Friederike Coester (c) Friederike Coester

Wenn ein Taxifahrer Demenzlotse ist

Friederike Coester
Mi 8. Mai 2019
Kirchenzeitung/ Anja Weiffen

Kirchenzeitung "Glaube und Leben"

"MOMENT MAL": Anruf bei Friederike Coester vom Malteser Demenz-Dienst Mainz.

 

Wie als Mitarbeiter mit Menschen mit Demenz umgehen? Wenn jemand vergisst zu bezahlen oder mit dem Taxi von Mainz nach München will? Die Malteser wollen Firmen
helfen, durch ihr Projekt „Demenzlotsen für Unternehmen“.

Fragen an Friederike Coester vom Malteser Demenz-Dienst Mainz.


In Hessen gibt es das Projekt bereits. Mainz ist die erste Stadt in Rheinland-Pfalz, in der es anläuft. Wie kam es dazu?

Coester: Die 20 Malteser Demenz-Dienste in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland wollen eine positivere Einstellung zum Thema fördern. Wir sagen: Auch mit Demenz
können Menschen ein gutes Leben führen. Ein Mensch mit Demenz lehrt seine Umwelt, was er braucht. Das bedeutet: Am besten wäre es, wenn alle Menschen im Umgang mit an Demenz Erkrankten geschult wären.
Die Vision ist, dass Menschen mit Demenz dadurch so lange wie möglich selbstbestimmt
leben können.

Haben Sie ein Beispiel?

Eine ältere Frau um die 90 kam zu Hause nicht mehr zurecht und musste ins Seniorenheim. Doch nach 60 Jahren in ihrem alten Zuhause hatte sie Schwierigkeiten, ihr
neues Heim zu akzeptieren. Sie machte sich jeden Tag auf den Weg zu ihrer alten Wohnung. Das ist eine dramatische Situation, die mich beschäftigt hat. Ich dachte: Was wäre, wenn entlang dieser Strecke die Menschen, etwa beim Einkaufen oder im
Bus, über ihre Situation Bescheid wüssten und ihr helfen? Das wäre für sie ein besseres Leben. Diese Gedanken haben mich zu dem Projekt motiviert.

Wie verläuft eine Schulung zum Demenzlotsen?

Der Basis-Kurs dauert einen Tag. Es geht darum, Menschen mit Demenz freundlich, wertschätzend und geduldig begegnen zu können. Man lernt etwas über die Symptome
von Demenz und über Kommunikation. Es gibt Fallbeispiele und Infos zu Hilfsangeboten. Das Projekt wird zusammen mit dem Seniorenpflegeheim St. Bilhildis in Mainz und
dem Netzwerk Demenz durchgeführt.

Wie ist die Resonanz?

Bei einer Info-Veranstaltung kamen etwa Mitarbeitende von den Verkehrsbetrieben, von
einem Kaufhaus, einer Apotheke, einer Bücherei. Der erste Termin wird auf jeden Fall stattfinden.
Anruf: Anja Weiffen
Kurs-Termine sind:
27. Mai, 22. August, 24. Oktober.
Kontakt:
Friederike Coester, Telefon
06131 / 2 50 41 21, E-Mail:
friederike.coester@malteser.org

Den ganzen Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 12.. Mai

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