Der Schutzpatron von Worms: Bischof Amandus

Bild-Amandusschrein-3 (c) Matthias Kirsch
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Datum:
Do. 16. Juli 2026
Von:
Rober DeTay

Man weiß nicht viel über ihn, und doch hat er die Jahrhunderte in der Erinnerung der Menschen überdauert. Was war er für ein Mensch in seiner Zeit? Was kann er uns heute noch sagen? 

Amandus von Worms

Amandus war im 7. Jh. Bischof von Worms und wurde schon damals aufgrund seiner Lebensführung als Heiliger verehrt. Über Amandus sind die Quellen sehr spärlich. Er gilt als Schutzpatron des ehemaligen Bistums Worms, sowie der Stadt Worms. Der Überlieferung nach starb er um 673.

Es waren damals unruhige Zeiten. Die Merowingischen Herrscher waren zerstritten. Anfang des 7. Jh. scheiterte die in Worms ansässige Königswitwe Brunchildis an ihren hohen Herrschaftsambitionen. Unwetter, Krankheiten, Hungernöte, hohe Kindersterblichkeit und eine geringe Lebenserwartung plagten viele Menschen. Alte Ordnungen lösten sich auf, festgefügte Systeme brachen zusammen.

Bischof Amandus war ein Mann, der in Zeiten des Umbruchs Orientierung und Sicherheit vermittelte. Er war bekannt für seine Bescheidenheit, ein gütiges, von Liebe und tiefem Glauben geprägten Lebens. Ein Leben, das scheinbar ohne Auffälligkeiten verläuft und doch seine Spur bei den Menschen und in der Kirche hinterlassen hat. Er war ein Hoffnungsträger für seine Mitmenschen und lebte in den Herzen der Menschen weiter.

Einer seiner Nachfolger war Bischof Ruppert, der von Worms aus mit der Christianisierung Bayerns und des Salzburger Landes begann. Er war ein glühender Verehrer des hl. Amandus und ließ dessen Reliquien von Worms nach Salzburg überführen, wo sie heute noch in der Stiftskirche St. Peter unter dem Altar ruhen.

Das Kalendarium von Kloster Amorbach aus dem frühem 11. Jh. führt Amandus als Heiligen. Um 1200 ist er auch im Ritual des Klosters Bitburg enthalten.

Der Jesuit Daniel Papebroch konstatiert 1660, dass sich Reliquienteile des hl. Amandus auf dem Hauptaltar in Worms fanden. Die Spur der Wormser Reliquien verliert sich nach dem Dombrand 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Im 19.Jh. spendete das Salzburger Bistum den hier ausgestellten linken Armknochen.

Von der Beliebtheit und Präsenz des hl. Amandus bis heute kündet die in Worms-Neuhausen stehende Amanduskirche, die Amandusgasse und ein Amandusstift. Sein Gedenktag ist der 26.Oktober.