Lieder anzustimmen, im Wechsel mit der Gemeinde zu singen, der verkündigende Vortrag des Antwortpsalms – all das macht den vielfältigen Dienst des Kantors / der Kantorin im Gottesdienst aus. Dieses musikalische Engagement ist Teil einer lebendigen liturgischen Feier, zu der sich die ganze Gemeinde versammelt.
Das Gotteslob und weitere musikalische Begleitbücher halten dazu viele Möglichkeiten bereit. Besonders für neue Gesänge und verschiedene Formen der Psalmodie braucht es Frauen und Männer, die mit Kenntnis und Können den Dienst des Kantors oder der Kantorin übernehmen.
Geben Sie der Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes Ihre Stimme! Gehen Sie, wenn SIe gerne singen, auf den Pfarrer oder einen Organisten zu. Der Kantorendienst ist eine Bereicherung unserer Gottesdienste. Und wer singt, betet schließlich doppelt.
Es ist eine Ehre, den Gottesdienst mit Gesang zu bereichern - so empfanden es drei Damen unserer Pfarrgruppe, als sie sich bereits im letzten Jahr auf den Weg zur Kantor/innen-Schulung machten:
Annette Müller aus Klein-Winternheim, Anne Arend und Hildegard Kuhn aus Ober-Olm.
Bei dieser Kantorenausbildung handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Referat Liturgie im Bischöflichen Ordinariat Mainz und dem Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz. Die Studientage finden gemeinsam mit dem Einführungskurs für Gottesdienstbeauftragte statt. Liturgik wie auch Kirchenmusik spielen in den Treffen eine herausragende Rolle; Gottesdienste werden gemeinsam vorbereitet und gefeiert. Neben den gemeinsamen Treffen der Teilnehmer/innen mit Regionalkantor und Pastoralreferenten bietet das Bistum den Kantor/innen auch die Möglichkeit, sich über Einzelstimmbildung weiterzuentwickeln. Das musikalische Engagement des Kantors als Teil der liturgischen Feier: ob im Einzelgesang, in einer kleinen Kantorengruppe oder in einer Schola - dieser kirchenmusikalische Dienst in der Liturgie bietet vielfältige Möglichkeiten.
Hildegard Kuhn
Organistendienst
Auch wenn seit längerem Instrumente aus dem Popbereich wie Keyboard, Gitarre und Schlagzeug in den Kirchenraum Einzug gehalten haben, ist die Orgel als das kirchliche Musikinstrument unersetzlich. Mit ihrem raumfüllenden Klangreichtum wird sie nicht von ungefähr die Königin der Instrumente genannt. Was befähigt jemanden, Orgel zu spielen? Im Prinzip kann jeder, der das Klavier einigermaßen beherrscht, auch Orgel spielen, denn die Tastaturen ähneln der eines Klaviers. Nur werden hier keine Seiten angeschlagen, sondern Pfeifen zum Klingen gebracht. Als „Königsdisziplin“ kommen zu den Händen noch die Füße dazu, und der gleichzeitige Einsatz kann die kleinen grauen Gehirnzellen ganz schön in Schwung bringen. Die Arbeit des/der Organisten/in erschöpft sich nicht nur im Spiel. Lieder müssen vorbereitet und mit Pfarrern und Kantorinnen abgestimmt werden, Vor-, Zwischen- und Nachspiele überlegt und geübt werden. Nicht selten gibt es nach dem Gottesdienst Lob, aber auch Kritik. „Wer hat denn die Lieder ausgesucht? Die kennt ja kein Mensch.“ Der erste Schritt zur Ausübung des Organistenamtes ist eine Eignungsprüfung. Wer weitere Ambitionen hat, kann eine zweijährige D-Ausbildung absolvieren. Sie besteht in der Hauptsache aus einem wöchentlichen Orgelunterricht, der vom Bistum subventioniert wird, Wer dann noch tiefer einsteigen will, kann weitere zwei Jahre in eine C-Ausbildung investieren, bei der man auch fundierte Kenntnisse in Kirchenmusikgeschichte, Musiktheorie, Gehörbildung, Liturgik etc. bekommt. Wir sind in unseren Pfarrgemeinden besonders privilegiert, da es bis zum Institut für Kirchenmusikin Mainz nicht weit ist. Wen das Tätigkeitsfeld reizt, der oder die sollte den ersten Schritt wagen. Da viele Gottesdienste heute auch mit dem Keyboard begleitet werden können, sind ebenfalls Pianistinnen und Pianisten herzlich willkommen. Unsere sangesfreudigen Gemeinden werden dankbar sein.