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Völlig losgelöst – und doch ganz hier

astronaut
14. Mai 2026

Pastoralassistent Lukas Sims spricht in seinem Radioimpuls für Antenne Mainz über seine Faszination für Raumfahrt und den Ohrwurm „Major Tom“ – und schlägt den Bogen zu Christi Himmelfahrt. Er sagt, das Fest erzähle von Aufbruch, Abschied und der Hoffnung, dass Jesus bei Gott ist und dennoch verbunden bleibt. Himmelfahrt bedeute für ihn, nicht wegzuschauen, sondern die Welt mit neuer Perspektive hier auf der Erde zu sehen.

„Kirche“ vom 14.05.2026 ANTENNE MAINZ

Hallo, ich bin Lukas Sims von der katholischen Kirche.

 

Seit einem Monat habe ich einen Ohrwurm von Major Tom von Peter Schilling. Ein Klassiker. Und seit der Artemis 2 Mission geht mir der Song nicht mehr aus dem Kopf. Den Refrain kennt ihr wahrscheinlich: „Dann hebt er ab und völlig losgelöst, von der Erde, fliegt das Raumschiff, völlig schwerelos…“

Vier Menschen in einer Kapsel, um den Mond herum. Das erste Mal seit 54 Jahren, dass Menschen so weit ins All geflogen sind. Ich habe die Berichterstattung verfolgt. Der Start, mit der riesigen Rakete, die sich langsam vom Boden löst. Wenn ich da so die Rakete ins Weltall fliegen sehe, kommt mir eben dieser Song in den Kopf und ich bekomme Gänsehaut.

Als Kind wollte ich Astronaut sein. Dieser Moment, wenn ich zum Himmel schaue und mich frage: Was ist da oben eigentlich?

Für mich ist ein Teil der Antwort auf die Frage der heutige Tag: Christi Himmelfahrt. Für viele erstmal ein freier Tag, vielleicht Vatertagsausflug. Aber der Name steckt schon drinnen: Himmelfahrt. Aufstieg, Aufbruch, losgelöst.

Die Geschichte dahinter: Jesus verabschiedet sich von seinen Jüngern. Er hebt ab – bildlich gesprochen. Und seine Freunde stehen da, schauen nach oben und stauen. Wie ich beim Raketenstart. Kann ich mir das wirklich so vorstellen? Jesus wie eine Rakete, die ins All fliegt?

Ich denke nicht ganz. Aber das Gefühl dahinter, das ist ähnlich: Jemand bricht auf zu etwas Größerem. Etwas, das wir von hier aus nicht mehr sehen können. Und wir bleiben zurück mit einer Mischung aus Staunen, ein bisschen Wehmut und der Frage: Kommt er wieder zurück?

Die Jünger bekamen damals eine Antwort, die sich seltsam anfühlt, aber irgendwie auch tröstet: „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?", hat ein Engel zu ihnen gesagt. Macht weiter. Hier, auf der Erde.

Die Artemis-Astronauten sind sicher gelandet. Mission erfüllt. Und sie kommen zurück mit Bildern, Daten, Erfahrungen und vermutlich einem völlig veränderten Blick auf diesen kleinen blauen Planeten da unten.

Himmelfahrt bedeutet für mich damit: Nicht wegschauen von der Erde, sondern neu hinschauen. Mit veränderter Perspektive. Was verbindet ihr mit „Völlig losgelöst“?

 

Lukas Sims, katholische Kirche für Antenne Mainz.