Schmuckband Kreuzgang

Jesus - anspruchsvoll!

Datum:
Fr. 5. März 2021
Von:
Martina Patenge
Aus dem Tagesevangelium
„Als die Hohepriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie suchten ihn zu ergreifen; aber sie fürchteten die Menge, weil sie ihn für einen Propheten hielten.“  (Mt 21,45-46)
 
Anregung
Gleichnisse und Beispielerzählungen sind Augenöffner. Sie sind unterhaltsam, ich höre gerne zu, bin gut unterhalten – und werde ganz nebenbei auf eine wichtige Sache aufmerksam gemacht. Jesus gehört zu den großen Lehrmeistern, der genau deshalb auch Gleichnisse erzählt. Er will verstanden werden. Er will Wichtiges sagen. Auch auf Fehler hinweisen. Und so ganz nebenbei fühlen sie diejenigen angesprochen, die er gemeint hat.  
Jesus meint zunächst tatsächlich die Hohepriester und Pharisäer. Sie verteidigen – durchaus erst einmal zu Recht – ihre Regeln und bewährten Verhaltensweisen. Was jahrhundertelang gegolten hat, will ein herumziehender Straßenprophet für unwirksam erklären? Ganz ehrlich: das wäre und ist heute nicht anders. Wir empören uns auch darüber, wenn jemand mit einer solchen selbstbewussten Haltung auftritt und für ungültig erklärt, was uns heilig ist. Es gibt ja schon Aufschreie, wenn Menschen innerhalb der Institution Kirche mit prophetischer Weitsicht auf Missstände aufmerksam machen.
Pharisäer-Bashing kann deshalb nicht das Ziel sein. Denn Jesus spricht immer auch „für alle“. Alle, die in seinem Namen leben. Es geht um die eigene Entschiedenheit und die eigenen engen Grenzen. Mit seinen Gleichnissen und Erzählungen stellt er jedem die immer neuen unangenehmen Fragen: Wie sieht es aus mit deiner Selbstgerechtigkeit? Wie entschieden bist du „für ihn“? Letztlich ist es die Frage: Glaubst Du?

Impuls zum Nachsinnen
  • Wenn ich einmal kritisch darüber nachsinne: Welchen Platz räume ich Jesus wirklich ein in meinem Leben?
  • Wie ist es, wenn ich auf die angenehmen und tröstlichen Jesus-Worte blicke: Ich bin die Tür – Ich bin das Brot des Lebens – Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – etc.?
  • Und wie ist es, wenn ich auf die schwierigen und fordernden Jesus-Worte blicke: So sollt ihr beten: Dein Wille geschehe – Nicht siebenmal, sondern siebzig mal sieben mal sollst du vergeben – Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher ein in Gottes Herrlichkeit – etc.?
  • Ich kann mit Jesus über alles sprechen, was mir in diesem Zusammenhang durch Kopf, Herz und Bauch geht. Er hilft mir zu mehr Klarheit – und auch zu wachsender Entschiedenheit.
Nachklingen lassen
Meine engen Grenzen  (GL 437)