Guten Morgen, ich bin Michael Tomaszewski, katholischer Pfarrer in Mainz.
Ich nutze Künstliche Intelligenz ziemlich oft. Zum Beispiel wenn ich Texte sortiere, Ideen sammle oder schnell eine Zusammenfassung brauche. Das spart Zeit. Und manchmal auch Nerven. Vielleicht geht es euch ähnlich?
KI steckt heute in vielem: Im Handy, im Auto, im Navi oder Übersetzungen. Viele nutzen sie, oft, ohne groß darüber nachzudenken. Und genau das ist spannend!
Denn KI ist kein denkender Mensch im Computer. Sie hat kein Bewusstsein, kein Gewissen, keine Gefühle. Sie wertet riesige Datenmengen aus und berechnet Antworten, die menschlich klingen. Aber sie versteht nicht. Sie glaubt nicht. Sie hofft nicht.
Man kann sich das vorstellen wie ein Navigationsgerät: Es erkennt Staus und schlägt eine andere Route vor. Hilfreich, ja, aber es entscheidet nicht, ob ich losfahre; und trägt keine Verantwortung.
Interessant wird es da, wo Menschen anfangen, von KI mehr zu erwarten: klare Antworten, Orientierung, vielleicht sogar Sinn.
Die Bibel beginnt im Johannesevangelium mit einem ganz anderen Gedanken: „Im Anfang war das Wort.“ (Joh 1,1) Also nicht die Technik, sondern Beziehung. Und dann heißt es: Dieses Wort wurde Mensch. Nicht berechenbar, aber nah, menschlich eben.
Ja, KI kann unterstützen. Aber Sinn, Hoffnung und Vertrauen lassen sich nicht berechnen. Die entstehen im echten Miteinander – zwischen Menschen. Und, für manche, auch mit Gott.
Pfarrer Michael Tomaszewski für Antenne Mainz.