Schmuckband Kreuzgang

Impuls aus den Tagestexten

Datum:
Sa. 12. Dez. 2020
Von:
Martina Patenge
Feuer und Flamme für den Herrn
Aus dem Tagesevangelium  
Direkt nach der Verklärung „fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er zu ihnen von Johannes dem Täufer sprach. "  (Mt 17, 10-13)
Anregung
Feuer und Flamme für den Herrn! – so einer war der Prophet Elija. Eine durchaus zwiespältige Gestalt. Einerseits nicht sehr wählerisch, um für seinen Herrn zu streiten. Andererseits, in seiner dunkelsten Stunde, ist er sterbensmüde. Aber: Der Herr will nicht das große Krachen und Donnern. Er kommt zuweilen eher leise und zart; im „verschwebenden Schweigen“ hat es Martin Buber genannt. Das war Elija eine Lehre!
Im späteren Judentum wurde erwartet, Elija werde in der Endzeit wiederkommen, „um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten“. Deshalb die Frage der Jünger an Jesus.
Und wie reagiert er? Natürlich kennt Jesus diese alte Erwartung. Aber er nimmt sie nicht wörtlich. Sondern sagt: Der, der die neue Welt Gottes ankündigen sollte, war doch schon da. Der „Elija“, auf den alle warten, kam in Gestalt des Propheten Johannes. Auch Johannes war Feuer und Flamme für Gott. Auf ihn haben viele gehört und sich taufen lassen – dennoch war sein Erfolg für ihn tödlich. Jesus deutet es auf sich hin: Auch ihm wird es so ergehen.
Das neue Reich Gottes, die sehnsüchtig erwartete neue Welt, hat auch eine herbe Seite. Es setzt sich nicht so locker und leicht durch. Der Weg dorthin ist nicht ohne Mühe. Er kann gefährlich werden. Feuer und Flamme für Gott zu sein ist auch anstrengend und fordernd.  Entscheidend bleibt die Treue. Hören auf die lauten und leisen Töne Gottes. Warten und offen sein.
Zum Nachsinnen
  • Kenne ich das, Feuer und Flamme für den Herrn zu sein? Ich spüre dem nach.
  • Kenne ich auch die mutloseren Momente in meinem Glaubensleben? Vielleicht fällt mir eine solche Situation ein. Was hat mir geholfen?
  • Ich schaue auf Jesus. Er hat nicht aufgegeben, obwohl er ahnte, dass sein Leben gefährdet war. Was löst das in mir aus?
  • Ich bitte um den Mut, mit Jesus an meiner Seite auch in meinem Glauben weiterzugehen.
Impuls
„O Herr, wir warten auf dich!“ - nehmen Sie den Refrain des Liedes mit in Ihren Tag.
O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu (GL 233)