Was ist der Pastorale Weg?

Der Pastorale Weg bezeichnet die Weiterentwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz. Er betrifft sowohl die geistliche als auch die organisatorische Ebene.

Dieser Prozess steht unter dem Motto „Eine Kirche, die teilt“. 

Kirche und Gesellschaft verändern sich. Deshalb lädt Bischof Peter Kohlgraf dazu ein, diese Veränderung mitzugestalten.

Pastoraler Weg: Vier Dimensionen sind dabei zentral

Als Christen unseres Bistums teilen wir das Leben mit vielen anderen Menschen um uns herum. Wir wollen ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst immer besser verstehen und fragen uns: Wie können wir die Bedürfnisse und Hoffnungen der Menschen noch deutlicher sehen und verstehen? Bekommen die Menschen, was sie brauchen, und brauchen sie, was sie bekommen?

Der Glaube an Jesus Christus und die Begegnung mit ihm im Gebet, in der Feier der Sakramente und im Wort der Heiligen Schrift erfüllt uns mit Freude und Zuversicht. Daher wollen wir diesen Glauben teilen und fragen uns: Wie kann es gelingen, den Glauben weiterzugeben? In welchen Formen kann unser Glauben heute angemessen und glaubwürdig Ausdruck finden

Viele Menschen in unserem Bistum bringen sich selbst in das kirchliche Leben mit viel Zeit und Engagement ein; sie ermöglichen dieses kirchliche Leben auch durch ihren finanziellen Beitrag. Vielfältige Formen kirchlichen Lebens und die Gebäude, in denen sie stattfinden können, wurden aufgebaut. Aber wir nehmen auch wahr, dass weniger Menschen in der Kirche mitfeiern und mitgestalten und dass die finanziellen Ressourcen knapper werden; daher fragen wir uns: Wie können wir die vorhandenen Ressourcen gerecht verteilen und so erhalten, dass sie dem kirchlichen Auftrag wirklich dienen?

Kirche – das sind nicht nur Bischof, Priester und andere (hauptamtliche) Verantwortungsträger. Kirche – das sind alle Menschen, die durch die Taufe zu Jesus Christus gehören. All diese Menschen sind auch gerufen, in ihrer Weise und mit ihren Gaben das kirchliche Leben aufzubauen und zu prägen. Wir wollen daher Berufung und Charismen stärken und fragen uns: Wie können wir zu einer neuen Kultur des Miteinanders beitragen? Wie können wir die Verantwortung für das kirchliche Leben angemessen teilen?

Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?

Auftakt

  • Bischof Dr. Peter Kohlgraf hat den Pastoralen Weg durch vielfältige Besuche, Gespräche und Konsultationen im ersten Jahr seiner Amtszeit vorbereitet. "Kundschafter" haben Erfahrungen aus Entwicklungsprozessen anderer Bistümer gesammelt.
  • Bei der Diözesanversammlung am 22. September 2018 hat Bischof Dr. Peter Kohlgraf die grundlegenden Konturen des Pastoralen Weges vorgestellt und um Rückmeldung gebeten. Diese wurden ausgewertet.
  • Zum 1. November 2018 wurde die Koordinationsstelle für den Pastoralen Weg eingerichtet, die die vielfältigen Anliegen, Stimmen und Aspekte miteinander koordiniert und auf die Entwicklung von hilfreichen Klärungen und Materialien sowie Entscheidungen hinwirkt.
  • In der Fasten- und Osterzeit hat die erste Phase des Pastoralen Weges begonnen.
  • In seinem Hirtenbrief zur Österlichen Bußzeit 2019 hat Bischof Kohlgraf dem Pastoralen Weg das Motto „Eine Kirche, die teilt“ gegeben und die vier Dimensionen des Teilens entfaltet.
  • Die Österliche Bußzeit war zugleich eine geistliche Vorbereitungszeit für den Pastoralen Weg. Es ging und geht weiterhin um die Besinnung auf Fragen wie: Wie wollen und können wir heute und 2030 Kirche Jesu Christi sein? Was sind Grundlagen für den Pastoralen Weg? Welche Haltungen brauchen wir, um eine Kirche des Teilens zu sein?
  • Zum Auftakt der ersten Phase des Pastoralen Weges in den Dekanaten fanden von Mitte März bis Mitte April 2019 in allen Dekanaten außerordentliche Dekanatsversammlungen statt. Dort wurde der Auftrag an die Dekanate erläutert und diskutiert. In der ersten Phase des Pastoralen Weges vom Osterfestkreis 2019 bis zum Sommer 2021 sind die Menschen in den Dekanaten aufgefordert, zukunftsfähige Pastoralkonzepte für neue pastorale Räume zu entwickeln. Dieser Auftrag wird in der zu Ostern 2019 vorgelegten Handreichung vertiefend entfaltet.
  • Den offiziellen Auftakt auf Bistumsebene bildeten der Workshoptag am Samstag, den 1. Juni 2019, und der festliche Gottesdienst am Pfingstsonntag im Mainzer Dom. Zum Workshoptag war eine bunt gemischte Teilnehmer(innen)-Gruppe eingeladenn, um die je eigenen Perspektiven und Überlegungen zum Pastoralen Prozess einzubringen und Elemente für ein Leitbild des Prozesses zu entwickeln. Beim Pfingstgottesdienst hat unser Bischof die erarbeitete Ergebnisse aufgegriffen und weiter entfaltet.

