„Kirche“ vom 05.04.2026 ANTENNE MAINZ
Guten Morgen, ich bin Hans-Peter Weindorf, Pfarrer aus Mainz.
Es gibt Dinge, die können wir Menschen nicht machen. Darauf haben wir keinen Einfluss. Noch nicht! Gott sei Dank!
Da sind die vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die sich Jahr für Jahr abwechseln. So genießen viele Menschen, wenn sie nicht gerade gegen bestimmte Pollen allergisch sind, im Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen. Und, siehe da, mit einem Mal tauchen aus dem fast noch winterlichen Boden die ersten bunten Blumen auf. Schneeglöckchen, Krokusse, mittlerweile kommen schon die Tulpen und fangen langsam an zu blühen.
Das Leben lässt sich nicht aufhalten! Und damit sind wir bei dem heutigen Fest: Ostern - das „Fest des Lebens“. Ostern erzählt davon, dass der Tod und alle todbringenden Mächte nicht das letzte Wort zu sagen haben. Mit seinem schmählichen Tod am Kreuz ist die Geschichte des Jesus von Nazareth nicht zu Ende.
Ist das zu fassen? Ist das zu begreifen? Nein, das ist es nicht! Gott ist nicht zu fassen. Genauso wenig wie die Wunder der Natur zu fassen sind, die wir in diesen Tagen wieder neu entdecken können, wenn es grünt und sprießt und blüht.
So vieles in unserer Welt spricht eine andere Sprache: so viele kriegerische Auseinandersetzungen bringen Tod, Zerstörung und Unheil über Länder und Menschen. Das Osterfest, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, setzt gerade in diesen trostlosen Tagen einen anderen Akzent: Gott will, dass wir leben. Und er will, dass wir dem Leben dienen und das Leben schützen und fördern. Gerade dort, wo es bedroht ist. Das ist die Hoffnung und der Glaube, aus dem wir Christinnen und Christen leben und allen Todesboten entgegentreten.
Der auferstandene Christus gibt seinen Jüngern und uns allen ein Wort mit auf den Weg, das uns begleiten und beflügeln soll. Er sagt: „Friede sei mit Euch!“ Diesen österlichen Frieden, Shalom und Salam, wünsche ich uns allen.
Pfarrer Hans-Peter Weindorf für Antenne Mainz
