Nur eine schmale Treppe und gedungener Gang führen in die Kühle und Ruhe der Salier-Gruft.
GRUFT DER SALIER
Ahnen des Kaisers Konrad II
Kaiser Konrad II (990 – 1039 n.Chr) war Schüler des Wormser Bischofs Burchard aus dem Geschlecht der Salier. 1906 fand man im Wormser Dom Gräber, die überraschend den Verwandten des Kaisers zugeordnet werden konnten.
So ist hier KONRAD DER ROTE beigesetzt, der 955 n.Chr. in der Schlacht auf dem Lechfeld starb. Er war der Urgroßvater Kaiser Konrads II und Schwiegersohn von Kaiser Otto dem Großen.
Geht man die schmale Treppe hinunter, gelangt man in eine kleine rechteckige Kammer, in der die Sarkophage Nr. 1 – 9 in zwei Reihen eng zueinander geordnet sind. Der Blick geht diagonal über das Feld der steinernen Sargdeckel. Man wird hineingenommen in die Gruppe von bedeutsamen Menschen. In kostbare Seide gehüllt ruhen sie hier seit mehr als 1000 Jahren in der Zuversicht, das Ewige Leben bei Gott zu erlangen.
Gedämpftes Licht und eine wohltuende Stille lösen bei uns Besuchern vielleicht Gedanken aus, die um Tod, Auferstehung und Ewiges Leben kreisen? Jeder auf seine Weise wird die Auseinandersetzung mit seiner eigenen körperlichen Endlichkeit zulassen, ablehnen oder auf später verschieben?
Im Sarkophag Nr. 9 ruht Graf Heinrich von Speyer, Vater Kaiser Konrads II. Gleitet die eigene Hand über den Sarkophagdeckel, so sind die Spuren des Spitzeisens zu spüren, die kleinen Löcher, die so belassen wurden und ein einfaches, nicht beabsichtigtes Muster ergeben. Der größere Teil des Deckels zeigt die natürlichen Vertiefungen und Unebenheiten des Steins. Beim Ertasten der Oberfläche mögen Gedanken aufkommen, wie schwierig und mühsam sein Leben gewesen sein könnte.
Neben Graf Heinrich von Speyer ist Herzogin Judith in Sarkophag Nr.8 zur Ruhe gebettet. Sie ist die Großmutter Kaiser Konrads II. Ihr Sohn Bruno und ist als Papst Gregor V in die Vatikan-Geschichte eingegangen.
Einige der Sarkophagdeckel sind mit flachen Reliefs geschmückt, bei denen eine Kombination aus Kreuzen -z.B. Andreas-Kreuz und lateinisches Kreuz- ein schönes Bild ergeben. Manche Stirnseiten der Deckel sind abgeschrägt, so dass optisch ein Halbkreis entsteht. An Sarkophag Nr. 3 sieht man diese Fläche mit Linien versehen, die sich im Deckel fortsetzen und so als eine strahlende Sonne wahrgenommen werden können.
In diesem Sarkophag ruht ein unbekannter Kleriker. Vielleicht denken wir ihn stellvertretend für uns selbst, die in den nachfolgenden Worten Freude, Trost oder Zuversicht erfahren können.
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; …Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu!“ Offb 21, 1-5