Mobilität als Herausforderung

Die Deutschen sind mobiler denn je. Nach der Studie „Mobilität in Deutschland 2008" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (mobilitaetindeutschland.de) legen sie pro Tag insgesamt 3,21 Milliarden Kilometer zurück, Tendenz steigend. 61 Prozent aller Wege werden mit dem Auto gefahren, meist zum Einkaufen oder in der Freizeit.

Ja, wir brauchen Mobilität, aber um welchen Preis? Als Christen folgen wir den Grundsätzen für ein fürsorgliches und versorgendes Verhalten gegenüber der Schöpfung und allen Mitgeschöpfen - so die Pastorale Richtlinie 14 „Nachhaltigkeit" der Diözese Mainz. Unser Auftrag als Kirche ist es, vorbildlich zu handeln und deshalb Mobilität energetisch sinnvoll, sozial verantwortbar und nachhaltig zu gestalten. Auch die Empfehlungen zur Energiewende der Deutschen Bischofskonferenz (Dez. 2013) betonen, dass „die Neuausrichtung der Mobilität ein wichtiger Beitrag zur Energiewende" ist.

Mobil unterwegs sein

Mit Bus und Bahn

Öffentliche Verkehrsmittel bieten den Vorteil, dass man umweltschonend und entspannt, bequem, sicher und oft in netter Gesellschaft ans Ziel kommt. Sicher ist ein gut ausgebautes Streckennetz und eine gute Anbindung eine Grundvoraussetzung. Denkbar sind auch Kombinationen verschiedener Verkehrsmittel, etwa durch Park+ride, Gruppentickets und Fahrgemeinschaften.
 

Mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad ist man im Nahverkehr konkurrenzlos schnell und wendig. Außer dem Spaß an der frischen Luft fördert es die Beweglichkeit und Kondition. Ein e-bike könnte alternativ genutzt werden. Manche Firmen stellen Dienstfahrräder zur Verfügung, bzw. an Ausleihstationen können Leihfahrräder in Anspruch genommen werden.

Zu Fuß

Gerade einmal 600 Meter am Tag legen die Deutschen außerhalb des eigenen Heims zu Fuß zurück. Doppelt so viel zu Fuß zu gehen, ist gut für die Gesundheit, empfiehlt die Sportmedizin. Zu Fuß gehen oder Rad fahren trägt zur Entschleunigung bei, vermeidet Hetze und Stress. Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, sich bewegt haben,
nehmen entspannter am Unterricht teil.
 

Alternative Carsharing

Wer nicht auf das Auto verzichten kann oder will, kann über die Alternative Carsharing nachdenken. Statistisch gesehen ist unser Fahrzeug ja eher ein Stehzeug, denn 23 Stunden am Tag steht es durchschnittlich ungenutzt herum. Die Idee beim Carsharing: Mehrere Menschen teilen sich ein Auto. „Nutzen statt besitzen" ist das Motto der Anbieter, die es mittlerweile an fast dreihundert Orten in Deutschland gibt. Info und Kontakt über: www.carsharing.de
 

Wichtig beim Autokauf

Beim Kauf eines Autos sind die Verbrauchswerte ein wichtiger Indikator für die Klimafreundlichkeit des PKWs. Orientierungshilfen geben die CO2-Obergrenzen, z.B. für ein Familienauto 140 g CO2 pro km und 5,9 l/100 km Benzin oder 5,2/100 km Diesel.

Fahrstil

Bereits der Fahrstil hilft, CO2 zu sparen, z.B. niedertourig und vorausschauend fahren. 

Der ökologische Fußabdruck

Soweit die Füße tragen (c) VCD e.V.

Ein Messwert für verantwortungsvollen Ressourcenverbrauch ist der sogenannte ökologische Fußabdruck; alle Rohstoffe, die für Essen, Wohnen, Reisen verbraucht werden, benötigen Platz zum Nachwachsen auf der Erde. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um die Abfälle abzubauen, zum Beispiel Wälder, die C02 binden. Der ökologische Fußabdruck macht diesen Flächenbedarf deutlich und vermittelt so ein verständliches Bild der ökologischen Grenzen unseres Planeten. Der Abdruck, den jeder Mensch auf dieser Erde hinterlässt, dürfte nicht größer als der Wert 1 sein. Doch weltweit liegt er derzeit bei über 2, in Europa bei 4,8 und in Nordamerika gar bei 9,4. Der individuelle Klimafußabdruck kann unter www.uba.klimaktiv-co2-rechner.de für sämtliche Konsumbereiche berechnet werden. Dort gibt es eine persönliche Auswertung und Tipps zur Vermeidung unnötiger C02-Emissionen.

 

Mit dem Flugzeug

Eine unrühmliche Spitze bei den klimaschädlichen Treibhausgasen nehmen die vielen Flugkilometer ein, die Deutsche insbesondere in den Urlaub zurücklegen. Hier ist das Einsparpotenzial an Klimagasen besonders groß. Ein Fernflug belastet das Klima fünfzig mal mehr als eine Urlaubsreise in Deutschland. Wenn Flugreisen sein müssen, dann gilt es, die Treibhausgase zu kompensieren. Ein Internetportal zur Berechnung der Treibhausgasemissionen aus Flugverkehr und mit Angeboten zu Ausgleichsprojekten ist zum Beispiel www.atmosfair.de oder auch die Seite www.klimakollekte.de. Zu bedenken ist auch, dass jeder Flug, besonders bei Starts und Landungen, die umliegenden Wohngebiete belastet. Steigender Fluglärm durch den Ausbau der Flughäfen mindert die Lebensqualität der AnwohnerInnen.


Mit dem Schiff

Ein weiteres Verkehrsmittel kommt zunehmend in die Kritik: das Kreuzfahrtschiff. Es stößt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen PKW auf gleicher Strecke. Die Umstellung von billigem Schweröl auf schwefelarmes Schiffsdiesel stellt eine erste Verbesserung dar. Fragen Sie nach, bevor Sie Ihre Kreuzfahrt buchen.


Mit dem Auto

Mit dem Auto werden am meisten CO2-Emissionen in Deutschland in die Luft geblasen. Mehr als die Hälfte der Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, sind kürzer als sechs Kilometer. Besonders bei kurzen Strecken ist das Auto keine gute Wahl. Andere Verkehrsmittel sind oft schneller, die Parkplatzsuche kostet Zeit und oft auch Geld, und ein kalter Motor verbraucht auf den ersten drei Kilometern fast einen Liter Kraftstoff mehr, als wenn er auf Touren läuft. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern belastet auch die Haushaltskasse mehr als nötig. Auf der anderen Seite ist das eigene Auto oftmals die einzige Chance, vielfältige Aufgaben zwischen Familie und Beruf zu bewältigen. Dann aber sollte man die Fahrt zur Arbeit mit Einkauf oder dem Einsammeln der Kinder verbinden.