Glossar zum Pastoralen Weg

Die Begriffe, die in diesem Glossar verwendet werden, beziehen sich auf die Phasen II und III des Pastoralen Wegs. Sie stellen den aktuellen Stand der Diskussion dar und werden ggf. noch weiterentwickelt. (Stand. März 2021)

Gemeinden sind [Teil-]Gemeinschaften von Gläubigen innerhalb der Pfarrei, die sich um Jesus Christus versammeln. Sie haben den Auftrag, in enger Verbundenheit untereinander und in Zusammenarbeit mit der gesamten Pfarrei die Grunddimensionen kirchlichen Lebens zu verwirklichen: die Praxis der gelebten Nächstenliebe (Diakonia), die Bezeugung des Glaubens in Verkündigung und Katechese (Martyria) und die Feier des Glaubens im Gottesdienst (Liturgia) sowie dadurch und dabei den Aufbau und die Vertiefung der Gemeinschaft mit Christus und untereinander (Koinonia).

Die nähere Umschreibung dieser Teilgemeinschaften erfolgt in der Regel nach territorialen Gesichtspunkten, in anderen Fällen (z. B. Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache, Hochschulgemeinden) auch nach personalen oder anderen Gesichtspunkten.

Die bisherigen „Pfarrgemeinden“ lösen sich also nicht einfach in der neuen größeren Pfarrei auf, sondern sie bleiben lebendige Gemeinden innerhalb der größeren Struktur einer neuen Pfarrei. Es ist also ein ausdrückliches Anliegen im Rahmen des Pastoralen Weges, dass Glaube und Kirche weiterhin in Gemeinden vor Ort gelebt und erlebt werden können.

Die Pastoralraumkonferenz benennt in Phase II die Gemeinden des Pastoralraums. Grundsätzlich gilt, dass die bisherigen Pfarreien, die Gemeinden anderer Muttersprache und die Hochschulgemeinden solche Gemeinden sind. Abweichungen von diesem Grundsatz können sinnvoll sein, wenn sich in bisherigen Pfarrgruppen oder -verbünden eine gute Zusammenarbeit etabliert hat, sich bei sehr großen bisherigen Pfarreien die Benennung mehrerer Gemeinden anbietet oder neue Gemeinden entstehen.

Die Pastoralraumkonferenz legt die Benennung der Gemeinden im Rahmen des Pastoralkonzeptes dem Bischof zur Genehmigung vor. Diese Auflistung der Gemeinden kann durch den Pfarreirat später in Abstimmung mit dem Bischof angepasst werden.

Es können nur Gemeinden benannt werden, für die gilt:

  • Sie bieten die Gewähr der Dauer, indem sie einen genügend großen und stabilen Kreis von Mitgliedern aufweisen,
  • sie gewährleisten im Zusammenwirken mit der Pfarrei einen organisierten und dauerhaften Vollzug der kirchlichen Grundvollzüge,
  • es gibt einen Personenkreis, der bereit ist, für diese Gemeinde als Gemeindeausschuss und/oder Gemeindeteam Verantwortung zu übernehmen.

Für die Erfüllung von Aufgaben für die einzelne Gemeinde können vom Pfarreirat Gemeindeausschüsse eingesetzt werden. Der Pfarreirat beauftragt die Gemeindeausschüsse und nimmt in regelmäßigen Abständen deren Berichte entgegen.

Langfristig wird angestrebt, Gemeindeteams zu bilden, die mit der Verantwortung für die Seelsorge in den Gemeinden beauftragt werden und Anteil an der Leitung der Gemeinde haben.

Das Gemeindeteam ist eine Gruppe von Gläubigen, das vom Pfarrer beauftragt wird, bestimmte Funktionen aus dem Aufgabenbereich der pfarrlichen Seelsorge für den Bereich der jeweiligen Gemeinde ehrenamtlich wahrzunehmen. Das Gemeindeteam hat eine praktisch seelsorgliche Funktion. (Ehrenamtliches Seelsorgeteam vor Ort).

