Schmuckband Kreuzgang

Samstag: Gott ist unsere Zuflucht

Auf ihn dürfen wir hoffen

Sa 28. Mär 2020
Dr. Bernhard Deister

Aus dem Antwortpsalm:

Die ganze Breite unserer menschlichen Erfahrung wird in den Psalmen im Gebet ausgedrückt. Im heutigen Antwortpsalm ruft der Beter in einer Situation der Verfolgung zu Gott:

"HERR, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; * hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich, /
damit niemand wie ein Löwe mein Leben zerreißt, * mich packt und keiner ist da, der rettet!"
 (Ps 7,2-3)

Anregung

Wir werden nicht wie der Psalmbeter von einem anderen Volk verfolgt, aber die Bedrohung durch den Coronavirus und die damit verbundenen Ängste stehen dem in nichts nach. Die Bilder aus Krankenhäusern weltweit sind erschreckend. Die Bedrohung ist ein unsichtbarer Feind, dem wir uns ausgeliefert fühlen und vor dem wir uns schützen müssen – immer verbunden mit der Angst, darin hilflos und allein zu sein. Der Psalmist erlebt Gott als seinen letzten Halt, zu dem er sich flüchten kann und der ihm die Gewissheit schenkt, nicht allein zu sein, sondern gerettet zu werden.

Mich besinnen

Was löst die aktuelle Situation bei uns in Deutschland und weltweit bei mir aus?

Wo und in was fühle ich mich bedroht?

Zu wem kann ich mich flüchten?

Wer/was trägt mich in diesen erschütternden Tagen?

Wo und wie erfahre ich Gott und meinen Glauben als Halt?

Viele Menschen im Gesundheitswesen sind für die Erkrankten da – für wen/ was bin ich in diesen Tagen dankbar?

Impuls

Sie können Ihr Erleben Gott gegenüber offen ausdrücken – Ihre Ängste und Sorgen, Ihre Sehnsucht aber auch Ihren Dank. Schreiben Sie Ihren Psalm, in dem Sie all das festhalte – so wie es Ihnen heute ganz konkret geht.