Ein Studium – zwei Abschlüsse

Praktische Theologie und Soziale Arbeit – ein gutes Paar.

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So, 4. Feb 2018
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Praktische Theologie und Soziale Arbeit – ein gutes Paar. Wer beides studiert
hat, brauchte bisher 13 Semester. Mit dem Doppelstudium an der Katholischen
Hochschule in Mainz geht’s nicht nur schneller. Es hat noch andere Vorteile.

Von Maria Weissenberger

Zwei Fächer parallel zu studieren– das ist für Miriam Ritter eine echte Bereicherung: „Von den unterschiedlichen Formen des Lernens kann man nur profitieren“, meint sie. Die 20-Jährige aus dem Bistum Trier ist mit der Kirche aufgewachsen und war schon früh in ihrer Gemeinde aktiv. Deshalb wollte sie auch gern in der Kirche beruflich tätig werden,
erzählt sie. Gleichzeitig findet die Studentin es gut, dass ihr zwei Bachelorabschlüsse eine größere Flexibilität bei der Wahl eines Arbeitsplatzes eröffnen. „Ich kann nach dem Studium in der Kirche arbeiten, habe aber auch andere Möglichkeiten.“

Wichtig: Alternativen zur Arbeit in der Kirche

Das ist auch für ihre Kommilitonin Magdalena Thomas ein klarer
Vorteil. „Ich kann mir gut vorstellen, in der Kirche zu arbeiten“, sagt die junge Frau aus dem Bistum Bamberg. „Aber ich bin auch froh, dass man mit der doppelten Qualifikation in der Lage ist, unabhängig von der Kirche eine Arbeit zu suchen und zu finden.“
Die 21-Jährige war durch eine Werbeanzeige der Katholischen Hochschule (KH) Mainz auf das Doppelstudium aufmerksam geworden.
Dabei hatte es sie auch gereizt, dass sich dies in den Anfängen befindet und noch gestaltet
werden kann.

Besser parallel als nacheinander

Für die beiden Studentinnen ist die Kombination zweier Fachrichtungen, die bei der Arbeit mit Menschen eine Rolle spielen, sehr attraktiv. „Das christliche Menschenbild mit der sozialen Arbeit zu verbinden, ist mir wichtig“, sagt Miriam Ritter. Dass schon das Studium eine solche Verbindung herstellt, gefällt auch Magdalena Thomas: „Deshalb habe ich mich für die KH Mainz entschieden. An anderen Hochschulen hätte ich Praktische Theologie und Soziale Arbeit nur nacheinander studieren können.“ Ihre bisherigen Erfahrungen in Mainz bestätigen sie: „Das Studium der Sozialen Arbeit“, erzählt sie, „bringt uns, gerade durch die Arbeit an speziellen Fällen, immer wieder auf den Boden der Tatsachen.“
Während seiner Zeit als Professor für Pastoraltheologie an der KH Mainz hatte Bischof Peter Kohlgraf die Konzeption des Doppelstudiums mit angestoßen und gemeinsam mit Kollegen beider Fachgebiete entwickelt. Am Ende des ersten Semesters in dem neuen
Studiengang tauschte sich der Bischof jetzt mit Studierenden aus. Dabei waren sich die jungen Frauen und Männer einig: Besser die Praktische Theologie und die Soziale Arbeit parallel studieren, als ein Studium nach dem anderen zu absolvieren. Das Doppelstudium
eröffne ihnen zahlreiche Möglichkeiten, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen und
unterschiedliche Sichtweisen zu verknüpfen. Das Bistum Mainz, sagte Bischof Peter Kohlgraf, befinde sich auf dem Pastoralen Weg im „Zauber des Anfangs“. Es gelte, sich der Frage auszusetzen: Was ist heute der Auftrag der Kirche? Neben den Territorialgemeinden als wichtiges Standbein gerieten dabei zunehmend andere Orte kirchlichen Lebens in den Blick: Caritas, Schulen oder Kindergärten seien Orte, an denen Menschen kirchliche Erfahrungen machen. Es sei wichtig, auch jene Menschen in den Blick zu nehmen, die nicht in den Gemeinden zu finden sind, aber treu ihre Kirchensteuer
zahlen.

Größere Teams in größeren Räumen

Im Wandel der Kirche, bei dem es auch zu einem Strukturwandel kommen werde, würden sich auch die Profile der Seelsorgeberufe verändern, erklärte der Bischof. Für die größeren pastoralen Räume der Zukunft stellt er sich größere Teams vor, die mehr Arbeitsfelder
abdecken können als die bisher oft üblichen „Zweiergespanne“ aus Pfarrer und Gemeindereferentin oder -referent. In diesen personell vielfältigeren Teams könnten die Absolventen des Doppelstudiums eine echte Bereicherung sein, betonte Kohlgraf.

Den ganzen Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 27. Januar.

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