Schmuckband Kreuzgang

Mitten unter euch

Datum:
Sa. 2. Jan. 2021
Von:
Martina Patenge
Aus dem Tagesevangelium
„Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren“.  (Johannes 1, 27)
Das antwortet der Täufer Johannes den fragenden Abgesandten der Priester und Leviten. Zu Recht wollen diese wissen, wer er wirklich ist. Ob er vielleicht der Endzeitprophet ist, auf den sie seit Jahrhunderten  warten. Und warum er plötzlich auf die Idee kommt, die Leute in Scharen zu taufen.
Anregung
Hunderte von Menschen stehen bei Johannes am Jordan Schlange, um getauft zu werden. Geduldig oder ungeduldig warten sie, bis sie dran sind. Versprochen ist ihnen die Vergebung der Sünden.  Was mögen sie sich dabei erhofft haben? Vielleicht sehnen sich manche danach, frei zu sein von belastenden Erlebnissen, ein reines Gewissen zu bekommen, einen Neuanfang machen zu können. Aber dann macht sich in dieser Menge der wartenden Männer auf der einen Seite plötzlich Unruhe breit: „Habt ihr das gehört?  Unter uns ist noch einer, der noch wichtiger ist? Man munkelt, dieser sei der Messias? Wo? Wo ist er? Wer ist es?“ Auch die Frauen auf der anderen Seite stelle ich mir so vor, wie sie sich umschauen, einander kritisch in die Augen schauen und genauso fragen: Wer ist es? Wo ist er?
„Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt“ – ist bis heute wahr. Wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind, ist Jesus Christus anwesend: In unseren Gebeten, in der Eucharistie, in unserer Sehnsucht, in der Suche jedes Menschen nach dem Leben… Wir begegnen ihm auch in allen Notleidenden, Suchenden, Heimatlosen. Wir begegnen ihm, wenn wir ihn suchen. Mitten unter uns. Wir haben also reichlich Gelegenheit dazu!
Zum Nachsinnen
  • Ich stelle mir die Szene am Jordan vor. Wie Johannes im Wasser steht und die Leute untertaucht. Wie sie warten, bis sie endlich dran sind. Was mögen sie erhoffen? Was brauchen sie?
  • Dann stelle ich mir vor, dass ich dabei bin. Wo stehe ich? Bin ich mittendrin, oder eher am Rand? Was fühle ich? Was geht in mir vor?
  • Möchte ich den, den ich (noch) nicht so richtig kenne, mehr kennenlernen?
  • Und was könnte ich dafür tun?
Impuls
Für heute – und für jeden Tag des neuen Jahres geeignet: Erinnern Sie sich immer wieder an das Wort: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt“ – Sie können IHN immer mehr kennenlernen.
Zum Anhören und Mitsingen
Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten 
Lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.
Christus, dein Licht verklärt erstrahlt auf der Erde
und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.  (GL MZ 841)