Martin Buhl (c) privat

Nicht den Bischöfen allein überlassen

Martin Buhl
Mi 15. Mai 2019
Kirchenzeitung/ Anja Weiffen

Kirchenzeitung "Glaube und Leben"

"MOMENT MAL": Martin Buhl, Mitglied des Katholikenrats und ZdK-Delegierter aus dem Bistum Mainz.

 

Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), die im Wechsel in den deutschen Bistümern stattfindet, tagte jetzt in Mainz.
Fragen dazu an Martin Buhl, Mitglied des Katholikenrats und ZdK-Delegierter aus dem Bistum Mainz.

Wie haben Sie die Stimmung empfunden?

Es war eine deutliche Aufbruchstimmung zu spüren. Dass die Bischöfe zusammen mit dem ZdK einen synodalen Weg gehen wollen, hat uns gefreut. Andererseits sind die Hoffnungen von Skepsis begleitet, weil der mehrjährige Gesprächsprozess „Im Heute glauben“, den die Bischofskonferenz initiiert hatte, von den Laien, die dabei waren, als folgenlos erlebt wird.

Sie begrüßen den gemeinsamen Weg?

Ja, vorausgesetzt, es ist wirklich der Wille zur Veränderung vorhanden. Bei unserer Vollversammlung im November 2018 hatten wir schon deutlich gemacht, was uns wichtig ist – dazu gehört die Gleichstellung der Frauen genauso wie die Abschaffung des Pflichtzölibats und das Aufbrechen der klerikalen Leitungsstrukturen. Die Bischöfe haben für den synodalen Weg drei Gesprächsforen vorgeschlagen, und zwar zu den Themen: Macht, Partizipation, Gewaltenteilung; Aspekte der katholischen Sexualmoral; priesterliche Lebensform. Da fehlt uns etwas: Wir wollen ein viertes Forum, das sich mit dem Zugang von Frauen zu den Weiheämtern befasst.

Was motiviert Sie zu Ihrem Engagement?

Ich denke, wir sind als Laien mit verantwortlich dafür, dass Kirche zukunftsfähig wird – das dürfen wir nicht allein den Bischöfen überlassen. Und wenn wir der Kirche ihre Glaubwürdigkeit zurückgeben wollen, dann muss es andere Formen von Leitung geben.

Hat der gemeinsame synodale Weg eine Chance?

Wenn wir die nötigen Reformen als gemeinsame Aufgabe wahrnehmen, dann ja. Und zurzeit habe ich den Eindruck, wir können tatsächlich zusammen ins Handeln kommen. So wichtig das alles ist – eins finde ich schwierig: Wir drehen uns momentan sehr um uns selbst – wenn das noch lange dauert, kommt der „Markenkern“ zu kurz, wenn ich es mal so nennen darf. Wir haben eine froh machende Botschaft – die müssen wir verkünden, wenn wir Leute erreichen wollen.
Anruf:Maria Weißenberger

Den ganzen Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der Print-Ausgabe von "Glaube und Leben" vom 19. Mai

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