Der Kirchenverwaltungsrat (KVR) wird vom Pfarreirat gewählt. Er vertritt die Pfarrei im Hinblick auf Vermögen, Gebäude und Personal.

Als „Kirchort“ werden im Bistum Mainz alle Einrichtungen und Gruppierungen bezeichnet, die ihren Teil zur Verwirklichung des kirchlichen Auftrags einbringen. Ihr Wirken ist nicht nur vorübergehend und wird öffentlich wahrgenommen und angenommen.

Kirchorte sind wichtige Erfahrungsorte von Kirche [Erfahrungsorte gelebter Nächstenliebe und Orte von Kirche], weil sie die Gemeinschaft der Menschen untereinander und mit Gott ausdrücken und stärken wollen. Mit dem im Bistum Mainz noch recht neuen Begriff des Kirchorts soll die Vielfalt kirchlichen Lebens in den Blick genommen werden. Das Ziel ist dabei eine zunehmende Vernetzung der Gemeinden und Kirchorte im Pastoralraum.

Mit Kirchort wird also ausdrücklich nicht nur ein Ort bezeichnet, an dem ein kirchliches Gebäude, wie z. B. eine Kirche oder Kapelle steht, sondern gemeint sind Orte, an denen sich kirchliches Leben in sehr unterschiedlichen Ausprägungen entfaltet. Es geht auch nicht nur um Orte im engeren Sinne, sondern z.B. auch um Gruppierungen, Angebote oder virtuelle „Orte“.

Gemeinden sind Kirchorte, aber auch andere kirchliche Einrichtungen, Felder kategorialer Seelsorge, Verbände, geistliche Gemeinschaften und christliche Initiativen sowie der Religionsunterricht sind Kirchorte.

  • Mit dem Begriff Kirchort bezeichnen wir kirchliche Einrichtungen wie Ordensgemeinschaften, katholische Kindertagesstätten, katholische Schulen und Bildungseinrichtungen wie Bildungshäuser, Familienbildungsstätten und die Büchereiarbeit sowie Einrichtungen und Fachverbände der Caritas und der korporativen Mitglieder der Caritasverbände.
    Hier ist insbesondere an Einrichtungen der Altenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Wohnungslosenhilfe, der Behindertenhilfe und an die Caritaszentren und Beratungsstellen zu denken.
  • Kirchorte sind außerdem alle Felder der kategorialen Seelsorge, die ihrem Selbstverständnis nach nicht zu einer konkreten Pfarrei gehören, an denen aber Christen haupt- und / oder ehrenamtlich in der Seelsorge wirken. Dies sind die Jugend-, Schul- und Hochschulseelsorge, die Krankenhaus- und Psychiatrieseelsorge, die Seelsorge in Einrichtungen der Altenhilfe und der Palliativmedizin sowie in Hospizen, die Cityseelsorge, die Notfallseelsorge, die Betriebsseelsorge, die Gefängnisseelsorge, die Polizeiseelsorge, die Behindertenseelsorge, die Telefonseelsorge und die Digitalpastoral.
  • Die Jugendverbände des BDKJ und die anderen kirchlichen Verbände, die Orden und anderen geistlichen Gemeinschaften sowie christliche Initiativen sind Orte kirchlichen Lebens und damit Kirchorte.
  • Auch im Religionsunterricht und in den Einrichtungen der theologischen Forschung und Lehre erfüllt sich die kirchliche Sendung; sie bilden daher in einem meist nicht-kirchlich geprägtem Umfeld ebenfalls einen Kirchort.

Natürlich können im Rahmen der jeweiligen Zielsetzung auch Personen, die nicht der katholischen Kirche angehören, in diesen Initiativen, Projekten, Vereinigungen und Einrichtungen mitarbeiten.

