Hallo, ich bin Lukas Sims von der katholischen Kirche
und ich glaube der Papst ist ein Nerd! Mein Anfangsverdacht hat sich immer mehr gefestigt: Er wurde mit weißen Sneakern und Baseballcap seines Lieblingsvereins gesichtet – den Chicago White Sox. Da dachte ich mir schon, hm, verdächtig. Aber jetzt ist es klar.
Denn Papst Leo hat im Mai ein Rundschreiben, eine sogenannte Enzyklika, veröffentlicht. Beim Lesen bin ich direkt über eine Sache gestolpert: Er zitiert Gandalf aus „Herr der Ringe“! Das gab es so noch nie!
Tolkien, der Autor vom „Herr der Ringe“-Universum, war selbst bekennender Christ. Auch wenn er nicht explizit eine Religion erwähnt in seinen Büchern, spielen viele christliche Einflüsse darin eine Rolle.
Auch wenn der Papst Gandalf nicht namentlich zitiert, übernimmt er etwas direkt aus dem Buch, und zwar: „Doch unsere Sache ist es nicht, die Welt durch alle Zeiten zu steuern, sondern in den Jahren, auf die wir beschränkt sind, zu tun, was wir können, um das Übel auf den uns bekannten Feldern auszujäten, damit jene, die nach uns kommen, einen guten Boden vorfinden.“ (Magnifica Humanitas 213)
Eine starke Botschaft: Ich muss nicht alles kontrollieren. Das kann ich auch gar nicht. Ich kann aber schauen, wie ich die Welt ein Stück besser machen kann. Mich fasziniert, der Gedanke der Nachhaltigkeit für kommende Generationen darin besonders.
Das ist, was in „Herr der Ringe“ Frodo, dem Protagonisten, motiviert. Er ist ein Hobbit – menschenähnlichen Wesen, die aber nur so groß wie Kinder werden. Tolkien lässt auch dadurch im Verlauf der Geschichte die Kleinen groß rauskommen!
Ich finde es toll, dass ich auch aus Fantasy-Geschichten, so viel mitnehmen kann für mein eigenes Leben. Und besonders freut es mich, dass Papst Leo darin auch einen tieferen Sinn sieht – den er sogar in einem offiziellen Rundschreiben zitiert.
In welches Thema oder welchem Hobby könnt ihr euch immer tiefer reingraben?
Lukas Sims, katholische Kirche für Antenne Mainz.
