Elf neue pastorale Mitarbeitende sendet Bischof Peter Kohlgraf am 27. Juni im Mainzer Dom um 10 Uhr in ihren Dienst. Unter ihnen sind vier neue Pastoralreferentinnen und -referenten sowie sechs Gemeindereferentinnen und ein Gemeindereferent. In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Glaube und Leben" haben sich alle Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt.
Lukas Sims stammt aus Altenstadt. Vor einem Dreivierteljahr hat er geheiratet. Vorher hieß er Lukas Walther. In seiner Heimatpfarrei St. Andreas engagierte er sich viele Jahre in der Jugendarbeit. Nach dem Abitur und einem Bundesfreiwilligendienst in der Gemeinde begann er, Chemie zu studieren. Aber in ihm reifte die Sehnsucht nach einem kirchlichen Beruf. In einem Praktikum bei der Militärseelsorge „lernte ich die Vielfalt von Seelsorge und Verkündigung kennen. Da habe ich gemerkt: Das ist es“. Vor allem im Theologiestudium prägten ihn Fahrten nach Taizé. „Diese weltweite, überkonfessionelle Gemeinschaft schätze ich sehr“, sagt er. Seinen Beruf wird er mit dem Schwer-punkt digitale Glaubenskommunikation im Bischöflichen Jugendamt und bei „Kirche im Hessischen Rundfunk“ ausüben.
15 Jahre arbeitete Mareike Böhm als Religionslehrerin. Nun wechselt sie in den Beruf der Pastoralreferentin. „Die Pastoral war immer mein Anliegen. Ich möchte Menschen in Krisen und Sorgen helfen, ihnen Hoffnung, Halt und Orientierung anbieten“, sagt sie. Der Glaube spielte bei ihr früh eine Rolle: Ihre Familie engagierte sich in ihrer Heimatpfarrei St. Marcellinus und Petrus in Seligenstadt. Nach dem Abitur machte sie eine Bankausbildung, spürte aber: „Mich ruft etwas anderes.“ Sie änderte ihre Pläne, studierte Theologie in St. Georgen in Frankfurt und wurde Religionslehrerin in Dieburg. 2024 wechselte sie auf die Koordinatorenstelle im damaligen Pastoralraum Bachgau. Sie bleibt dort in dieser Funktion tätig und arbeitet zudem in der neuen Pfarrei St. Christophorus, Dieburger Land in der Seelsorge.
Sie wollte in die Entwicklungshilfe. Doch sie wurde Journalistin: Elke Pickartz ist in der Eifel aufgewachsen. Ihre Eltern und ihre Schulzeit im Kloster Steinfeld prägten sie im Glauben. Sie studierte Volkswirtschaft in Bonn und Oxford, war Stipendiatin der katholischen Journalistenschule ifp. Nach Stationen bei der Nachrichtenagentur Reuters und der Wirtschaftswoche arbeitete sie als Trainerin für Journalisten in Nordafrika und Nahost. In dieser Zeit zog sie mit ihrer Familie nach Bensheim und engagierte sich dort in der Kirchengemeinde. „Da war immer dieser Ruf in mir: Da ist noch mehr“, sagt Elke Pickartz. Sie begann, Theologie zu studieren. „Das war der Wendepunkt, da hat Gott mich nicht mehr losgelassen.“ Als Pastoralreferentin möchte sie Glauben als Weite und Freiheit vermitteln. Ihren Dienst wird sie nun im Pastoralraum Darmstadt-West antreten.
„Ich bin spirituell in der Schönstattbewegung groß geworden“, sagt Bernhard Gresch. Der Mainzer war dort Gruppenkind und später Gruppenleiter. „Die Mitfeier der Sonntagsgottesdienste gehört für mich zeitlebens dazu.“ Kita- und Schulzeit sowie den Freiwilligendienst verbrachte er in kirchlichen Institutionen. „Gemeinschaft bedeutet mir viel; meinen Glauben lebe ich in mehreren Freundeskreisen und bin mit Menschen europaweit verbunden.“ Bernhard Gresch ist verheiratet und hat drei Kinder, „darunter eine Sternentochter, die kurz nach der Geburt gestorben ist“, erzählt er. Sein Motto als Pastoralreferent: „Ich möchte auf Menschen zugehen, statt auf sie zu warten.“ Er wird in der PfarreiSt. Maria Magdalena, Ingelheim, in der Gemeindeseelsorge tätig sein.
