Schmuckband Rad

Einladung des Bischofs von Mainz zu den Exerzitien im Alltag

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?

Um das herauszufinden, lade ich Sie zu einem gemeinsamen pastoralen und geistlichen Weg ein. 2030 wird unsere Kirche in vielerlei Hinsicht eine andere sein. Dabei wünsche ich mir, dass wir immer mehr eine Kirche des Teilens werden. Diese Exerzitien im Alltag möchten Ihnen dazu geistliche Impulse geben.

Viele engagierte Christinnen und Christen sind von unserer Kirche enttäuscht und sehen ihre Entwicklung in diesen Tagen mit Sorge. Sie fragen sich, ob das noch ihre Kirche ist, mit der sie in eine ungewisse Zukunft gehen wollen. Gerade auf diesem Hintergrund erhoffen wir uns von dem Pastoralen Weg auch eine gute Entwicklung und Erneuerung unserer Kirche. Dies kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam zuversichtlich aufbrechen.

Bevor in diesen Exerzitien die vier Aspekte des Teilens in den Blick kommen, die ich in meinem Hirtenbrief 2019 näher beschrieben habe, sind Sie eingeladen, dem nachzuspüren, was es für Sie / für uns bedeuten kann, hier und heute Kirche zu sein.

Gemeinsam unterwegs sein, Leben, Glauben, Ressourcen miteinander teilen, Jesus erkennen und Verantwortung übernehmen in Gemeinde, Pfarrei und Bistum: das sind dann die Themen der Wochen 2 bis 5. Sie werden gebündelt in der Erfahrung der Jünger von Emmaus. „Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.“ (Lk 24,35)

Die Lebenshingabe Jesu für uns (symbolisiert im gebrochenen Brot) kann auch uns zum miteinander Teilen befreien und ermutigen. Auch für uns wird Jesus immer wieder gegenwärtig und erfahrbar, wo immer wir bereit sind zu teilen. Frei nach Matthäus 25,40: Was ihr mit einem meiner geringsten Schwestern und Brüder geteilt habt, das habt ihr mit mir geteilt. So hat es ja auch der heilige Martin erfahren, der Patron unseres Bistums Mainz.

Ich lade Sie nun ein, sich Zeit zu nehmen, all dem Tag für Tag nachzuspüren, damit zu beten und sich mit anderen darüber auszutauschen. Vielleicht leuchtet dann etwas davon auf, wie wir heute und 2030 unser Christsein leben wollen und können.

Ihr Bischof
                          + Peter Kohlgraf

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