Schmuckband Kreuzgang

Impuls aus den Tagestexten

Erkannt oder durchschaut?

Datum:
Mo. 7. Dez. 2020
Von:
Dr. Bernhard Deister
Zu Jesus gehören führt weiter
Aus der Tageslesung
Mit 7 verschiedenen Bildern wird uns im Johannes-Evangelium vor Augen geführt, wer Jesus für uns ist – jeweils eingeleitet mit der Aussage „Ich bin…“. Heute:
"Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich…"  (Joh 10,14)
Anregung
Das Bild von Hirt und Schaf kann Widerstände in uns hervorrufen: wir wollen nicht belämmert sein und nicht wie Schafe in einer Herde dahertrotten und auf der Schlachtbank landen. Bevor Jesus das Bild des Hirten benutzt, der sich für seine Schafe einsetzt bis zur Lebenshingabe, sagt er in Johannes 10,10 was sein Ziel für uns dabei ist: Leben in Fülle.
Im Bild des Hirten, der seine Schafe alle kennt und dessen Schafen die Stimme des Hirten aus allen anderen Stimmen heraushören und kennen, sagt Jesus uns zu, dass es ihm um unser Wohl und nicht um unsere Wolle geht. Er will unser Bestes und dieses liegt gerade darin, einander zu kennen.
Und dieses Kennen hat nichts mit einem Durchschauen oder gar Bloßstellen zu tun. Es ist ein aufeinander achten und hören, das den Anderen in seiner Besonderheit und seinem So-sein schätzt und bewahrt. In diesem Sinne auf die Stimme Jesu, des guten Hirten, zu hören, führt weiter – hin zu einem Leben in Fülle -  und beschränkt nicht auf Mitblöken in einer Herde.
Mich besinnen
  • Was löst das Bild vom guten Hirten, der mich kennt, so wie ich bin, in mir aus?
  • Wo/wie gelingt es mir, die Stimme Jesu aus den vielen Stimmen in mir und um mich herum herauszuhören?
  • Welche Erfahrungen, die ich mit Jesus gemacht habe, kommen mir in den Sinn, wenn ich höre, dass ich ihn kenne?
Impuls
Ich kenne die Meinen und die Meinen kenne ich – unter diesem Wort Jesu könnte ich mich heute 5 Minuten vor einen Spiegel stellen und Jesus bitten, dass Er mich mich so anschauen und erkennen lässt, wie Er mich kennt – und liebt.
Lied zum Anhören und Mitsingen/-beten
"Mein Hirt ist Gott der Herr" (Gotteslob Nr. 421)