Technik & Konsum nachhaltig gestalten

Elektro- und Elektronikgeräte wie Bügeleisen, Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher oder Computer erleichtern und bereichern unseren Alltag. Dadurch entsteht aber auch nach dem Gebrauch eine gigantische
Menge an Elektroschrott, der die Umwelt belastet und aufwändig entsorgt werden muss.
Immerhin gibt es erste Erfolge diesen Müllberg zu reduzieren – die Menge an Elektroschrott in Deutschland
ist in den letzten Jahren leicht gesunken. Und trotzdem gilt es, das Elektroschrott-Aufkommen weiter zu
reduzieren. Jedes Kilogramm weniger ist gut für die Schöpfung.

Wieviel ist genug?

Es lohnt sich, den eigenen Konsum ehrlich in den Blick zu nehmen: Was brauche ich wirklich? Gibt es Alternativen zum Besitzen?

Teilen statt Kaufen

Wie häufig verwende ich das gewünschte Gerät?
Das Umweltbundesamt hat festgestellt: Eine im Haushalt vorhandene Schlagbohrmaschine kommt ca. 15 Minuten im Jahr zum Einsatz.
TIPP:
Die Bohrmaschine bei Nachbarn, Freunden oder im Baumarkt ausleihen. Außerdem gibt es verschiedene Tauschforen im Internet und andere pfiffige Ideen wie z.B. Aufkleber für den Briefkasten, die dem Nachbarn signalisieren: „HIER KANN ETWAS AUSGELIEHEN WERDEN. “
So eine Ausleihe stärkt auch die Kommunikation und das Miteinander vor Ort in der Nachbarschaft / in der
Gemeinde. Außerdem: Wer kein Gerät besitzt, muss es auch nicht warten und lagern.

Reparieren

Wenn ein Gerät kaputt geht, kann man prüfen, ob es nicht vielleicht repariert werden kann, bevor über eine Neuanschaffung nachgedacht wird. Je länger ein Elektronikgerät genutzt wird, desto besser ist seine CO2 Bilanz. Der Umwelt zuliebe lohnt sich die Reparatur von Geräten. Neben dem Reparaturdienst im Fachhandel gibt es inzwischen an vielen Orten Repair-Cafés, in denen man mit fachkundiger Unterstützung das Gerät
selbst reparieren kann.

Gebrauchte Geräte

Eine Alternative zum Neukauf eines technischen Geräts ist, ein gebrauchtes zu kaufen. Bei Autos ist das selbstverständliche Praxis, aber auch bei Elektrogeräten gibt es einen vielfältigen und seriösen Gebrauchtwarenmarkt. Da finden sich funktionsfähige, geprüfte Geräte, die alle Nutzeransprüche erfüllen. Dies
kann eine kostengünstige Alternative sein und schont dabei auch die Umwelt. Die Produktion neuer Geräte und der damit verbundene Rohstoff-Verbrauch werden so deutlich vermindert.

Neuanschaffung

Werbung ist verführerisch... Aber muss es immer das neueste Modell sein? Brauche ich wirklich das leistungsstärkste Smartphone oder den superschnellen Rechner?
TIPP: Ein Laptop verbraucht durchschnittlich weniger Strom, Kunststoff, Glas und teure Edelmetalle als ein stationärer PC mit einem extra Monitor.


Entscheidungshilfen beim Kauf

  • Was soll das Gerät leisten, was ist überflüssig? 
  • Wie lange werde ich es nutzen und wie lange hält es voraussichtlich? (Garantiedauer)
  • Lässt sich das Gerät reparieren, wenn es defekt ist?
  • Kann man Verschleißteile (z.B. Akku) austauschen?
  • Wie sind die Erfahrungswerte von anderen Nutzern?
  • Gibt es Folgekosten?

Ein in der Anschaffung teureres Gerät kann langfristig günstiger sein, weil es z.B. weniger Toner, Strom oder Ersatzteile verbraucht.


Umweltverträglichkeit prüfen

Worauf sollte man bei der Beschaffung eines Gerätes achten?

  • Wurde es fair hergestellt?
  • Wie laut ist es im Gebrauch?
  • Verfügt das Gerät über einen Energiesparmodus oder verbraucht es auch bei Nichtnutzung Energie, weil es nicht völlig ausgeschaltet werden kann?
  • Aus welchen Materialien besteht es?
  • Hat das Gerät ein Label, das Hinweise auf Umweltschutz gibt?
  • Lässt es sich umweltschonend entsorgen?

Entsorgung

Nach dem neuen Elektrogesetz dürfen alte Elektro- und Elektronikgeräte nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden. In den Geräten sind häufig giftige Stoffe wie z.B. PVS, Weichmacher, Blei oder Quecksilber enthalten, die umweltgerecht entsorgt werden müssen. Andere Wertstoffe wie Kunststoffe oder Metalle können wiederverwendet werden. Auf der Mülldeponie wären sie für den Wertstoffkreislauf verloren.
TIPP: Sie können die Geräte kostenfrei bei einer Sammelstelle (Wertstoffhöfe) in ihrer Nähe abgeben oder direkt im Handel. Das „ElektroG2" regelt eine verpflichtende Rücknahme für große Einzelhändler und Direktvertreiber. Aber auch freiwillig nehmen Händler Kleingeräte zurück.