fühlen dürfen, so dürfen wir uns angesprochen fühlen, Mitarbeiter*innen im Reich Gottes und Jünger*innen von Jesus werden und zu sein.
Damit ist erst einmal gar nicht irgendeine „Arbeit“ gemeint. Erst einmal muss niemand etwas machen oder tun. Erst einmal geht es um Hören und Sehen und Fühlen. Erst einmal geht es um die innige Beziehung: Jesus möchte die, die ihn suchen, in seiner Nähe haben. Er möchte mit ihnen, mit uns Gemeinschaft haben. Er möchte, dass wir Anteil an seiner besonderen Beziehung zu Gott haben. Natanael gegenüber drückt er es in einem sprachlichen Bild aus: „Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst noch Größeres sehen…Amen, amen ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“ (Johannes 1,50.51)
Natanael und mit ihm alle, die Jesus folgen, können bei Jesus die besondere Nähe zu Gott erkennen und erspüren. Wir dürfen auf Jesus schauen, zu ihm hinspüren und dadurch einen Blick „in den Himmel“ werfen… so gut wir Menschen mit unserem Verstand und Gemüt das eben können. An Weihnachten mit dem Blick auf das neugeborene, schutzlose Kind ist das sogar ziemlich leicht, wie auch die alten Dichter der Weihnachtslieder zeigen.
Und die „Arbeit“ mit und für Jesus, für das Reich Gottes? Da halte ich mich an Martin Luther: „Wem das Herz voll ist, dem fließt der Mund über.“ Oder die Hände, die Ideen, die Engagements für Gott und die Welt…
Zum Nachsinnen
  • Ich stelle mir die Szene vor, wie Jesus den Natanael unter dem Feigenbaum sieht und ihn anspricht.
  • Wenn ich dort sitze und Jesus mich aufruft: Was geht in mir vor?
  • Natanael fließt das Herz über: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel.“ Wie sind meine Worte? Oder was würde ich dann am liebsten tun?
  • Vielleicht kann ich gerade nichts von all dem fühlen? Auch das darf sein, wie es gerade ist.
  • Sprechen Sie über alles, was sie jetzt bewegt, mit Gott/ mit Jesus Christus.
Impuls
Sie sind Gefährte, Gefährtin von Jesus! Schreiben Sie sich dieses Wort – oder in Ihrer eigenen Formulierung – auf einen Zettel und nehmen diesen immer wieder zur Hand. Damit sie diese wunderbare Auszeichnung in- und auswendig lernen können.
Zum Anhören und Mitsingen
Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (GL 247)