Bei der dritten literarischen Lesung im Mainzer Dom begrüßte Hausherr Domdekan Henning Priesel den Bestseller-Autor Florian Illies, der aus seinem neuen Roman: „Träume aus Feuer“ las. Organisiert wurde die Lesung von der Agentur Literaturfreunde aus Ingelheim.
Zur Begrüßung freuten Domdekan Henning Priesel und Veranstalterin Friederike Gemünden sich über ein sehr zahlreich erschienenes, literaturbegeistertes Publikum. „Mit Florian Illies als Autor, Schriftsteller, Journalist und Kunsthistoriker freuen wir uns auf eine Lesung in dieser großartigen magischen Atmosphäre“, so Friederike Gemünden.
Florian Illies, der aus seiner Heimatstadt Berlin angereist war, hatte sichtlich Freude an dem Ort seiner Lesung. Seine allererste Reise nach Mainz war, wie er erzählte, eine Klassenfahrt, bei der er zum ersten Mal die Glasfenster von Marc Chagall in St. Stephan bewundern konnte. Zudem stammt er aus Schlitz, einem Ort im Vogelsberg, der zum Bistum Mainz gehört.
An seinem Platz, vorne vor dem Altar, den man ihm zur Lesung eingerichtet hatte, wusste er sich zwischen den beiden aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammenden Choretten aufgehoben. „Ich bin hier, wenn ich mich ein wenig zurücklehne, gut eingebettet in die Zeit um 1685, in der mein Buch Träume aus Feuer spielt.“
Florian Illies erzählt in seinem neuen Buch „Träume aus Feuer“ vom Wirken des Glasmachers und Alchimisten Johannes Kunckel auf der Berliner Pfaueninsel. Der Große Kurfürst in Potsdam träumt davon, dass Johannes Kunckel, der vielleicht bekannteste Alchemist seiner Zeit, Gold machen kann – doch der zerreibt stattdessen die Golddukaten und macht daraus ein Glas, das so tiefrot leuchtet wie keines zuvor.
Illies las aus mehreren Kapiteln seines Buchs und erzählte dazu von seinen Recherchen und der schwierigen Suche nach den wenigen Quellen, auf die er zurückgreifen konnte. Mit seiner Gabe, das Historische in die Gegenwart zu ziehen, konnte er auch humorvoll seine Lesung einrahmen und über seine Hauptfigur, gerichtet an den Domdekan sagen „das wird Sie als Dekan erfreuen, dass er immer, bevor er Substanzen gemacht hat, zuvor ein Gebet gesprochen hat.“
In den Lesepausen und zum Abschluss spielte Domorganist Professor Daniel Beckmann Musikstücke aus der Barockzeit und ließ auch musikalisch damit die längst untergegangene Welt ein Stück weit wiederauferstehen.
Eine große Fangemeinde versammelte sich nach der Lesung im Kreuzgang zum Buchkauf, zum Wein und ließ sich erworbene Buchexemplare vom Autor signieren.
Ein Teil der Einnahmen geht an einen Mittagstisch.
Das Buch "Träume aus Feuer" ist erschienen im Verlag "Pfaueninsel" und kostet 20€
Florian Illies, geboren 1971, studierte Kunstgeschichte in Bonn und Oxford. Er war Feuilletonchef der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« und der »ZEIT«, Verleger des Rowohlt Verlages, leitete das Auktionshaus Grisebach und gründete die Kunstzeitschrift »Monopol«. Heute ist Florian Illies Mitherausgeber der »ZEIT« und freier Schriftsteller. Er lebt in Berlin.