Viel Freude haben die Senioren im Caritashaus Maria Frieden am Spiel mit den Lichtprojektionen der Tovertafel. (c) kirchenzeitung

Lichtspiele verzaubern Senioren

Viel Freude haben die Senioren im Caritashaus Maria Frieden am Spiel mit den Lichtprojektionen der Tovertafel.
Mi 29. Jan 2020
Von Andrea Kipp

Kirchenzeitung "Glaube und Leben"

Seifenblasen platzen lassen ohne Seife. Blumen mit den Händen wachsen lassen. Licht wird im Caritashaus Maria Frieden in Gießen zum Stoff, der Senioren und Menschen mit Demenz in Atem hält. „Tovertafel“ heißt diese Erfindung.

Kognitive und soziale Fähigkeiten gestärkt

Einige Senioren stupsen einen „Ball“ auf einem Tisch hin und her, sie lachen und reden miteinander. Der „Ball“ ist eine Lichtprojektion der „Tovertafel“, einem neuen digitalen Angebot in den Altenpflegeeinrichtungen des Caritasverbands Gießen.Immer, wenn einer mit der Hand die ballförmige Lichtprojektion auf dem Tisch berührt, springt sie weg und ein anderer ist dran. Viel Freude haben die meisten, die sich um den Tisch geschart haben, auch an den Seifenblasen, die bei Berührung mit einem Plöp platzen. Das Geräusch kommt aus einem Metallkasten unter der Decke des Raums, der diese Spielmöglichkeiten hervorbringt – die „Tovertafel“, zu Deutsch: Zaubertisch. Auch Blüten, die durch Drehen immer größer werden, oder Sterne, die bei Berührung verschwinden, gehören dazu.

So wird ihr Erinnerungsvermögen geweckt

Selbst bei nicht mehr gut koordinierten Bewegungen passiert etwas auf dem Tisch. Britta Nies, Leiterin des sozialen Dienstes, ist begeistert: „Gerade an Demenz Erkrankte reagieren ganz toll auf die Spiele. Manche, die sonst eher apathisch wirken oder keine Freude an Gruppenangeboten haben, machen hier gerne mit. Sie werden aktiv und bewegen sich. Und die, die eher an innerer Unruhe leiden, konzentrieren sich und werden ruhig. So werden kognitive und soziale Fähigkeiten gestärkt.“ Eine Dame, die bei Ball-, Blumen- und Seifenblasenspielen nur ruhig zusah, rät später eifrig Sprichwörter. „Der Krug“ schreibt die „Tovertafel“ auf den Tisch und die Frau sagt: „ ... geht so lange zum Brunnen bis er bricht“. So wird ihr Erinnerungsvermögen geweckt. „Die Spiele sind sehr unterschiedlich und wir können je nach Zusammensetzung der Gruppe das Passende aussuchen“, erzählt Einrichtungsleiter Christian Jung. Das Gerät ist transportabel und kann in allen Wohnbereichen eines Hauses eingesetzt werden. Acht Spiele hat das Caritashaus Maria Frieden bisher gekauft, weitere sollen hinzukommen. Auch im Gießener Pflege- und Förderzentrum St. Anna und im Friedberger Caritaszentrum St. Bardo wurde jeweils ein Gerät angeschafft. Auch für Menschen mit Behinderung will der Verband das Gerät einsetzen.

Mitarbeitende sind bei den Spielen immer dabei

Die Senioren machen sich keine Gedanken über den therapeutischen Nutzen, sie haben einfach Freude am Spiel. Eine entdeckt zwischen den Blumen einen Schmetterling und fängt an zu singen: „Schmetterling, du kleines Ding …“. Eine andere macht ihrer Nachbarin Mut: „Du brauchst doch keine Angst zu haben!“. Betreuungsassistentin Monika Walden fragt in die Runde: „Was ist das für eine Blume?“ Immer sind Mitarbeitende bei den Spielen dabei, um zum Mitmachen anzuregen. Nach mehr als einer Stunde sind zwei der Frauen immer noch aktiv. Bewohner wie Gäste sind verzaubert von den spielerischen Lichtprojektionen des „Zaubertischs“.

Den Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 2. Februar

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