Innehalten

Sonnenaufgang in den Bergen (c) CS

Anderswunsch

Weihnachten und die Zeit um den Jahreswechsel ist die Zeit der Wünsche. Zuerst die der Wunschzettel und Geschenke unterm dem Weihnachtsbaum, dann die Zeit der Neujahrswünsche. Alles Gute, Glück und Segen, Erfolg, Gesundheit. Das Leben wird dennoch Höhen und Tiefen haben. Gelingen und Scheitern wird sich abwechseln.

Die Wünsche spiegeln,  was für uns wichtig ist.  Besitz. Prestige. Geliebtwerden. Kein Leid zu spüren, nicht trauern zu müssen, nichts loszulassen...

Drei so ganz andere Wünsche in den "Offenbarungen der göttlichen Liebe" von Juliana von Norwich haben mich vor Weihnachten stutzig gemacht. Sie wünsche sich drei Wunden, die Wunde der Reue, des Mitleids und die Wunde der willentlichen Sehnsucht nach Gott. Ich stelle es mir vor und meditiere es seither, ganz angefüllt mit dem Licht aus der Höhe zu sein und tatsächlich, in diesem Moment hat kein einziger eigener Wunsch noch Platz. Und trotzdem wird es nicht eng, sondern weit und hell und einfach und großzügig. Weil Gott so groß und weit ist.

Du führst mich hinaus ins Weite, Gott. Und Glück und Segen liegen in allem, was geschieht, Höhen und Tiefen, Gelingen und Scheitern. Es ist wie ein Lachen, wie eine Freude über allem.

Haben Sie Gott im Herzen. Und den Himmel über Ihrem Leben.

Januar 2020