Schmuckband Kreuzgang

Der Pastorale Weg - Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz

Logo Pastoraler Weg Dekanat (c) Dekanat Seligenstadt

Der Pastorale Weg ist ein Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz, zu dem uns unser Bischof einlädt und auffordert.
Er steht unter dem Leitwort „Eine Kirche, die teilt“.
Gemeinsam bewegt uns die grundlegende Frage: „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“

„Pastoraler Weg“ im Bistum Mainz: Worum geht es?

Schätzungen zufolge werden bis zum Jahr 2030 im Bistum Mainz sowohl die Zahl der Katholiken als auch die Zahl der Priester, Diakone und der Gemeinde- und PastoralreferentInnen deutlich zurückgehen. Bischof Peter Kohlgraf hat bereits im Jahr 2018 auf die zu erwartenden Entwicklungen im Bistum reagiert. Er hat unter Berücksichtigung von Erfahrungen anderer Bistümer und nach intensiven Gesprächen mit Haupt- und Ehrenamtlichen die Grundzüge eines „Pastoralen Weges“ entwickelt mit der Aufgabe, die Kirche zu erneuern und weiterzuentwickeln. Dieser steht unter dem Motto „Eine Kirche, die teilt“.

Gestartet wurde der Prozess im Frühjahr 2019 in den Dekanatsversammlungen. In unserem Dekanat Seligenstadt wurde ein Team gebildet, um diese Aufgaben anzugehen. Es besteht aus Dekan Dieter Bockholt, seinem Stellvertreter Pfr. Holger Allmenröder, der Dekanatsbeauftragte für Notfallseelsorge in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg Susanne Fitz (die die Aufgabe für die Dekanatsreferentin Andrea Bach weiterführt) sowie Dekanatsjugendreferentin Iris Reiß von der Katholischen Jugendzentrale (KJZ).
Zur Unterstützung wurde in der Dekanatsversammlung am 29. August 2019 ein Dekanatsprojektteam (DPT) gewählt. Diesem gehören derzeit folgende Personen an:
Beate Koudelka (Caritasverband Offenbach), Markus Pellmann-Janssen (Pfarrgruppe Mainhausen), Sven Barth und Adam Korb (Vertreter der Jugend), Karola Emge-Kratz und Hans Schwab (beide Pfarrgruppe Steinheim / Klein-Auheim) und aus unserer Pfarrei Heinz Seipel als Vertreter der Pfarrgemeinderäte. Aus den Anforderungen wurden fünf Themengruppen gebildet, die ihre Arbeit bereits aufgenommen haben.

In regelmäßigen Abständen werden wir Sie zukünftig in unserem Pfarrbrief über den aktuellen Stand der Beratungen informieren. Ausdrücklich bitten wir Sie um aktive Mitarbeit. Wir sind auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen angewiesen. Haben Sie Interesse an der Mitarbeit in einer Themengruppe? Bei Dekanatsreferentin Andrea Bach erfahren Sie, welche Themen es gibt.  
Kontakt: dekanatsreferentin@t-online.de

Hans Schwab und Heinz Seipel

Berichte aus den Arbeitsgruppen im Dekanat

Eigentlich sollten wir schon weiter sein, ein Zwischenbericht beraten und geschrieben haben, aber... Corona! 
Und so fand am 15. Juni 2020 ein Statusgespräch des Dekanatsprojektteams mit Herrn Ordinariatsdirektor Hans-Jürgen Dörr und Herrn Dr. Wolfgang Fritzen statt.

In einer angenehmen und offenen Atmosphäre wurde der Stand der Beratungen im Dekanat Seligenstadt dargestellt. Deutlich wurde dabei – es gibt mehr Fragen als Antworten. Vor allem die Frage nach der Zahl der künftigen Pfarreien und deren Zuschnitt wird zur Zeit an vielen Orten diskutiert.

Die Themengruppe 3 – Netzwerk Pfarrei – sammelt Argumente für die unterschiedlichen Modelle: Eine große oder zwei kleinere Pfarreien auf dem Gebiet des heutigen Dekanates.