Der Begriff „Kirchort“ kann sehr weit gefasst werden und dann auch „Orte“ wie einzelne Familien, Haus- und Gebetskreise, Gruppen und Gremien bezeichnen. Solche „Orte“, die aber wiederum Teil eines anderen Kirchorts sind, sollen im Bistum Mainz nicht als eigene Kirchorte bezeichnet werden. Denn so wäre es kaum noch möglich, einen Überblick über die Kirchorte eines Pastoralraums zu gewinnen, der die Vernetzung untereinander befördern kann. Solche Orte könnte man als Zellen kirchlichen Lebens innerhalb der Gemeinden und Kirchorte bezeichnen.

Die Pfarrei bzw. der Pastoralraum werden von einem Pfarrer geleitet. Ihm zur Seite wird ein(e) Koordinator(in) für den Pastoralraum bzw. die Pfarrei stehen. Für die Verwaltung der Pfarrei gibt es im Vorfeld der Phase III eine(n) Verwaltungsleiter/(in) (beide hauptberufllich, in Stellenanteilen abhängig von der Größe der Pfarrei).

Jeder Pastoralraum entwickelt ein Pastoralkonzept. Darin beschrieben sind u.a. eine gemeinsame Gottesdienstordnung, Sakramentenkatechese und Sozialpastoral.

Der Begriff Pastoralraum beschreibt die enge Zusammenarbeit mehrerer bisheriger Pfarreien und Kirchorte. Diese bereiten sich (in Phase II) darauf vor, dass sie neue Pfarreien werden – also Netzwerke von Gemeinden und Kirchorten.

Die Pastoralraumkonferenz ist das zentrale Beteiligungsgremium in den neuen Pastoralräumen. In ihr sind alle Priester und Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en und viele weitere kirchliche Mitarbeiter(innen) Mitglied. Alle

Pfarrgemeinderäte, Gemeinderäte anderer Muttersprache und Kirchenverwaltungsräte sind vertreten. Hinzu kommen Vertreter(innen) der Caritas-Einrichtungen, der Kindertageseinrichtungen und katholischen Schulen, der Ordensgemeinschaften und katholischen Verbände sowie weiterer Kirchorte.

In jeder Pfarrei arbeitet ein hauptberufliches Pastoralteam (leitender Pfarrer, Pfarrvikare, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent/innen). Die Mitarbeitenden sind Ansprechpartner für die Gemeinden und haben damit einen lokalen Schwerpunkt. Ihre Aufgabe ist hierbei die Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeitenden und die Einbindung der Gemeinden in die Gesamtpfarrei. Zudem haben die Mitarbeitenden funktionale Schwerpunkte, dies sind beispielsweise Sakramentenkatechese, Sozialpastoral, Koordinierung der liturgischen Vollzüge/ Kirchenmusik). Desweiteren soll innovative Projektschwerpunkte geben.

Die Pfarrei ist eine Gemeinschaft von Gemeinden (den bisherigen Pfarrgemeinden und den Gemeinden anderer Muttersprachen) und weiteren Kirchorten (wie bspw. Kitas, Einrichtungen der Caritas, Schulen).

Der Pfarreirat berät und beschließt die pastorale Arbeit der Pfarrei (zusammen mit dem leitenden Pfarrer und dem Pastoralteam). Er wird von den Mitgliedern der Pfarrei gewählt. Der Pfarreirat kann Gemeindeausschüsse und Fachausschüsse bilden.

Die Pfarrei wird von einem Pfarrer geleitet. Er ist Pastor i.S. can 519ff und verantwortlich für die Seelsorge im umfassenden Sinn can 529 § 1.

Der leitende Pfarrer ist kraft seines Amtes Mitglied im Pfarreirat und  Vorsitzender des KVR. Er ist der Vorgesetzte aller zugewiesenen und angestellten Mitarbeitenden.

