Schola

„Singt dem König Freudenpsalmen, Völker, ebnet seine Bahn“ (GL 280)….

…dieses Lied wird häufig zu Beginn der Karwoche an Palmsonntag gesungen. Es verweist auf bedeutende Lobpreisungen im alten Testament, die Psalmen. Sie wurden schon in frühester Zeit musikalisch vertont und finden ihre Verwendung auch heute noch sowohl in der jüdischen wie in der christlichen Liturgie. Früher wurden diese Texte auf Latein gesungen, so wie man sie heute noch häufig als gregorianische Gesänge in vielen Klöstern hören kann. Auch in unseren Pfarreien können wir sie jeden Sonntag in deutscher Sprache hören und singen. Sie haben einen festen Platz als Zwischengesang zwischen den Lesungen.

In unserer Gemeinde gibt es hierbei etwas Besonderes: die Schola. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorsängerrolle bei diesen und auch anderen Gesängen während des Gottesdienstes zu übernehmen. Vor über 30 Jahren hatte Pfarrer Fuhr die Schola ins Leben gerufen. Wohl aus der Not geboren, da er nicht mit einer sicheren Singstimme gesegnet war, hatte er Winfried Rihm als Leiter dieser Gruppe und einige bereitwillige Personen für diesen Dienst begeistert. Ein Dienst, der genau wie der der Messdiener, Lektoren und Kommunionhelfer seinen festen Platz in der Feier der heiligen Messe hat. Dass dies nicht alltäglich und damit tatsächlich etwas Besonderes ist, hört man immer wieder, wenn vertretungsweise ortsfremde Pfarrer den Gottesdienst übernehmen. Man sieht oft ein Staunen in ihren Gesichtern, wenn sie hören, dass Laien diesen Dienst in vierzehntägigem Rhythmus zuzüglich vieler Festtage verrichten. Diese Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit ist heute nur noch selten zu finden.

Keiner der Scholamitglieder ist speziell geschult. Es sind alles ganz normale Gemeindemitglieder, die sich wöchentlich zu einer Probe treffen. Wir haben heute noch vier Gründungsmitglieder in unseren Reihen. Paul-Erwin Metzler hatte nach dem Tod von Winfried Rihm die Leitung der Schola übernommen und über 25 Jahre inne gehabt, bis er dieses Amt im Jahr 2012 an mich abgegeben hat. Es ist schön, einer solchen Gruppe vorstehen zu dürfen, an der ich nicht nur die Zuverlässigkeit und Kontinuität schätze, sondern auch ihre ganz besondere Pflege von Gemeinschaft, in der sich keiner profilieren will und alle im Dienst der Sache handeln. So kümmert sich Anni Schultheis zuverlässig um die Noten, Paul Schultheis ist seit jeher für das Heraussuchen der tagesspezifischen Psalmen, Verse und übrigen Lieder zuständig, Claudia Vieten hat zu bestimmten Anlässen, wie z.B. Valentinstag eine kleine selbstgebastelte Leckerei dabei. Selbstverständlich kommt auch die Geselligkeit in dieser Gemeinschaft nicht zu kurz, wenn Geburtstage gefeiert, Ausflüge gemacht oder in gemütlicher Runde zum Essen geladen wird. Ab und zu wandert auch schon mal die Schnapsflasche nach getaner Probenarbeit durch die Reihen und es wird auf die Gesundheit angestoßen. Denn diese brauchen wir, haben doch die meisten unserer Sängerinnen und Sänger die 60 schon mehr oder weniger weit überschritten. Deshalb freut es uns umso mehr, dass wir vor zwei Jahren einen Neuzugang aus Essenheim verzeichnen konnten. Simone Hönig, die vor wenigen Jahren in Essenheim mit ihrer Familie ihr neues Zuhause gefunden hat, ist jüngstes Mitglied. Wir suchen dringend weitere Sänger und Sängerinnen. Nur so können wir diese wohl älteste liturgische Musik in unserer Pfarrei weiterhin in dieser schönen uns besonderen Form erhalten.

 

Die Schola St. Martin begleitet alle 2 Wochen gesanglich den Gottesdienst. Proben finden (fast) jeden Mittwoch um 18.45 Uhr statt.

  • Sommer: Kirche St. Martin
  • Winter: Haus St. Valentin

Kontakt über jede Sängerin oder Sänger:
Irmgard und Paul Schultheis, Gisela und Paul-Erwin Metzler, Claudia und Reinhold Vieten, Anni Schultheis, Simone Hönig und Anne Arend