Kita-Zweckverband

Kita-Zweckverband im Bistum Mainz - Auszüge aus dem Interview mit Weihbischof und Generalvikar Udo Markus Bentz und Diözesancaritasdirektorin Nicola Adick

Die überwiegende Anzahl der 187 katholischen Kindertageseinrichtung im Bistum Mainz befindet sich derzeit in der Trägerschaft der Kirchengemeinden.

Was ist der Zweckverband überhaupt?

Der zu gründende „Zweckverband der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren im Bistum Mainz“ ist laut Satzung ein vom Bischof von Mainz errichteter Zweckverband der katholischen Kirchengemeinden, die die Trägerschaft der von ihnen gegründeten und bisher von ihnen betriebenen katholischen Kindertagestätten auf den Zweckverband übertragen haben.

 

Warum kann nicht alles so bleiben wie es ist?

Bentz: Wir befinden uns im Bistum Mainz auf vielen Ebene im Umbruch. Das hat Bedeutung für viele Themenbereiche, wie auch die Kindertageseinrichtungen im Bistum Mainz. Wir werden im Rahmen des Pastoralen Wegs die Anzahl der 134 Pastoralen Einheiten auf 50 Pfarreien reduzieren müssen. Das würde für die Trägerschaft der Kindertageseinrichtungen bedeuten, dass jede Pfarrei die Trägerschaft von rund vier Kindertageseinrichtungen übernehmen müsste. Vielfach haben wir die ehrenamtliche Struktur für die Träger- und Verwaltungsaufgaben nicht mehr vor Ort. Wir brauchen einen professionellen, pastoral und zugleich betriebswirtschaftlich ausgerichteten Träger, der unsere Vision im Rahmen des staatlichen und kirchlichen Auftrags lebendig werden lässt. Zugleich muss ich aber auch sagen, dass wir uns im Bistum Mainz den Umfang von 187 Kindertageseinrichtungen in derzeit 169 Kirchengemeinden nicht mehr leisten können. Das gilt auch für den neuen Träger „Zweckverband“. 

Was ist von der Gründung eines Kita-Zweckverbandes im Bistum Mainz zu erwarten?

Adick: Von der Gründung des „Zweckverband der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren im Bistum Mainz“ erwarten wir eine fachlich professionelle und wirtschaftlich orientierte Arbeitsweise, damit wir die bestehende Qualität der Arbeit vor Ort gut weiterentwickeln können. Man kann davon ausgehen, dass Eltern und Kinder viel von dem Trägerwechsel im Alltag zu spüren bekommen und auch davon profitieren werden. Durch Ausbau der professionellen Strukturen in dem Trägerbereich wollen wir auch erreichen, dass Leitungen von den Aufgaben entlastet werden und mehr in den Kindertageseinrichtungen für Mitarbeitende, Eltern und Kinder da sein können. Die alltäglichen Ansprechpartner der Kinder und ihrer Familien bleiben die Leitung und das pädagogische Personal. Der Vertragspartner für die Familien wird der „Zweckverband der katholischen  Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren im Bistum Mainz“ werden. Die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit an den Pastoralen Richtlinien für Katholische Kindertageseinrichtungen und Familienzentren im Bistum Mainz sowie der Weiterentwicklung unserer Kitas zu „mehr Familie, mehr Nachbarschaft, mehr Qualität“ bleibt die grundlegende Orientierung. Der Verband wird ein Profil erarbeiten, in dem es auch Aussagen zu einem verbindlichen Qualitätsmanagement und weiteren Standards geben wird. Dies soll alles in einem guten Dialog mit den Kindertageseinrichtungen auf der
Grundlage der bestehenden Leitbilder und Konzepte der Kindertageseinrichtungen erfolgen.