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Draht zur Politik: das Katholische Büro

Früher war mehr Anzug. „Inzwischen ist die Kleiderordnung lockerer geworden“, sagt Dieter Skala. Der Leiter des Katholischen Büros spricht von hunderten Terminen, Anlässen und Empfängen im Jahr, an denen er teilnimmt. „Das politische Rheinland-Pfalz begegnet sich fortlaufend“, betont er. „Wir haben hier eine sehr gute Kultur des Miteinanders. Das Gespräch untereinander wird gesucht.“
Datum:
3. Juni 2026
Von:
Glaube und Leben // Anja Weiffen

Vor 13 Jahren übernahm Skala die Leitung des Katholischen Büros in Mainz. Die Einrichtung bündelt die Kommunikation von fünf (Erz-)Bistümern – Limburg, Mainz, Trier, Speyer und Köln – zur Landespolitik. Seit knapp 30 Jahren ist Skala für die Einrichtung tätig, anfangs als pädagogischer Referent. Bundesweit ist er einer der derzeit dienstältesten Mitarbeiter eines Katholischen Büros. Ende Oktober geht er in den Ruhestand.

Katholische Büros gibt es seit 1948, zuerst auf Bundesebene. Später wurde diese Schnittstelle zwischen der katholischen Kirche und der Politik auf die einzelnen Bundesländer ausgeweitet. Das Mainzer Büro startete 1968.

„Vertrauen ist das höchste Gut“, umreißt Dieter Skala das Hauptmerkmal der Zusammenarbeit. Schulen und Kitas sind zwei wichtige Arbeitsfelder. 75 katholische Schulen gibt es in Rheinland-Pfalz. „Unsere Aufgaben liegen überall dort, wo wir als Kirche von der Landespolitik betroffen sind, auch bei der Caritas oder in der Polizei- und Gefängnisseelsorge“, erklärt er. „Ändert sich hier etwas in der Gesetzgebung oder bei Verordnungen, wird das Katholische Büro informiert und angehört. Auch bioethische Fragen zählen zu unseren Themen.“ Das Katholische Büro sei ein gesellschaftlicher Partner wie andere Interessenvertretungen auch, etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund. Bei Landtagssitzungen ist Skala nur zu besonderen Anlässen präsent, zum Beispiel am rheinland-pfälzischen Verfassungstag am18. Mai. In diesem Jahr hat sich zu diesem Datum der neue Landtag konstituiert.

Papstbesuche mit Ministerpräsidenten

Dieter Skala bescheinigt allen demokratischen Parteien eine gute Zusammenarbeit mit dem Katholischen Büro. „Wir sind hier fast immer auf eine große Nähe und Offenheit gestoßen“, sagt der Büroleiter, der sich gerne an Besuche beim Papst mit der früheren Ministerpräsidentin Malu Dreyer und mit ihrem Nachfolger Alexander Schweitzer erinnert. Mit Blick auf die AfD ist Skala zurückhaltend und kann aufgrund seiner langen Tätigkeit Folgendes sagen: „Eine wirkliche Zusammenarbeit hat es nie gegeben. Das eine oder andere Gespräch fand in den Anfängen der Partei statt. Aktuell erkennen wir eine deutliche Distanz.“ Eine Entwicklung, „die wir in den Katholischen Büros deutschlandweit feststellen“.

Für die Zukunft sieht Skala die Finanzierung von Schulen und Kitas weiterhin im Fokus der Zusammenarbeit von Landespolitik und Kirche. Auch Migration und die Frage nach gelingender Integration. Was antwortet er auf Stimmen, die sagen, die Kirche solle sich nicht in die Politik einmischen? „Glaube ist immer politisch“, sagt Skala. „Wir als Kirche haben aus unserer Glaubensgeschichte und unserem Evangelium heraus stets neu etwas in diese Gesellschaft einzutragen.“