Eine Wohnung oder einen Job suchen, eine Online- Bewerbung auf den Weg bringen, E-Mail-Korrespondenz erledigen: Dafür nutzen Menschen regelmäßig das PC-Café. (c) kirchenzeitung

Anschluss an die digitale Welt

Eine Wohnung oder einen Job suchen, eine Online- Bewerbung auf den Weg bringen, E-Mail-Korrespondenz erledigen: Dafür nutzen Menschen regelmäßig das PC-Café.
Mi 10. Jul 2019
Von Maria Weissenberger

Kirchenzeitung "Glaube und Leben"

Die digitale Technik ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch nicht alle finden den Anschluss an die Entwicklung. Der Verein „Neustadt im Netz“ unter dem Dach des Caritas-Zentrums Delbrêl in Mainz engagiert sich für die digitale Teilhabe der Menschen im Viertel und erhielt dafür den Ketteler-Preis 2019.

Im PC-Café ist eine Menge los

Viele Firmen erbitten Bewerbungen online, ihre Steuererklärung sollen Bürger möglichst digital erledigen, Banken locken mit gebührenfreien Girokonten, wenn sich die Kunden zum „Online-Banking“ entschließen, fast alles lässt sich im Internet bestellen ... Vorausgesetzt, man hat Zugang zu den entsprechenden Geräten und kann mit der digitalen Technik umgehen.„Jeder, der möchte, soll die Chance haben, am digitalen Wandel teilzunehmen“, sagt Carola Schilling, Vorstandsmitglied von „NiN“, wie sich „Neustadt im Netz“ abgekürzt nennt. Der kleine Verein mit seinen 18 Mitgliedern, von denen zehn aktiv sind, leis- tet eine ganze Menge, um Menschen, die es wollen, die Nutzung der digitalen Technologien zu ermöglichen. 2003 haben Besucher des damaligen Stadtteiltreffs der Caritas „NiN“ gegründet – mit dem Ziel, Bildung und Kommunikation der Menschen in der Neustadt zu fördern. Und von Anfang an spielte die neue Technik eine große Rolle in ihrer Arbeit.
„Nicht jeder hatte Computererfahrung, es ging also darum, vieles selbst zu lernen und es dann anderen beizubringen“, schildert Carola Schilling die Anfänge. Sie hat sich dem Verein angeschlossen, als sie wegen einer Krankheit lange Zeit nicht berufstätig sein konnte. „Ich suchte nach Beschäftitung und wollte mich ehrenamtlich einsetzen, weil ich etwas zurückgeben wollte“, erzählt sie. Während ihrer Krankheit habe sie so viel Unterstützung erfahren, dass sie auch anderen helfen wollte.

Wenn der Laptop das „Fenster zur Welt“ ist

Angefangen hat sie als Ehrenamtliche im PC-Café, das bis heute eine feste Größe im Caritas-Zentrum Delbrêl ist. Von montags bis freitags ist es täglich zwei Stunden geöffnet. Menschen, die zuhause keinen Computer haben, können dann beispielsweise im Internet auf Wohnungs- oder Jobsuche gehen oder Korrespondenz erledigen.Als Ansprechpartner stehen ihnen fachkundige Ehrenamtliche von NiN zur Verfügung; ein NiN-Mitglied sorgt für die notwendigen Updates (Aktualisierungen). Einmal in der Woche geht es zwei Stunden lang ausschließlich um digitale Bewerbungen. Auch viele Initiativen des Caritas-Zentrums Delbrêl nutzen das PC-Café für ihre Arbeit, zum Beispiel die „Alltagslotsen“ und die „NeuNa“ Welcomer-Lotsen – „NeuNa“ steht für „Neue Nachbarn“ und richtet sich an Menschen, die zugezogen sind. Auch der Verein „save me mainz“, der sich für Flüchtlinge engagiert, nutzt das PC-Café, beispielsweise für das Deutschlernen am PC. Mehr als 1500 Besucher zählte NiN 2018 im PC-Café.Waren am Anfang vornehmlich Kurse angesagt, um die Menschen mit dem Computer und seinen Möglichkeiten vertraut zu machen, veränderte sich der Bedarf im Lauf der Zeit: Viele bringen Erfahrungen mit, aber mit ganz unterschiedlichen Geräten und Sys-temen. „Es hat sich gezeigt, dass individuelle Beratung nötig ist“, erklärt Carola Schilling. Deshalb hat NiN 2014 eine monatliche PC-Sprechstunde eingeführt, die eine „1zu1-Schulung“ ermöglicht und sehr gut ankommt.
Da kommt zum Beispiel die ältere Frau, deren Sohn ihr einen Laptop geschenkt hat und die jetzt nicht weiß, was sie damit anfangen kann. In der PC-Sprechstunde sucht und findet sie Rat. Da kommen Menschen, deren Computer „plötzlich so langsam geworden ist“, und mit Hilfe der NiN-Berater kann die Ursache gefunden und beseitigt werden.

Den Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 14.Juli

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