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Interview mit Christina Feifer, Frauenkommission:„Gebt Zeugnis von eurer Hoffnung“ – Wie Frauen im Bistum Mainz das Evangelium lebendig verkünden

Was bedeutet es heute, die Frohe Botschaft weiterzugeben – mitten im Leben, mit der eigenen Stimme, aus der eigenen Erfahrung heraus? In der Reihe „Die frohe Botschaft – Gutes tun. Gutes teilen.“ erzählen wir von Menschen und Initiativen im Bistum Mainz, die Hoffnung sichtbar machen und Glauben konkret werden lassen. Die Aktion „Frauen verkündigen“ der Frauenkommission ist ein solches Zeichen: Frauen legen an unterschiedlichen Orten öffentlich das Evangelium aus – vielfältig, persönlich und aus einer weiblichen Perspektive heraus. Im Interview spricht Christina Feifer, Vertreterin der Frauenkommission im Bistum Mainz, über die Impulse hinter dem Projekt, über Resonanz, Herausforderungen und darüber, was „Frohe Botschaft“ für sie ganz persönlich bedeutet.
Slider zum Interview Frauenkommission
Datum:
12. Jan. 2026
Von:
Interview: Alexander Stein & Christina Feifer

Frau Feifer, was war der Impuls, die Aktion „Frauen verkündigen“ ins Leben zu rufen?

Das Thema Sichtbarkeit von Frauen ist ein Herzensanliegen: Glaube gestalten, das zu leben, was wir vom Evangelium verstanden haben, die eigene Sichtweise einzubringen und von dem zu verkündigen, wofür das Herz brennt. Frauen unseres Bistums sind in vielen Bereichen der Verkündigung aktiv – gerade auch im Ehrenamt. Dies immer wieder ins Bewusstsein zu bringen und dabei auch eine weibliche Sicht auf das Evangelium hörbar zu machen, stärkt und inspiriert Menschen in den Gemeinden. Es ist ein Zeichen für die Vielfalt unseres Glaubens und unserer Spiritualität.

Welche Botschaft steckt für Sie in der Idee, dass Frauen an verschiedenen Orten öffentlich das Evangelium auslegen?

Das Projekt wurde bewusst mit einem biblischen Zitat aus dem Petrusbrief überschrieben: „Gebt Zeugnis von eurer Hoffnung“. Darin kommt zum Ausdruck, wie vielfältig unser Glaube ist und wie sehr er von lebendigem Zeugnis lebt. Neben der weiblichen Perspektive auf das Evangelium zeigen sich darin auch unterschiedliche Generationen, Lebensformen und kulturelle Hintergründe.

Wie wurden die Frauen ausgewählt, die bei der Aktion mitgemacht haben?

Zunächst wurden ausgebildete Theologinnen in der Gemeindearbeit sowie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten angesprochen – eine homiletische Ausbildung gehört hier ja dazu. Wer Interesse hatte, konnte sich unkompliziert beteiligen. Parallel dazu entstand auf der Homepage eine Seite mit Terminen sowie eine virtuelle Blumenwiese: Für jede Verkündigung „erblüht“ dort eine Blume.

Was hat Sie an den Predigten besonders berührt oder überrascht?

Ich selbst hatte in meiner Heimatgemeinde die Möglichkeit, am Weltfrauentag zu verkündigen. Dafür bin ich sehr dankbar, auch weil es dort bereits eine gute und vielfältige Praxis von Wort-Gottes-Feiern gibt. Spannend und intensiv bleibt es dennoch jedes Mal. Inzwischen verfolge ich interessiert, wann und wo das Projekt aufgegriffen wird, und versuche, Gottesdienste in der Nähe zu besuchen.

Welche Rückmeldungen haben Sie aus Gemeinden oder aus dem Bistum bekommen?

In meiner Gemeinde hat Feedback eine gute Tradition. Die Rückmeldungen bezogen sich vor allem auf die Inhalte und waren in meinem Fall sehr positiv. Besonders gefreut hat mich, dass zwei Wochen später eine Wortgottesdienstleiterin den inhaltlichen Faden aufgegriffen und weitergeführt hat.

Inwiefern hat die Aktion auch in der Frauenkommission selbst etwas bewegt?

Uns beschäftigt intensiv die Frage der Fortführung – vor allem im Blick auf die Vielfalt der Verkündigungsformen. Verkündigung findet an sehr vielen Orten statt und erreicht Menschen in ganz unterschiedlichen Glaubens- und Lebenssituationen. Viele fühlen sich davon angesprochen, getragen oder getröstet. Sehr ermutigend erlebe ich dabei das Engagement ehrenamtlicher Frauen und Männer.

Was bedeutet für Sie persönlich „Frohe Botschaft“ – im biblischen wie im heutigen Sinn?

Für mich heißt Frohe Botschaft, Zeugnis zu geben von dem, was mich hoffen lässt, und das auszulegen und zu leben, was ich vom Evangelium verstanden habe. Es ist wie eine Schatzsuche: Manche Bibelstellen begleiten mich ein Leben lang und wachsen mit meinem Erfahrungshorizont mit. Frohe Botschaft ist das, was im Heute ankommt.

Gab es einen Moment im Rahmen der Aktion, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Die Auseinandersetzung und auch das kritische Hinterfragen des Projekts. Sich auf diesen Prozess einzulassen, war und ist eine Herausforderung.

Was nehmen die predigenden Frauen selbst aus der Aktion mit – und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für mich persönlich: weiterhin klar und mutig auszusprechen, was mich trägt – auch wenn das nicht ohne kritische Worte geht. Und die Verbundenheit zu spüren mit Menschen, die hoffnungsvoll unterwegs sind. Für die Gemeinden wünsche ich mir Offenheit und Interesse, die Frohe Botschaft zu hören, zu gestalten, auszulegen und in größtmöglicher Vielfalt umzusetzen – durch viele Frauen und Männer. Und für das Projekt der Frauenkommission wünsche ich mir, offen für die weitere Entwicklung zu bleiben und kreativ an diesem Prozess dranzubleiben.

 

Die Reihe „Die Frohe Botschaft“ erzählt von Hoffnung, Glauben und Zuversicht im Alltag.
Weitere Beiträge finden Sie unter:
https://bistummainz.de/glaube/frohe-botschaft/

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