Als Leiter der Pfarrei trägt er Sorge für Katechese, Gottesdienste, Sakramentenspendung, die diakonischen Dienste und den Begräbnisdienst. Der leitende Pfarrer kann Aufgaben an die pastoralen Mitarbeitenden bzw. den Verwaltungsleiter delegieren.

In Phase II des Pastoralen Wegs heißt der/die künftige Pfarrkoordinator/in zunächst Koordinator/in des Pastoralraums. Er/sie hat die operative Prozessleitung im Rahmen des Pfarreiwerdungsprozesses. In beiden Phasen ist er/sie zuständig für die inhaltliche Mitgestaltung, Begleitung und Administration der Gremien, Organisation von Qualifizierungen für Haupt- und Ehrenamtliche,  Kontaktarbeit zu kategorialen Aufgabenfeldern, Öffentlichkeitsarbeit, Management von thematischen Schwerpunkten und anfallenden Projekten und Netzwerkarbeit.

Pfarrvikare sind mitarbeitende Pfarrer und arbeiten im Team zusammen mit allen anderen Seelsorger/innen im Hinblick auf lokale oder funktionale Schwerpunkte. Sie erhalten mit ihrem bischöflichen Dekret gem. can 548 ggf. eine spezielle Delegation in Bezug auf die Vertretung des leitenden Pfarrers.

Zu den folgende Themen werden in Phase II Projektgruppen in den Pastoralräumen eingerichtet:

  • Neugründung
  • Verwaltungsbüro
  • Gottesdienste
  • Katechese
  • Sozialpastoral

Projektgruppen zu weiteren Themen im Pastoralraum sind möglich.

 

Das Bistum Mainz wird künftig in vier bis sechs Regionen untergliedert. Die Regionalebene fördert die Zusammenarbeit und Vernetzung, unterstützt die haupt- und ehrenamtlich Handelnden in den Pfarreien und ergänzt deren Arbeit. Die Regionalebene soll eher eine koordinierende Funktion haben. Schwerpunkte sind pastorale Innovationsförderung, Ehrenamtsförderung durch Qualifizierung von ehrenamtlichen Diensten in den Pfarreien, Begleitung und Unterstützung von hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter(innen), Unterstützung von Kooperation der Kategorialen Seelsorge untereinander und mit den Pfarreien und Katechumenat und Glaubenskommunikation mit (jungen) Erwachsenen. In jeder Region gibt es einen hauptberuflichen Regionalkoordinator/Regionalreferenten.

Die Pastoralraumkonferenz wird von einer Steuerungsgruppe geleitet. Der leitende Pfarrer leitet die Steuerungsgruppe.

In der neuen Pfarrei wird die allgemeine Verwaltung gebündelt. Es gibt einen zentralen Ort als Sitz der Verwaltung. Es ist ein Ort mit einem Frontoffice mit ausgedehnter Öffnungszeit und guter Erreichbarkeit und mit davon räumlich getrennten Arbeitsplätzen im Backoffice.

Zudem gibt es dezentrale Orte „Außenstellen, Gemeindebüros“ mit sehr eingeschränkter Öffnungszeit im Sinne eines Frontoffice. Hier wird keine Arbeit des Backoffice geleistet.

 

Der/die Verwaltungsleiter/in leitet und organisiert die Verwaltung der Pfarrei. Er/sie unterstützt den Kirchenverwaltungsrat und den leitenden Pfarrer in der  Koordination der allgemeinen Pfarrverwaltung, der Führung des bei der Kirchengemeinde angestellten Personals, in der Verantwortung für die Erstellung und Kontrolle des Haushaltplans, in der Verantwortung für die Umsetzung beschlossener Aktivitäten im Bereich Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Beschaffungs- und Vertragsmanagement und in der Sorge um die Einhaltung von gesetzlichen und BO-Vorgaben in bspw. Arbeits- und Gesundheitsschutz, Datenschutz und Archivierung. Der Stellenumfang ist abhängig von der Größe der Pfarrei.