Texte für die Presse und den Pfarrbrief

Zeitleiste für den Pastoralen Weg

Der Pastorale Weg des Bistums Mainz ist ein Prozess der theologischen und strukturellen Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz.

Er ist in drei Phasen unterteilt: Bis 2021 soll in einer ersten Phase in den Dekanaten ein Konzept erarbeitet werden. Von 2021 bis spätestens zum Jahr 2030 sollen in einer zweiten Phase die derzeit 134 Pastoralen Einheiten (Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde) im Bistum dann nach und nach zu künftig rund 50 Pfarreien zusammengeführt werden. Dabei wird es in den Dekanaten voraussichtlich zu Ungleichzeitigkeiten kommen. Sobald eine neue Pfarrei errichtet ist, werden dann in der dritten Phase durch Pfarreientwicklungsprozesse die erarbeiteten Konzepte umgesetzt. In allen Phasen gibt es Möglichkeiten und Formen der Beteiligung.

Termine in diesem Jahr

Von Mitte März bis Mitte April 2019 finden in allen Dekanaten außerordentliche Dekanatsversammlungen statt, bei denen der Auftrag an die Dekanate für die erste Phase des Pastoralen Weges erläutert und diskutiert wird. Im Mai 2019 sind Kontraktgespräche in den Dekanaten zwischen Bistumsleitung, Prozessbegleitern und Vertretern des Dekanates vorgesehen: Hier werden der Auftrag des Bischofs für das jeweilige Dekanat verbindlich festgelegt und die Grundzüge des weiteren Vorgehens skizziert.

Den offiziellen Auftakt auf Bistumsebene bilden ein Workshoptag am Samstag, 1. Juni, in der Mainzer Lokhalle, und der Gottesdienst am Pfingstsonntag im Mainzer Dom. Zum Workshoptag sind rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, die Elemente für einen Wegweiser für den Pastoralen Weg entwickeln. Beim Pfingstgottesdienst wird Bischof Peter Kohlgraf die beim Workshoptag erarbeiteten Ergebnisse aufgreifen und von seiner Seite ein Bild des Pastoralen Weges zeichnen.

 

 

Als Wiedererkennungszeichen nutzen wir ein Logo, ein einheitliches Wording und bestimmte Farben.

Die blaue Welle als Logo finden Sie auf dieser Homepage als svg- und als png-Datei.

Den Pastoralen Weg schreiben wir immer mit großem „P“ und ohne Anführungszeichen.

Als Schlüsselfrage nutzen wir auf vielen Dokumenten die Frage „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“

Als die drei zentralen Farben nutzen wir zurzeit folgende Farben:

 

„Ich möchte allen Mut machen“

Bischof Peter Kohlgraf zum Pastoralen Weg des Bistums Mainz

Mainz. Sie sind bereits gemacht, die ersten Schritte auf dem Pastoralen Weg des Bistums Mainz. Warum es zu diesem Weg keine Alternative gibt, das erklärt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im Interview.

Frage: Warum ist dieser Pastorale Weg im Bistum Mainz notwendig? Kann nicht einfach alles so bleiben, wie es ist?

Kohlgraf: Ich kann verstehen, dass Veränderungen Ängste auslösen. Aber zum Pastoralen Weg gibt es meines Erachtens keine Alternative, denn er ist aus unterschiedlichen Gründen notwendig. Da sind zum einen die äußeren Rahmenbedingungen, die sich ändern werden - beispielsweise der Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, der in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Ich nenne den Rückgang unseres hauptamtlichen Personals. Wir müssen jetzt handeln, damit wir handlungsfähig bleiben. Denn wenn wir jetzt nicht aktiv werden, dann stehen wir in zehn Jahren mit dem Rücken zur Wand. Zum anderen gibt es aber auch eine inhaltliche Notwendigkeit, die mir sehr wichtig ist: An manchen Stellen funktioniert kirchliches Leben nicht mehr automatisch. Wir müssen uns daher insbesondere auf die Suche nach neuen Formen der Glaubensweitergabe machen. Ein zentraler Gedanke ist dabei für mich die Verantwortung aller Getauften.

Frage: Worauf müssen sich die Menschen in den Gemeinden im Bistum Mainz einstellen?

Kohlgraf: In den Wochen der diesjährigen Fasten- und Osterzeit haben wir einen geistlichen Weg begonnen, der uns helfen soll, die Haltungen zu reflektieren, mit denen wir als Kirche unterwegs sein wollen. Außerdem geben wir den Haupt- und Ehrenamtlichen in den Dekanaten Fragen und Aufgaben sowie Informationen zu den Rahmenbedingungen, mit deren Hilfe über die künftige Gestaltung der Seelsorge nachgedacht werden soll. Bis Sommer 2021 sollen dann vor Ort pastorale Konzepte erarbeitet werden. Bei diesem Prozess soll es breite Beteiligungsmöglichkeiten geben. Wichtig ist mir, dass die lokalen Gemeinden die Orte des christlichen Lebens bleiben. Es sollen aber auch andere Orte in den Blick genommen werden, an denen Kirche gelebt wird – wie etwa Caritas, Verbände oder Schulen.

Frage: Im November dieses Jahres stehen Pfarrgemeinderatswahlen an. Müssen diese überhaupt noch durchgeführt werden? Es wird sich ja doch alles verändern.

Kohlgraf: Natürlich sind die Wahlen gut und sinnvoll. Und ich hoffe, dass sich gerade aufgrund der Perspektive auf Veränderung Menschen engagieren und bereit sind, diese mitzugestalten. Ich möchte allen Mut machen, diesen Weg mitzugehen.

Hinweis: Weitere Informationen zum Pastoralen Weg des Bistums Mainz auch im Internet unter www.bistummainz.de/pastoraler-weg

 

Stichwort: Pfarrei

Was bezeichnet der Begriff "Pfarrei"?

Nach dem Gesetzbuch der Katholischen Kirche, dem Codex Iuris Canonici (CIC von 1983) ist eine Pfarrei „eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die in einer Teilkirche auf Dauer errichtet ist und deren Hirtensorge unter der Autorität des Diözesanbischofs einem Pfarrer als ihrem eigenen Hirten anvertraut wird.“ (can. 515 § 1). Im Rahmen des Pastoralen Wegs des Bistums Mainz wird sich das bisher vertraute Verständnis einer Pfarrei verändern. Das, was bisher eine Pfarrei war, wird künftig die Gemeinde sein, wo in lokaler Verantwortung bestimmte pastorale Schwerpunkte ausgestaltet werden. Die künftigen Pfarreien werden sich aus mehreren dieser lokalen Gemeinden und aus weiteren Kirchorten zusammensetzen. Diese Pfarreien sind als Verwaltungseinheiten zu verstehen, die das Leben in den Gemeinden vor Ort begleiten und unterstützen.

Bei diesen größeren Pfarreien geht es also nicht um eine geschlossene und einheitliche Gemeinschaft („Pfarrfamilie“), sondern um eine größere Gemeinschaft von mehreren Gemeinschaften sowie um eine Einheit, in der das Pastoralteam und die Verwaltung professionell und effektiv zusammenarbeiten. Die Pfarrei ist ein Netzwerk unterschiedlicher Gemeinden und Kirchorte. Darüber hinaus ist die Pfarrei auch – als eine Wirklichkeit des Staatskirchenrechtes – eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes.

 

Textbausteine Einladung Gemeindeversammlung