Osterfeuer: Tradition bewahren – Schöpfung schützen

Gefahren für Wildtiere
Osterfeuer haben eine lange Tradition, sind aber für Wildtiere nicht ganz ungefährlich, wie Nadine Gerstenberger von der Wildtierhilfe Rhein-Nahe e.V. erklärt: „Je naturnaher ein Holzhaufen aufgeschichtet wird, desto mehr Tiere nutzen diesen auch als Unterschlupf. Wird dann das Feuer entfacht, können sich diese Tiere nicht mehr in Sicherheit bringen und sterben an Rauchvergiftungen oder schweren Verbrennungen.“ Die Empfehlungen der Wildtierhilfe, um die Tiere zu schützen, lauten:
- Holz so spät wie möglich aufschichten, damit Tiere den Ort nicht als Unterschlupf annehmen
- Kurz vor dem Entzünden umschichten, damit die Tiere gestört werden und den Unterschlupf verlassen
- Ist das Umschichten nicht möglich, manuelle Kontrolle, ob noch Tiere im Holzhaufen sind
- Abstand zu Hecken und Bäumen einhalten
So handhaben es Pfarreien im Bistum Mainz
Eine Möglichkeit, Wildtiere zu schützen, zeigt Pfarrer Thomas Catta, leitender Pfarrer der Pfarrei Auferstehung Christi Rhein-Selz: „An allen Kirchorten unserer Pfarrei, an denen wir Osternachtsgottesdienste feiern, wird das Osterfeuer in Feuerschalen auf Hartplätzen entzündet.“ Damit wird Abstand zu naturnahen Lebensräumen gehalten. Durch die Platzierung der Füße unterhalb der Feuerschale ist für die meisten Tiere das Erklettern der Feuerschalen unmöglich.
Generell sind im Bistum Mainz die Osterfeuer eher klein gehalten. Kirchorte mit zentraler Lage sind umgeben von Häusern, sodass große Feuer ohnehin an vielen Orten nicht möglich sind. So wird in St. Stephan in der Mainzer Oberstadt das Osterfeuer im Kreuzgang entzündet. In St. Ignaz und St. Peter werden die Osterfeuer im Garten entzündet. Der leitende Pfarrer im Pastoralraum Mainz-City, Thomas Winter, erklärt: „Die Feuer sind groß genug, um die Osterkerze anzuzünden. Wir machen da keine riesigen Feuer, da wir Feuerschalen benutzen. Das Holz stapeln wir erst kurz vor dem Entzünden.“ Auch im Pastoralraum Nieder-Olm fallen die Osterfeuer eher klein aus: "Unsere Osterfeuer zur Osternacht, bzw. zu den Auferstehungsfeiern sind nur ganz kleine Feuer, die in einem Feuerkorb oder in einer dafür vorgesehenen Schale angezündet werden", wurde uns aus dem Pfarrbüro von Annette Pospesch mitgeteilt.
Auch wenn die Osterfeuer aus christlicher Tradition entstanden sind, so werden diese nicht immer im kirchlichen Kontext entzündet. Gerade in Dörfern organisieren Vereine oder Jugendgruppen große Feuer, die als gesellschaftliches Ereignis dienen. Für die liturgische Bedeutung hingegen reicht ein kleineres Feuer vollkommen aus: Es dient als Symbol des Lichts, das in die Nacht getragen und verteilt wird. Dafür braucht es keine meterhohen Flammen.