Schmuckband Kreuzgang

Nun freut euch, ihr Christen

Datum:
Do. 24. Dez. 2020
Von:
Martina Patenge
Aus der Tageslesung (Messe am Heiligen Abend)
„In der Synagoge von Antióchia in Pisídien stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, im Land Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt.
Dann erhob er David zu ihrem König…
Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt.“
(Apg 13,16.17.23)
Anregung                                                 
Paulus macht das sehr geschickt. Er beginnt mit „damals“ – erinnert an die lange Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Wie ihr Gott ihnen geholfen hat, als sie in Ägypten festsaßen. Was danach geschah. Paulus erinnert die Zuhörenden, wie Gott durch die Geschichte hindurch sich als treu erwiesen hat. Und wie diese Treue auf Jesus Christus hinausläuft, den Retter, von dem die Kunde allmählich in die Welt hinausgeht.
Auch heute werden ganz ähnliche Vorgehensweisen zur Bewältigung kritischer Situationen genutzt. Unter anderem durch die Frage nach Ressourcen: „Was hat denn bisher geholfen?“, kann eine solche Frage sein. Und damit könnte ein Blickwechsel angestoßen werden: Weg von der augenblicklich durch eine Krise verursachten Verkrampfung, in der sich jemand völlig hilflos fühlt. Hin zu einem vorsichtigen Blick auf die bisherigen Lebensressourcen, die in komplizierten Situationen geholfen haben. Und zu der Möglichkeit, mit neuem Mut das eigene Geschick wieder mehr in die Hände zu nehmen.
„Christ der Retter ist da“ formuliert es unser beliebtestes Weihnachtslied. Für manche eher eine rührende Geschichte. Für andere bitterer Ernst in ihren Flüchtlingslagern, in wirtschaftlichen Katastrophen, den schlimmen Folgen der Pandemie und all dem, was Menschen das Leben schwermacht. 
Nein, wir feiern nicht das bitterste Weihnachten seit dem Krieg! Das ist Unsinn. Zumindest für Christenmenschen. Dieses Weihnachten ist in den äußeren Umständen für viele anders, ungewohnt, auch einsamer. „Christ, der Retter ist da“ war aber nie die Geschichte einer romantischen stillen Nacht, sondern schon immer der Heilsruf in alle Wunden des Lebens und der Welt: „Herr, wir haben dich so ersehnt – aber du bist da“.
In dieser Nacht erinnern wir uns besonders daran, wie Gottes Heilsgeschichte mit Jesus eine Wendung nahm. Wie Gott durch Jesus das Leben mit uns lebt und teilt. Wie das für heute und immer gilt. Und plötzlich ist die Geburt von Jesus nicht mehr nur eine Erinnerung an „damals“, sondern wirkt ganz aktuell. Sie kann sich jetzt und hier im Herzen abspielen: Ja, ich glaube, ich spüre, dass „Gott rettet“. Das bedeutet sein Name „Jesus“.
Und darüber freue ich mich!
Zum Nachsinnen
Wenn Sie heute etwas Zeit für sich nehmen können, spüren Sie doch der Frage nach:
  • Was bedeutet mir der Heilige Abend? Welche Erinnerungen werden wach – die ja auch zum Leben gehören. Sind es schöne Erinnerungen, oder ganz andere? Ich kann sie alle aufsteigen lassen und an der Krippe ablegen.
  • Worüber freue ich mich an diesen weihnachtlichen Tagen?
  • Kommt vom Trost dieser heiligen Nacht etwas in mir an?
  • Was möchte ich Gott/ Jesus Christus gerade heute sagen?
Impuls
Genießen Sie die Vorbereitungen und all das, was für Sie zum Heiligen Abend dazugehört. Machen Sie es sich schön, auch wenn vieles vielleicht „ganz anders“ ist. In der Freude liegt ein heiliger Segen.
 Zum Mitsingen und Nachhören
Nun freut euch, ihr Christen (GL 241)