Südseefeeling durch Ukulelen-Klänge und wunderbare Bilder von den Cookinseln empfingen die Besucher des Gottesdienstes zum Weltgebetstag der Frauen 2025. In der evangelischen Kirche in Klein-Winterheim konnten sie erleben und fühlen, warum der Titel in diesem Jahr „Wunderbar geschaffen“ lautete. Wie ein Paradies auf Erden erscheinen uns als Touristen die Cookinseln, die weit ab von allem Festland mitten im Südpazifik liegen. Traumhafte Sandstrände und eine einzigartige Unterwasserwelt, die schon beim Schnorcheln sichtbar wird, zeigen Bilder aller Reisekataloge.
Auch die ersten Verse des Psalms 139 loben und danken Gott für die Wunder der Natur und für das Leben jedes einzelnen Menschen. Doch dann kippt die Stimmung, es wird deutlich, dass die Betenden riesige Probleme quälen.
Auch auf den Cookinseln ist eben nicht alles so rosig wie es scheint. So kamen auch die Probleme der Bewohner zur Sprache, obwohl sie selbst nicht gerne darüber sprechen. Denn dort ist es verpönt, Schwäche zu zeigen. Deshalb verschweigt man auch z.B. die Problematik, die der Klimawandel für die Inseln bedeutet: äußere Atolle der 15 Inseln drohen schon jetzt unterzugehen. Zudem wirken sich die Einflüsse von Tourismus, westlicher Ernährung und Übernahme der englischen Sprache statt der ursprünglichen Maori-Sprache sehr negativ aus. Große Manganvorkommen versprechen ungeahnte finanzielle Möglichkeiten – bedrohen aber eben auch die besonders wunderbare Unterwasserwelt der Inseln. Die größte Problematik aber stellt, wie leider fast überall auf der Welt, das Thema häusliche Gewalt dar. Tabuisiert haben Frauen wenig Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. Genau da setzen Projekte der Weltgebetstagsbewegung ihre Schwerpunkte. Die Kollekten und Spenden fördern und unterstützen so z.B. das Krisenzentrum „Punganga Tauturu Inc.“. Mitarbeiterinnen besorgen Frauen auf den Cookinseln vorläufige Unterkünfte und stehen ihnen für Gespräche zur Verfügung. Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Zahlen: 5 bis 6 Frauen (bei nur 15 000 EinwohnerInnen) suchen wöchentlich Hilfe im Frauenkrisenzentrum. Es bräuchte aber eine stärkere Zusammenarbeit mit Psychologen, Gesundheitsfachkräften und der Polizei. Wichtig ist auch, dass die Frauen sich ihrer Würde bewusst werden und ihre Rechte kennen, um eine Veränderung in den kommenden Generationen bewirken zu können. Auch die Kirchen könnten sich da noch stärker engagieren. Besonders die größte Kirche auf den Cookinseln, die CICC (Cook Island Christian Church), wirkt da als Bremse.
Aus unserem Gottesdienst können 350€ Spende an das Weltgebetstagskomitee überwiesen werden und damit weltweit Projekte für Mädchen und Frauen unterstützt werden.
Ein ganz herzlicher Dank geht an das Musikensemble unter Leitung von Hanna Kinast, das mit wunderbarem Gesang und passendem Arrangement zu einem inspirierenden und berührenden Gottesdienst beitrug.
Im nächsten Jahr gestalten Frauen aus Nigeria den Gottesdienst mit dem Titel : „I will give you rest:come.“ Bis zum 6. März 2026!