„Die Arbeit mit Kindern macht mir unglaublich viel Spaß“, sagt Barbara Flößer. Sie stammt aus Lauterbach im Vogelsberg. 2014 fing sie als Dekanatsjugendreferentin in Gießen an und wechselte 2019 an die Bergstraße. „Da ist etwas gewachsen mit den Menschen.“ Im Bund der Deutschen Katholischen Jugend war sie seit ihrer Jugend aktiv. Ihr Glaube wurde durch ihre Eltern geprägt. „Über meine Entscheidung, Gemeindereferentin zu werden, habe ich lange nachgedacht“, sagt sie. „Erst hatte ich Deutsch, Geschichte und Religion auf Lehramt studiert. Aber ich möchte keine Menschen bewerten.“ Motiviert wird sie von ihrem Mann, der Pastoralreferent ist. Dass ihr der Beruf am Herzen liegt, spürt sie in den vielen Begegnungen und Momenten, „in denen Kinderaugen strahlen, Tränen geflossen sind oder einfach etwas gemeinsam entstanden ist“. Sie wird Gemeindereferentin im Pastoralraum Überwald. Dort ist sie seit 2021 auch Koordinatorin und bleibt in dieser Funktion.
Fabian Besso war auf dem Weg, Religionslehrer zu werden. Er studierte Theologie und Physik auf Lehramt. Nebenbei engagierte er sich in seiner Gemeinde St. Martinus in Hattersheim im Bistum Limburg, Schwerpunkt war die Kinder- und Jugendarbeit mit Firmkatechese und Messdienerausbildung. Während der Corona-Zeit kam er ins Nachdenken, sattelte um auf Praktische Theologie. Neues Ziel: Gemeindereferent. „Als Lehrer hätte ich nicht mehr die Zeit für mein Ehrenamt gehabt, und das möchte ich nicht missen. Nun kann ich beides verbinden.“ Fabian Besso bezeichnet sich als „klassisch katholisch sozialisiert“. „Meine Eltern haben sich in der Kirchengemeinde engagiert. Der Glaube hat bei uns immer dazugehört.“ Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte er in der Gemeinde. In der Ausbildung war es ihm „ein Anliegen, Menschen begleiten zu können, im Alltag, an festlichen Tagen, aber auch, wenn es ihnen nicht so gut geht“. Er wird im Pastoralraum Rodgau-Rödermark tätig sein.
So erzählt Sigrid Volk von ihrer Entscheidung, Gemeindereferentin zu werden: „Schon immer hat mir die ehrenamtliche Arbeit in der Kirchengemeinde viel Spaß gemacht“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Durch Umzug und wegen Krankheit fielen in ihrer derzeitigen Heimatgemeinde in Zwingenberg gleich zwei Gemeindereferentinnen aus, und es gab keinen Ersatz, weil zu wenige pastorale Mitarbeitende zur Verfügung stehen. „Da dachte ich mir, dass ich meine Begeisterung in der Glaubensweitergabe doch auch selber zum Beruf machen kann. Ich begann mit 49 Jahren, Theologie zu studieren.“ Sigrid Volk hat bereits ein Berufsleben hinter sich. 26 Jahre lang war sie als Chemikerin in der Forschung und Entwicklung tätig. Aber Menschen im kirchlichen Umfeld zu begleiten und zu unterstützen, findet sie weitaus sinnstiftender. Ihre Stelle als Gemeindereferentin tritt sie in der Pfarrei Alfred Delp Südliches Ried an.
