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Niemand ist vergessen

An Allerheiligen und Allerseelen erinnern die vielen brennenden Kerzen auf den Friedhöfen daran, dass unsere Verstorbene nicht vergessen sind. In seinem Impuls für Antenne Mainz spricht Sven Herget über die christliche Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und das Leben bei Gott weitergeht. Die Lichter werden so zu einem Zeichen der Erinnerung, des Trosts und der Hoffnung.
Grablichter am Friedhof
1. Nov. 2026

„Kirche“ vom 01.11.2026 | ANTENNE MAINZ

Hallo, ich bin Sven Herget von der katholischen Kirche.

Spätestens seit der Zeitumstellung letzte Woche, ist es draußen wieder ganz schön früh dunkel. Wenn ihr in diesen Tagen an einem Friedhof vorbeikommt, ist der in ein warmes, rötliches Licht getaucht. Viele kleine Kerzen brennen da. Was ein Kontrast zur Dunkelheit!

Es sind Kerzen, die Menschen angezündet und aufs oder ans Grab ihrer Verstorbenen gestellt haben. Hunderte von Lichtern sind es. Die da brennen, jetzt in diesen Tagen. Ein schönes Bild. Hinter dem aber mehr steckt. Denn diese Kerzen zeigen: Du bist nicht vergessen. Wir denken an dich. Du warst ein Teil in unserem Leben und jetzt vermissen wir dich, hier bei uns.

Die Kerze steht auch für Hoffnung, dass mit dem Tod das Leben nicht vorbei ist. Dass nicht das Dunkle siegt, sondern es ein Leben gibt bei Gott. Hell, warm, glücklich, befreit von Sorgen und Gebrechen, davon sind gläubige Menschen überzeugt.

Ja, daran denke ich, wenn ich so das Lichtermeer auf den sonst eher dunklen Friedhöfen sehe – jetzt an Allerheiligen und Allerseelen.

Ihr seid nicht vergessen. Das gilt für die Heiligen, also die, die Kirche als Vorbilder im Glauben sieht, und auch alle anderen Menschen, wie den Nachbar, die Großtante, den Onkel oder die Eltern. Sie alle sind nicht vergessen: Ist das nicht ein tröstlicher Gedanke?

 

Sven Herget, katholische Kirche, für Antenne Mainz.