Auch das Dekanatsprojektteam und die Dekanatskonferenz der Hauptamtlichen haben sich in den vergangenen Wochen mit dieser Frage befasst.

Die Meinungen dazu sind sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist allen der Wunsch, dass auch in Zukunft kirchliches Leben in großer Vielfalt möglich sein wird.

Neues aus den Themengruppen

Wie kann Kirche im Dekanat Seligenstadt im Jahr 2030 aussehen?
Fünf Arbeits- beziehungsweise Themengruppen arbeiten auf Dekanatsebene seit letztem Jahr an Antworten zu dieser Frage:

Ein erstes Ergebnis der Arbeit der Themengruppe 2 „Was brauchen die Menschen?“ ist der Fragebogen, der verteilt wurde und derzeit ausgewertet wird.
Was brauchen die Menschen heute von der katholischen Kirche?
Wie gelingt es uns, die Botschaft des Evangeliums in alle Kreise unserer Gesellschaft zu tragen?
Welche Motivation leitet uns, heute die Kirche Jesu Christi sein zu wollen?
Worin besteht heute unser Auftrag und wie werden wir ihm gerecht?
Dies sind die zentralen Fragen, die unser Bischof, Peter Kohlgraf, uns mit auf unseren pastoralen Weg gegeben hat.

In der Themengruppe 1 („Sozial- und Pastoralraum“) galt es zunächst, den Ist-Zustand zu dokumentieren: Kirchen, Kapellen und weitere kirchliche Räumlichkeiten wie Pfarrzentren, Kindergärten sowie Altenheime, Krankenhäuser und andere Einrichtungen, in denen Kirche präsent ist. Darüber hinaus andere, außerkirchliche Orte und Einrichtungen, die für die Gestaltung unserer Pastoral eine Bedeutung haben.
Wo in Zukunft die Schwerpunkte für seelsorgliche Arbeit und pastorales Handeln gesetzt werden können und sollen, ist die Frage, die in der Themengruppe geklärt werden soll.

Auch die Themengruppe 4 („Verwaltung / Pfarrbüro der Zukunft“) hat zunächst dokumentiert, wie die personelle und technische Ausstattung der Pfarrbüros aktuell aussieht: welche Öffnungszeiten und pfarreispezifische Tätigkeiten gibt es, welche Systeme und Ausstattung stehen zur Verfügung.
Pfarrbüros sind oft die erste Anlaufstelle für Probleme aller Art – ein Ansprechpartner vor Ort bleibt in Zukunft auch in einer größeren Verwaltungseinheit sehr wichtig. Aufgabe der Themengruppe ist es, ein Konzept für das „Pfarrbüro der Zukunft“ zu entwickeln und zu überlegen, welche Verwaltungsaufgaben zentral oder besser dezentral vor Ort erledigt werden sollten.

Wie das „Netzwerk Pfarrei“ in Zukunft aussehen könnte, erarbeitet die Themengruppe 3:
Soll es im Dekanat zukünftig eine oder zwei Pfarreien als Verwaltungseinheit geben? Wann und wo werden Gottesdienste stattfinden? Wie wird ein zukünftiger Pfarreirat gebildet und welche Aufgaben verbleiben in den Ortsausschüssen? Welche Unterstützung brauchen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter? Was läuft gut, was müssen/wollen wir erhalten, was kann aufgegeben werden, was fehlt uns?
Dies alles sind Fragen, die geklärt werden müssen. Sicher ist aber jetzt schon, dass durch die Annäherung und Zusammenarbeit der Gemeinden Synergien entstehen werden.