Erste Phase

  • In der ersten Phase gibt es in den Dekanaten einen möglichst breiten Beteiligungsprozess. Dabei geht es um die Wahrnehmung, was die Menschen brauchen, ob sie bekommen, was sie brauchen, und ob sie brauchen, was sie bekommen. Zahlreiche Teams haben sich in den Dekanaten auf den Weg gemacht, um gute Ideen und interessante Ergebnisse für ihr Pastoralkonzept zu erarbeiten. Vielfach wurden vor Ort Befragungen durchgeführt und das Lebensumfeld der Menschen analysiert. Projektteams zu Themen wie Kinder und Jugendliche, Sakramentenpastoral und Ehrenamt aber auch zu Finanzen, Personal und Gebäude haben die Arbeit aufgenommen.

    Die Coronapandemie und die damit notwendigen Neuausrichtungen im privaten und öffentlichen Bereich haben zu Verzögerungen im Prozess geführt, die eine Anpassung der thematischen und zeitlichen Planung notwendig gemacht haben.
    Der ursprüngliche Zeitplan (bis Sommer 2021) wurde durch Bischof Kohlgraf bis Ende November 2021 verlängert. Der thematische Umfang wurde reduziert und in einer aktualisierten „Übersicht zur Erstellung des pastoralen Konzepts“ veröffentlicht.

  • Auf Bistumsebene arbeiten neun thematische Teilprojektteams. Hier werden Klärungen zu wichtigen Teilfragen des Pastoralen Weges erarbeitet und die Impulse aus den Dekanaten aufgegriffen. Detailliertere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Seite Grundlagen/Prozessstruktur.

Zweite Phase

  • An Ostern 2022 wird Bischof Peter Kohlgraf die neuen, rund 50 Pastoralräume errichten und für jeden Pastoralraum einen Leiter und eine Koordinatorin oder einen Koordinator beauftragen. Damit beginnt die Phase II des Pastoralen Wegs. Die Phase II ist eine Phase des Übergangs, in der die bisherigen Pfarrgemeinden einen Pastoralraum bilden. Die Pastoralräume haben den Auftrag, die Gründung einer neuen Pfarrei auf ihrem Gebiet vorzubereiten. Mit der Gründung der neuen Pfarrei beginnt dann Phase III, die Entwicklungsphase der neuen Pfarrei. Diese neuen Pfarreien werden Gemeinschaften von Gemeinden vor Ort (den bisherigen Pfarrgemeinden) und anderen Kirchorten (wie beispielsweise Einrichtungen der Caritas, Kitas und Altenheime) sein.
  • Für die Weiterarbeit an den Pastoralkonzepten und die Vorbereitung der Gründung der etwa 50 Pfarreien braucht es geeignete Personen und Gremien.
  • Eine Pastoralraumkonferenz wird das zentrale Beteiligungsgremium sein: hier sind alle Priester und Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en und viele weitere kirchliche Mitarbeiter(innen) Mitglied. Alle Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungsräte sind vertreten. Hinzu kommen Vertreter(innen) der Kirchorte.
  • Zudem gibt es verbindlich arbeitende Projektgruppen zu Grundthemen der Pastoral (Gottesdienste, Katechese, Sozialpastoral) und zu Grundthemen der Organisationsstruktur (Vermögen, Pfarrbüros und Gebäude).
  • Zur Leitung des Prozesses wird ein leitender Pfarrer des Pastoralraumes und ein(e) Koordinator(in) für den Pastoralraum benannt sowie eine Steuerungsgruppe gewählt. Im Laufe der Phase II wird auch ein(e) Verwaltungsleiter(in) hinzukommen.
  • Ein Team Öffentlichkeitsarbeit soll für eine breite Information sorgen; ein geistliches Team dafür, dass die geistliche Dimension des Prozesses leitend ist.

Die Pastoralräume bleiben im Dialog mit der Bistumsleitung und werden in vielfältiger Form beraten und unterstützt.