43 Kirchen zerstört oder schwer beschädigt

Solidarität mit koptischen Christen in Ägypten

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Datum:
Di. 22. Okt. 2013
Von:
Siegfried Kirsch
Ein weißer Esel, zwei Frauen, davon eine Ordensfrau, und drei Kinder stehen in wehendem Wind auf einer Anhöhe: Mit dieser Szene präsentiert „missio", das internationale katholische Hilfswerk, seine diesjährige Solidaritätsaktion für die Christen in Ägypten.

Auch in St. Stephan steht am kommenden Sonntag dieses Land am Nil im Blickpunkt. Auf der Titelseite der gemeindlichen Mitteilungen „miteinander" schreiben die deutschen Bischöfe:

„Etwa 10% der ägyptischen Bevölkerung gehören den christlichen Kirchen an. Oft werden sie benachteiligt und diskriminiert. Nach dem sog. ‚Arabischen Frühling‘ ist ihre Situation nicht leichter geworden. Gemeinsam mit unserem Hilfswerk missio rufen wir deshalb zur Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern in Ägypten auf."

Die seit letztem Sonntag ausgelegten Tüten auf den Bänken erinnern an die materielle Not und die existentielle Bedrohung, der die Christen ausgesetzt sind. Hier nur ein Beispiel, das am Dienstag bekannt wurde:
Bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo sind am Sonntagabend drei Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Wie der arabische Sender Al Dschasira am Montag meldete, eröffneten zwei Männer von einem Motorrad aus das Feuer auf die Gläubigen, als sie das Gotteshaus im Stadtteil Al-Warak nach einer Hochzeitsfeier verließen. Neun weitere Personen seien verletzt worden, so der Sender unter Berufung auf das Innenministerium.

Nach einer von Amnesty International am 9. Oktober veröffentlichten Untersuchung wurden seit der Niederschlagung der Pro-Mursi-Proteste durch die ägyptische Polizei und das Militär mehr als 200 christliche Gebäude in Ägypten angegriffen und 43 Kirchen zerstört oder schwer beschädigt. Die koptischen Christen stellen rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung von 85 Millionen. Genaue Angaben schwanken. (KNA)