Schmuckband Kreuzgang

Der Pfarrgemeinderat Ockstadt berichtet hier auf dieser Seite über Wichtiges und Informatives aus unserer Pfarrgemeinde bzw. über die Arbeit des Pfarrgemeinderates.

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Liebe Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Jakobus Ockstadt,

ach Du liebe Zeit!! In was für eine Zeit sind wir denn gekommen?? Da berichte ich im letzten Haltepunkt über Großes Gebet, Ostern etc. und nichts von all` dem haben wir erlebt bzw. werden wir erleben. Denn seit Anfang März gehen die Uhren anders – auch in unserer Pfarrgemeinde. Keine Treffen, Veranstaltungen, Sitzungen – ja sogar die beiden großen Jubiläumsfeste vom Sportverein und vom Gesangverein Frohsinn mussten abgesagt werden, ebenso die Theateraufführungen der Theaterbühne Mäuseburg, die Blütenwanderung, Pfingstfest bei der Feuerwehr usw. Denn vorerst bis zum 31.08.2020 dürfen wegen Ansteckungsgefahr keine großen Veranstaltungen stattfinden – nebenbei bemerkt: darunter fällt natürlich auch unser Pfarrfest! 

Aber für mich persönlich war ganz schlimm der Ausfall der Gottesdienste in der Karwoche und natürlich Ostern. Kein Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und dann die Osternacht, wo die Tage der Trauer und des Fastens enden und wir alle „auferstehen“. Dies alles hat mir so gefehlt – gut, ich habe mir einige Gottesdienste im Fernsehen angeschaut – aber einen Gottesdienst in unser schönen St. Jakobus Kirche kann kein Fernsehgottesdienst ersetzen.

Wir vom Pfarrgemeinderat haben die technischen Mittel genutzt und uns am Samstag, dem 28.03.2020 per Videositzung getroffen und eine Pfarrgemeinderatssitzung gehalten und nach Lösungen gesucht. Ein ganz großes Lob geht hier an unsere Gemeindereferentin Juliane Glaum ( die uns ja leider im Sommer verlässt) die für jeden Sonntag und die Feiertage Hausgottesdienste erarbeitet hat, die dann von uns an interessierte Ockstädter, die wir vorher angerufen hatten, verteilt wurden. Auch ist in dieser Video Konferenz die Idee des “Ökumenischen Ostergrußes“ entstanden, der gemeinsam mit unserer evangelischen Pfarrgemeinde ausgearbeitet und dann von uns an alle Haushalte verteilt wurde. Aber - die Osternacht selbst wurde so wie immer gefeiert!  Es gab nämlich die Möglichkeit, dass bis zu 5 Personen mit Pfarrer Weckwerth den Festgottesdienst in der abgeschlossenen Kirche feien konnten. Neben dem Pfarrer waren dies Josef und Poldi Margraf, Jürgen Klein vom Pfarrverwaltungsrat, Raymund Hofmann vom Pfarrgemeinderat sowie Werner Bohm als Kantor und Küster. Pfarrer Weckwerth hatte für eine kleine Feuerstelle gesorgt und in dieser verbrannte er alte Palmzweige und daraus entnahm er das Licht für die Osterkerze. Danach folgten die Lesungen, das Gloria mit Glockengeläut, die Festpredigt und die Weihe des Taufwassers. Der Gottesdienst war nach eineinhalb Stunden beendet. Schön war auch, dass man am Palmsonntag die zuvor geweihten Palmzweige vor der Kirche abholen konnte sowie am Ostersonntag die kleinen Osterkerzen. An den Osterfeiertagen war unsere Kirche unter strengen Auflagen für Besucher geöffnet und wir vom PGR übernahmen die Aufsicht, damit  nicht mehr wie die vorgegebene Anzahl in der Kirche waren. Pfarrer Weckwerth hielt übrigens den Gottesdienst zu Karfreitag in Rosbach und auch einen Gottesdienst an Ostern – auch hier mit maximal 5 Personen.

