Schmuckband Kreuzgang

Mittwoch: Damit sie eins sind

Hineingenommen in Gott

Mi 27. Mai 2020
Dr. Bernhard Deister

Aus dem Tagesevangelium:

Am Abend vor seinem Tod wendet sich Jesus im Kreis seiner Jünger(*innen) an Gott, den Vater, und vertraut IHM das Erbe seines Wirkens – bis in Tod und Auferstehung hinein – an. In diesem Herzensgebet bittet er für uns und alle um Gottes Beistand:

„Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.“ (Joh 17,6.11b)

Anregung

Das Kostbarste, was Jesus uns offenbart hat, ist der Name Gottes. Im Judentum ist der Name Gottes für den Menschen unaussprechlich. Im Namen ist das ganze Wesen enthalten und der Name verschafft Zugang und Macht.

Der Name Gottes, wie Jesus ihn uns offenbart, ist Vater – darin liegen Wesen und Plan Gottes. Er will uns ganz Vater sein – der uns das Leben schenkt, der für uns sorgt und uns erhält, der für Sicherheit, Wohlstand und Zukunft garantiert. Und darin sind wir alle eins: Kinder des einen Vater. Da gibt es kein klein und groß, kein arm und mächtig, kein besser oder schlechter. Da gibt es nur Gott den Vater und uns, seine geliebten Kinder! Und darin sind wir ganz mit Jesus verbunden, denn auch er will gar nichts anderes sein, als Sohn des einen Vater und damit Bruder einer*s jeden von uns!

Die Einheit zwischen Jesus und dem Vater ist der Heilige Geist, das Band der bedingungslosen Liebe, den wir an Pfingsten besonders ersehnen und feiern! Im Gebet Jesu sind wir alle eingeladen, uns von Seinem Geist erfüllen und führen und im Namen des Vaters bewahren zu lassen.

Mich besinnen

  • Wie ist es für mich, Jesus als meinen Bruder und Gott als meinen Vater anzusprechen? Welche menschlichen Erfahrungen mit Geschwistern und Eltern werden dadurch berührt?
  • Mit wem fühle ich mich besonders eins und verbunden, wenn ich an Gott, den Vater denke?
  • Wo erlebe ich Trennung und Spaltung – in mir, meinem Umfeld, der Kirche, der Welt? Ändert es etwas in meinem Erleben, wenn ich diese Erfahrungen mit dem Namen Gottes als „Vater“ innerlich verbinde?

Impuls

Beten Sie ganz bewusst zwei Vater unser: Beim ersten schließen sie alle und alles ein, wo sie Trennung, Spaltung, Verletzungen und einen Mangel an Einheit und Liebe spüren.

Beim zweiten Vater unser schließen Sie bewusst alle Menschen und Ereignisse ein, wo sie etwas von der Einheit, die Jesus in seinem Gebet zum Vater für uns alle erbittet, spüren oder erfahren haben.

Wenn Sie möchten, beten Sie noch ein drittes Vater unser – einfach so in Verbundenheit mit Jesus für Sie selbst und den Vater.