Schmuckband Kreuzgang

Ostersonntag: Osteraugen

Auferstehung heute

(c) Pfr. Walter Mückstein
So 12. Apr 2020
Dr. Bernhard Deister

Aus dem Osterevangelium:

Die Frauen gehen zum Grab, um den Leichnam Jesu zu salben. Da erscheint ihnen ein Engel und verkündet ihnen das Unglaubliche: Das Grab ist leer und Jesus lebt!

"Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude  und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt!  Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht!  Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen  und dort werden sie mich sehen." (Mt 28,8-10)

Anregung

Die Coronakrise mit ihren Einschränkungen – wer hätte vor 3 Monaten daran gedacht?!?

Ein Ende der Einschränkungen – ein Leben in freier und unbesorgter Begegnung ohne Angst vor Ansteckung?!? Kaum vorstellbar an einem Ostern, das Familien und Gemeinden getrennt und so viele ganz alleine feiern müssen.

Die Auferstehung Jesu hat alles auf den Kopf gestellt – nicht der Tod, nicht der Virus, sondern Gott und das Leben haben das letzte Wort – auch heute!

Der verstorbene Aachener Bischof Klaus Hemmerle hat das so ausgedrückt:

„Ich wünsche uns Osteraugen, die im Tod bis zum Leben sehen,
in der Schuld bis zur Vergebung, in der Trennung bis zur Einheit, 
in den Wunden bis zur Heilung.

Ich wünsche uns Osteraugen, die im Menschen bis zu Gott, 
in Gott bis zum Menschen, im ICH bis zum DU
zu sehen vermögen.

Und dazu wünsche ich uns alle österliche Kraft und Frieden,
Licht, Hoffnung und Glauben, dass das Leben stärker ist als der Tod.“

Mich besinnen

Wo erlebe ich in diesen Tagen der Einschränkung und Bedrohung etwas von dem Leben, das stärker ist als alle Grenzen?

Wo gibt es in meinem Leben Auferstehung?

Wem kann und will ich davon erzählen – wie die Frauen den Aposteln?

Impuls

Zünden Sie eine neue Kerze an und schauen Sie mit Osteraugen auf sich, die aktuelle Situation, die Menschen, die Welt – offen dafür, im Menschen bis zu Gott und in Gott bis zu den Menschen und vom ICH bis zum DU zu sehen.