Einen wichtigen Aspekt für das Pastorale Konzept nimmt die Themengruppe 5 in den Blick:
Bedürfnisse und Ideen der Jugend. „Was bedeutet mit Kirche, wie sieht meine Vision von Kirche aus?“ und „Wen oder was brauchen wir?“ sind unter anderem Fragestellungen, die in der Themengruppe erarbeitet werden.
Ein Punkt ist hier die Frage der Zugänglichkeit von Räumen für Treffen – ein gemeindeübergreifender Belegungsplan, eine Übersicht über die Ausstattung (Medien, Geschirr…) der Räume, die in den einzelnen Gemeinden zur Verfügung stehen und die Frage wie man Zugang erhält, ist nicht nur für die Jugend wichtig.
Die Zentralisierung von einzelnen Angeboten, die wertvoll sind, aber nicht mehr genügend Menschen erreichen, erscheint sinnvoll. Andererseits sollten Aktionen und Angebote der einzelnen Gemeinden (wie zum Beispiel Zeltlager) als Identitätspunkte erhalten bleiben, so lange dies sinnvoll ist.

In den Themengruppen und im übergreifenden Dekanatsprojektteam, das die Ergebnisse der Themengruppen zusammenführt, ist man sich der Verantwortung bewusst, die es bedeutet, Kirche in die Zukunft zu führen und zukunftsfähig zu machen. Es wird sicher ein Spannungsfeld entstehen  zwischen der vergrößerten Verwaltungseinheit, aus der Synergien entstehen, auf der einen Seite und zum anderen dem Bedürfnis nach (räumlicher) Nähe und spürbarer Glaubensgemeinschaft in der Gemeinde vor Ort. Hier braucht es die Offenheit und Unterstützung jedes Einzelnen, damit ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt werden kann.
Wenn Sie Anregungen haben oder mitarbeiten möchten, sprechen Sie gern ein Mitglied des Pfarrgemeinderates an!

Auf der Homepage des Dekanats  können Sie sich ebenfalls über den aktuellen Stand und die kommenden Termine informieren.

https://bistummainz.de/dekanat/seligenstadt/aktuell/pastoraler-weg/

 

Wie geht es weiter?

Bischof Peter Kohlgraf hat den Pastoralen Weg ausgerufen, um die Kirche im Bistum Mainz weiter zu entwickeln und zu erneuern. Der Pastorale Weg gliedert sich in drei Phasen.

Aktuell befinden wir uns in der ersten Phase, im Zeitraum von Frühjahr 2019 bis zum Sommer 2021.
Diese Zeitplanung kann sich aufgrund der Coronakrise gegebenenfalls noch etwas verändern. In dieser Phase haben die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden in den insgesamt 20 Dekanaten des Bistums den Auftrag, pastorale Konzepte zu entwickeln. Das bedeutet, dass sie Schwerpunkte ihrer seelsorglichen Arbeit und neue Strukturen benennen sollen.  Dazu haben sich in allen Dekanaten Teams gebildet. Begonnen haben sie ihre Arbeit mit einer Bestandsaufnahme dessen, was es aktuell an kirchlichen Angeboten gibt. Zudem haben sie erkundet, wie die Menschen in den zugehörigen Stadtteilen und Orten leben. Vielfach wurden Befragungen in der Bevölkerung durchgeführt. Ziel war es, herauszufinden, was die Menschen sich von Kirche wünschen und erwarten.
Nach Auswertung der Ergebnisse sollen in den Dekanaten Aussagen zu den künftigen Schwerpunkten der Seelsorge und zu Organisationsstruktur und Gebäudeentwicklung der künftigen Pfarreien treffen. Der Begriff Pfarrei wird künftig für eine größere Einheit verwendet, innerhalb derer es mehrere Gemeinden gibt. Von Seiten des Bistums gibt es klare Vorgaben, wie viele Pfarreien es künftig in den bisherigen Dekanaten geben wird.
Die erarbeiteten Pastoralkonzepte sollen dem Bistum zum Abschluss der ersten Phase vorgelegt werden.

Im Anschluss daran beginnt die zweite Phase des Pastoralen Weges, in deren Zentrum die Umsetzung der Konzepte in den dann verbindlich festgelegten Pastoralräumen/ Räumen der zukünftigen Pfarreien steht.
Bis 2030 soll die Umsetzung vorbereitet sein. Mit der Fusion und Bildung der neuen Pfarrei gilt es dann, die bisherigen Ideen und Vorschläge konkret umzusetzen.
(Bistum Mainz, Stand April 2020)