Wenn einer wie ich eng mit der Kirche verbunden ist, dem fehlen halt die Festgottesdienste und auch die Gottesdienste an den Sonntagen. Aber zum Glück wurden die harten Verordnungen auch für die Kirche ab dem 04.05.2020 etwas gelockert. So fand am Sonntag, dem 03.05.2020 sozusagen ein „Probegottesdienst“  mit den Mitgliedern des Pfarrverwaltungsrates und Pfarrgemeinderates um 18.00 Uhr statt – insgesamt waren wir 20 Personen. Es ist schon sehr viel Arbeit um alle hygienischen Anforderungen zu erfüllen, damit Gottesdienste wieder in eingeschränkter Form stattfinden können. Kirche desinfizieren, für ausreichend Belüftung sorgen, Desinfektionsmittel für die Hände bereitstellen, Bänke absperren, 1,5 m Abstand abmessen, Bänke markieren, Teilnehmerlisten erstellen, denn für den Besuch der Gottesdienste sowie dem Empfang der Kommunion muss sich jeder anmelden. Hier sei einmal ein ganz großes Lob an Pfarrer Weckwerth, Werner Bohm und Raymund Hofmann ausgesprochen, denn die drei übernahmen eigentlich den größten Teil der gestellten Aufgaben –  ein Lob geht hier auch an unsere Pfarrsekretärin Gerda Margraf, die die Teilnehmerlisten telefonisch führt und in diesen Tagen noch mehr zusätzliche Arbeit hat.

Der erste Gottesdienst fand dann am Donnerstag, dem 07.05.2020 um 19.00 Uhr mit einer Maiandacht statt, wo sich 16 Gläubige trafen und Timm Schreiner in seiner Predigt erwähnte, dass heute, nach 55 Tagen zum ersten Mal die Kirche wieder für Gottesdienste geöffnet sei. Wir erlebten eine wunderschöne Maiandacht, wo Rainer Bingel die Orgel spielte und er mit Kantor Werner Bohm auch den gesanglichen Part übernahm, denn es ist den Gottesdienstbesuchern wegen der Ansteckungsgefahr ja nicht erlaubt zu singen. Am Sonntag, dem 10.05.2020, also am Muttertag, fand um 18.00 Uhr der Abendgottesdienst mit 40 Gottesdienstbesuchern statt.

Da der Redaktionsschluss für dieses Ausgabe des Haltepunktes am 11.05. gewesen ist, endet hier mein Bericht über die „Corona Zeit“. Ich schreibe ja jetzt schon einige Jahre, aber dass ich einmal über so etwas berichten muss, hätte ich nie gedacht. Ich kann es auch heute noch gar nicht so recht glauben, was wir in den zurückliegenden Wochen schon alles mitgemacht haben und bestimmt noch mitmachen müssen.

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick:

Ich denke bzw. befürchte, dass diese Einschränkungen noch das ganze Jahr über andauern werden. Aber das Schlimmste was uns noch passieren kann ist, wenn die Zahl der Infektionen wieder ansteigt, was ja für den Herbst erwartet wird. Kirchlich gesehen müssen wir kurzfristig handeln. So haben wir in unserer PGR Sitzung am 11.05.2020 im Jugendheim beschlossen, dass wir die Gottesdienste an Himmelfahrt und Fronleichnam auch in unserer Kirche feiern. Der Aufwand für einen Gottesdienst bei schönem Wetter an der Hollarkapelle oder im Schlosspark der Familie von Franckenstein ist derzeit zu groß um alle Hygieneanforderungen zu erfüllen – außerdem fehlt die musikalische Begleitung durch Musikzug und Erwachsenenschola.. Hoffen wir, dass wenigstens Wortgottesdienste, die Gottesdienste am Freitagabend sowie am Sonntagabend weiter durchgeführt werden können, wenn auch mit großen Einschränkungen. Aber - wie sage ich immer: „Hauptsach` man sieht sich widde emol in de Kirch`…“

Ich wünsche mir sehr, dass ich in der nächsten Ausgabe des Haltepunktes wieder über erfreuliche Dinge berichten kann. Unserer Gemeindereferentin Frau Juliane Glaum wünsche ich für die Zukunft alles Gute – schade, dass sie uns verlässt. Aber darüber berichtet sie ja selbst an einer anderen Stelle hier im Haltepunkt. 

Uns allen wünsche ich nun, dass wir gesund bleiben, dass keine 2. Ansteckungswelle kommt und sich in absehbarer Zeit alles wieder ein wenig normalisiert – dass wir uns wieder ganz normal zu PGR Sitzungen im Pfarrhaus treffen können, dass ich Donnerstags zur Feuerwehr gehen kann und wir wieder Montags Singstunde haben - denn mir fehlt sehr der Kontakt zu anderen – wieder mal was anderes hören oder was neues erfahren – also  „nur e bissi schwätze“ . Ich bin mir sicher, dass es vielen so geht…

In diesem Sinne: bleiben sie gesund – haaalt, da fällt mir zum Schluss noch was gaanz wischtisches ein:

eine gute Kirschenernte !!! – trotz „Corona“…..

das alles wünscht

Uli Henritzi – Mitglied des PGR Ockstadt