Schon als Kind zogen ihre Brüder sie bei Sternsinger-Aktionen im Bollerwagen. Finja Fiedler stammt aus Groß-Zimmern und erinnert sich an frühe Kontakte mit der Kirche: Bei den Minis, im Kinderchor und später in der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit war sie aktiv. Prägend waren diese Erfahrungen, Heimatpfarrer Christian Rauch sowie die Jugendarbeit vor Ort. „Dort habe ich Kirche und Jugendarbeit als nahbar, gemeinschaftlich und menschenzugewandt erlebt – mit dem Gefühl: Wir können etwas bewegen.“ Erst überlegte sie, Musik zu studieren. Dann entdeckte sie an der Katholischen Hochschule Mainz den Doppelstudiengang Soziale Arbeit und Praktische Theologie. Heute liegen ihre Schwerpunkte in der Arbeit mit jungen Menschen, in Projektarbeit und in der Sozialpastoral. „Echte Begegnung kann etwas verändern – bei Menschen und in der Kirche.“ Künftig wird sie im Pastoralraum AKK-Mainspitze arbeiten.
Lea Döring entdeckte früh ihre Leidenschaft für Musik und begann in ihrer Kindheit eine Gesangsausbildung. Viele Jahre engagierte sie sich als Solo-Sopranistin und Messdienerin in ihrer Heimatpfarrei Heiliger Franz von Assisi Blieskastel im Saarland. Die Arbeit mit Menschen stand für sie immer im Mittelpunkt. Auf der Suche nach dem beruflichen Weg erkannte sie, dass sie als Gemeindereferentin den Raum findet, in dem sie etwas bewegen kann. Trotz kritischer Auseinandersetzung mit der Kirche als Institution entschied sie sich bewusst für diesen Beruf. „Ich wollte im Kleinen alte Mauern einreißen, neue Wege öffnen und dem Vorbild Jesu folgen – für die Menschen da sein, die am Rande unserer Gesellschaft stehen.“ Für sie ist Kirche dabei „weit mehr als verstaubte Riten – sondern eine lebendige, vielfältige Gemeinschaft“. Ihr Musiktalent bringt sie weiterhin ein, etwa beim Singen mit Seniorinnen und Senioren. Künftig wird sie im Pastoralraum Mainweg tätig sein.
„Die Kirche war mein Wohnzimmer“, erzählt Janina Kühnl aus Nauheim. „Wir haben direkt gegenüber gewohnt.“ Als Kind war sie Messdienerin, ihre Mutter Katechetin. „Glaube fand ich immer spannend“, sagt sie. Aber: „In der Pubertät hatte ich mit der Amtskirche gebrochen, ich habe vieles nicht verstanden. Zudem wurden zu der Zeit die vielen Missbrauchsfälle öffentlich.“ Sie entdeckte an der Katholischen Hochschule Mainz den Doppelstudiengang Soziale Arbeit und Praktische Theologie. „Soziale Arbeit, das war klar. Zugleich war es mir wichtig, den Glauben an Gott und Jesus weiterzugeben.“ Im Studium haderte sie erst mit der Theologie, „weil manche mit der Bibel Dinge rechtfertigen. Inzwischen gehört der Theologie mein Herz“. Sie betont: „Ich will für eine Kirche arbeiten, die sich immer neu in die Nachfolge Jesu stellt und sich kritisch hinterfragt.“ Ihre künftige Arbeitsstelle ist die Pfarrei St. Clara, Mainz.
Bereits während der Realschulzeit in der achten Klasse entschied sie sich für den Beruf Gemeindereferentin. Jasmin Fritsch holte ihr Abitur nach. „Dann kämpfte ich mich durch das Studium und darf jetzt den, meiner Meinung nach, schönsten Beruf ausüben.“ Den Glauben hat ihr ihre Oma vorgelebt. „Mit ihr bin ich in die Kirche gegangen“, erzählt die junge Frau aus Otzberg. Als ihre Mutter schwer krank wurde, gab der Glaube ihr Halt und Hoffnung. „Er hat mir geholfen, gut mit der Situation umzugehen.“ Für Jasmin Fritsch ist der Beruf der Gemeindereferentin mehr als ein Job. „Es ist eine Berufung, anderen Menschen in Schwierigkeiten die funkelnden Sterne zu zeigen“, sagt sie und interpretiert so das lateinische Sprichwort „Per aspera ad astra“ (über Hindernisse hinweg zu den Sternen) für sich. Ihre Tätigkeit wird sie in der Pfarrei Heilige Katharina von Siena, Heusenstamm-Dietzenbach ausüben.